Exkursionen

Exkursionen

Hier finden Sie alle wichtigen Informationen zu den Halbtag-, Ganztags- und Zweitagesexkursionen.

Treffpunkt und Rückkehrort
Alle Exkursionen beginnen und enden am Parkplatz der Stadthalle Rostock (Südring 90, 18059 Rostock).

Startzeiten

  • Halbtagsexkursionen: Freitag, 5. Juni, um 13:00 Uhr
  • Ganztags- und Zweitagesexkursionen: Samstag, 6. Juni, um 08:00 Uhr

Geplante Rückkehr
Die Rückkehr ist jeweils zwischen 18:00 und 19:00 Uhr vorgesehen.

Bitte beachten Sie
Für alle Exkursionen empfehlen wir festes, geeignetes Schuhwerk sowie dem Wetter angepasste Kleidung.

Karte zum Download
Die abgebildete Karte steht Ihnen auch als Download zur Verfügung. So können Sie die Karte vergrößern und Details besser erkennen.

 

Bargeld für Essenskosten: Zu Exkursionen mit dem Handsymbol sollten Sie Bargeld für Mittag-/Abendessen mitnehmen. Es wird für die Bezahlung vor Ort benötigt.

Festes Schuhwerk: Bei den mit Wanderschuhen gekenzeichneten Exkursionen tragen Sie bitte festes Schuhwerk. Vereinzelt wird wasserfestes Schuhwerk benötigt.

Anspruchsvolles Gelände: Das Bergsymbol weist daraufhin, dass Wanderungen oder Strecken durch anspruchsvolles Gelände führen können.

Selbstfahrer-Option: Bei Exkursionen mit dem Autosymbol besteht die Möglichkeit, mit dem eigenen Pkw anzureisen.

Hunde verboten: Das Verbotssymbol kennzeichnet Exkursionen bei denen keine Hunde mitgeführt werden können.

Grundsätzlich sind Hunde in den Bussen nicht erlaubt. Als Selbstfahrer haben Sie die Möglichkeit, Ihren Hund zur Exkursion mitzunehmen. Ausgenommen sind die Exkursionen, die mit dem Hunde-Verbotssymbol gekennzeichnet sind.

Halbtagesexkursionen

Freitag 05. Juni 2026

H01 - Pferd trifft Technik - zum Dauerwald mit dem Abtshagener Laubholzernteverfahren

Das Abtshagener Laubholzernteverfahren setzt auf eine umweltfreundliche und nachhaltige Art der Holzernte, bei der moderne Technik und traditionelle Methoden miteinander vereint werden. Ziel ist es, Waldbestände vom Altersklassenwald zum Dauerwald zu entwickeln und damit einen wesentlichen Beitrag zur Zukunft des Waldes zu leisten. Im Mittelpunkt dieses Verfahrens steht der motormanuelle Holzeinschlag, bei dem erfahrene Forstwirte das Holz selektiv fällen. Diese präzise Technik ermöglicht es, den Wald schonend und nachhaltig zu nutzen. Anschließend erfolgt die Anrückung des Kurzholzes durch Rückepferde, die in schwer zugänglichen Bereichen eingesetzt werden. Die Pferde zeichnen sich durch ihre geringe Bodenbelastung aus, sodass der Waldboden geschont wird. Den Abschluss der Holzernte bildet die Endrückung mit dem Forwarder John Deere 9T, der mit „Street Rubbers“ ausgestattet ist. Durch die Kombination dieser drei Verfahrensteile wird eine systemische Holznutzung ermöglicht, die auf langfristige Nachhaltigkeit ausgerichtet ist. Das Abtshagener Verfahren trägt dazu bei, den Übergang vom klassischen Altersklassenwald zu einem stabilen Dauerwald zu schaffen.

Exkursionsleitung:
Dietmar Braatz (Forstamt Poggendorf)

H02 - Fichtenkalamitäten - Katastrophe und Neubeginn

Das Revier Bremerhagen des Forstamtes Poggendorf ist mit 170 ha Fichtenbeständen auf für die Fichte nicht oder wenig geeigneten Standorten im Anstaltswald bestockt. Die Begründung dieser Fichtenbestände erfolgte vorwiegend nach großflächigen Kahlhieben von Buchen- und Kiefernbeständen durch „Industrielle Produktionsmethoden in Land und Forstwirtschaft“. Bedingt durch die hohen Pflanzenzahlen und die unzureichend durchgeführten Pflegemaßnahmen, sind diese Bestände besonders instabil herangewachsen. Die regelmäßigen Bestandespflegen ab dem Jahr 2004 konnten die Bestandesstabilität z.T. etwas erhöhen, sodass die Fichtenbetriebsklasse bei den Stürmen 2011 und 2022 nicht vollständig verloren ging. Die Exkursion soll zeigen und zur Disskussion einladen, wie instabile und stark geschädigte Fichenbestände im Rahmen einer naturnahen Forstwirtschaft bewirtschaftet und in stabilere Mischbestockungen überführt werden und welche Rolle die Fichtennaturverjüngung dabei spielen kann. Im Rahmen dieser Exkursion wird auch die Überführung von Altersklassenbeständen von Kiefer und Douglasie in dauerwaldartige Bestandesstrukturen ein Thema sein.

Exkursionsleitung:
Hendric Wojtek (Forstamt Poggendorf)

H03 ABGESAGT - Wald der Talente – Hotspot der Waldpädagogik im Kommunalwald der Stadt Teterow

Auf unserer Exkursion „Waldpädagogik Stadtwald Teterow“ wandern wir entlang des 2024 errichteten Walderlebnispfades durch die Heidberge, eine Endmoränenformation der Mecklenburgischen Schweiz. Der Walderlebnispfad ist ein sehr beliebter Ausflugsort und verbindet in besonderer Weise Wald und Mensch. Neben Erläuterungen zum waldpädagogischen Ansatz des Pfades für die Umweltbildung von Groß und Klein, soll es auch um den Prozess der Entstehung des Pfades gehen. Dabei werden Themen nahe gebracht wie:

Was bewegt eine Kleinstadt eine solche Investition in die Waldpädagogik zu tätigen?

Wie läuft der Planungs- und Umsetzungsprozess ab und wie kann das Forstamt dabei unterstützen?

Wie kann die Nutzung und Unterhaltung eines Walderlebnispfades langfristig gewährleistet werden?

Abgerundet wird die Exkursion mit einem Besuch des 21 m hohen Aussichtsturmes „Ehrenmal“ welcher einen beeindruckenden Blick über die Mecklenburgische Schweiz bietet.

Exkursionsleitung:
Rüdiger Neise (ehemaliger Forstamtsleiter FoA Dargun)

H04 - Natur, Geschichte und Genuss - ein Nachmittag am Stegendieksbach

Kommt mit uns auf eine Wanderung durch das Naturschutzgebiet Stegendieksbach.  Eine Wanderung mit lokalcolorit durch eines der schönsten Seitentäler des Recknitztales. Entstanden in der letzten Eiszeit innerhalb der welligen Grundmoräne, als Abfluß für das Schmelzwasser der Weichselkaltzeit. Ein Kerbtal das über 10 m in die Landschaft eingeschliffen wurde. Wir starten in dem kleinen idyllischen Ort Eickhof mit seiner 700-jährigen Geschichte.  Unser Wanderweg führt uns an dauerwaldähnlichen Waldbeständen, entstanden in den letzten Jahrzehnten durch die schwierigen forstwirtschaftlichen Verhältnisse, dem mäandernden Bachlauf mit seine Prall und Gleithängen, dem Paulastein, einer Gedenkstätte für Gewaltopfer des letzten Krieges, sowie an den Großsteingräbern der Trichterbecherkultur vorbei.  Nach einer kleinen Stärkung aus dem Rucksack geht es weiter zu einer 100 ha großen Erstaufforstung als eine der ersten forstlichen Ersatzmaßnahme, für den Bau der A20 aus dem Jahre 2004. Nach unserer, mit lockeren Fachgesprächen gewürzten Wanderung, wartet das Hofcafe Prangendorf mit Kaffee und leckerem selbst gebackenen Kuchen zum weiteren fachlichen Austausch und gemütlichem Ausklang des Nachmittages auf uns.

Exkursionsleitung:
Burkhard Kupatz (Forstamt Güstrow)

H05 ABGESAGT - Ein Blick hinter die Kulissen der Ausbildungsstätte für ForstwirtInnen im Forstamt Güstrow

Wie kann man in der Landesforstanstalt von Mecklenburg-Vorpommern Forstwirt werden?

Welche Fristen sind wichtig?

Und wo muss ich mich eigentlich bewerben?

Diese Fragen stellen sich jährlich gut 200 – 300 Interessenten für eine Ausbildung zum Forstwirt. Und dann kommen die nächsten Fragen dazu:

Was passiert in der Berufsschule, der Fachschule und in der Ausbildungsstätte?

Wir wollen während der Exkursion versuchen möglichst vielen dieser Fragen auf den Grund zu gehen und eine Antwort zu finden. Dazu besuchen wir die modernste Ausbildungsstätte der Landesforst im Forstamt Güstrow. Hierbei handelt es sich um das erste von der Landesforst M-V eigens zu diesem Zweck errichtet Holzgebäude. Dort machen wir einen geführten Rundgang und hören einige interessante Besonderheiten und Kuriositäten die sich bei der Errichtung von speziellen Holzbauwerken ergeben. Abschließend sprechen wir in gemütlicher Runde mit aktuellen Auszubildenden, den zugehörigen Forstwirtschaftsmeistern und jungen Forstwirten, die ihre Ausbildung erst vor kurzem beendet haben über ihre Ausbildung, die Tätigkeit im erlernten Beruf und ihre Zukunftsperspektiven. 

Exkursionsleitung:
Ralf Neuß und Max Zädow (Forstamt Güstrow)

H06 - Moor muss nass - die Frage ist nur wie

Das Dänschenburger Moor bei Gresenhorst stellt eines der bedeutendsten Hochmoore Nordostdeutschlands dar. Die Besonderheiten sind seine Größe, die Speisung aus Regenwasser, die daraus resultierende Nährstoffarmut sowie die hochspezialisierte Pflanzen- und Tierwelt. Mit Entwässerung, Torfabbau und Aufforstung ab dem 19. Jahrhundert ging der größte Teil der natürlichen Hochmoorvegetation verloren. Dennoch konnten sich in einigen Bereichen des Moores Reste der ursprünglichen Flora und Fauna halten. Das überwiegend bewaldete Dänschenburger Moor hat eine Fläche von ca. 80 ha.  Es ist seit 1943 Naturschutzgebiet (NSG) „Großes Moor bei Dänschenburg“, liegt innerhalb des Landschaftsschutzgebietes (LSG) „Moor- und Wiesenlandschaft Dänschenburg“ und ist Bestandteil des europäischen Schutzgebietes (Gebiet von gemeinschaftlicher Bedeutung – GGB) „Dänschenburger Moor und Teufelsmoor bei Gresenhorst“, Nr. DE 1840-301. Die FFH-Managementplanung sieht für das Gebiet die Anhebung und Stabilisierung der Wasserstände im Moor und seiner Umgebung zum Erhalt und zur Verbesserung der hochmoortypischen Lebensräume vor. Es wurden bereits z.T. vor längerer Zeit verschiedene Maßnahmen zur Verbesserung des Wasserhaushaltes im Moor umgesetzt und nun im Rahmen einer neuen Planung evaluiert. Die derzeitige noch nicht umgesetzte Planung sieht dabei noch weiter reichende Maßnahmen vor, welche bei der Exkursion vorgestellt werden. Bei dem Rundgang durch das Gebiet werden zudem verschiedene Erhaltungszustände des Moores gezeigt. 

Exkursionsleitung:
Robert-Marc Berger, Tobias Tietze (FoA Billenhagen),
Michael Wirner (Landesforst M-V - Standorterkundung),
Dr. Dipl. Biol. Claudia Sütering (BIUW Ingenieur GmbH)

H07 - Forstwirtschaftliche Leitlinien im Wandel: Buchenwälder in Mecklenburg-Vorpommern

Die geordnete und zielgerichtete Bewirtschaftung von Buchenwäldern ist in Mecklenburg-Vorpommern erst wenige Waldgenerationen alt. Mit einem Blick auf die Modelle und Grundsätze verschiedener Regelwerke von 1900 bis 2020 wollen wir am Wald diskutieren wie groß oder klein die Unterschiede und Gemeinsamkeiten forstlicher Nutzungsstrategien tatsächlich sind.

Exkursionsleitung:
Steffen Hambruch (Forstamt Schlemmin)

H08 - Vom Acker zum Wald: Wege zu erfolgreichen Aufforstungsprojekten

Die Aufforstung von neuem Wald auf landwirtschaftlichen oder bisher anders genutzten Flächen ist ein zentrales Element im Kampf gegen den Klimawandel. Aber auch die Gestaltungswirkung im Landschaftsbild und die multiple Ausrichtung zukünftiger Waldnutzungsoptionen sind bei solchen Projekten nicht zu unterschätzende Faktoren. Nicht zuletzt sind auch die technischen und fachlichen Aspekte der Umsetzung von großen Aufforstungen zu bedenken. Anhand von Praxisbeispielen wollen wir gesammelte Erfahrungen austauschen und Erfolgsfaktoren für neuen Wald diskutieren. Ein kurzer Besuch am Boitiner Steintanz rundet die Exkursion ab.

Exkursionsleitung:
Torsten Doer und Hannes Weidermann
(Forstamt Schlemmin)

H09 - Zwischen Endmoräne und Moor: Wege zu mehr Wasserrückhalt in der Landschaft

In einem bunten Wald mit reichhaltigem und abwechslungsreichen Standortmosaik ist das Wirken von Wasser und Wasserrückhalt das prägende Element für die Biotopgestaltung. Der Mensch hat hier über Jahrhunderte regelnd und steuernd Veränderungen herbeigeführt. Heute versuchen wir durch renaturierte und intakte Moore den Wasserspeicher der Landschaft zu aktivieren, um dem Klimawandel entgegen zu wirken. Auf welche Hindernisse und Probleme man dabei in der Wirklichkeit und in der Verwaltungswelt stoßen kann, wird anhand von praktischen Beispielen gezeigt. Einblicke in die Landschaft und die lokale Siedlungsgeschichte vermitteln dabei ein umfassendes Bild der Region.

Exkursionsleitung:
Mathias Regenstein (Forstamt Schlemmin)

H10 - Der Wald von oben – Forschungskran Demmin

Die Bestimmung der Baumvitalität in Echtzeit zählt zu den aktuellen Forschungshighlights in der Forstwissenschaft. Inmitten Mecklenburg-Vorpommerns liegt eine Forschungsplattform, die genau dieses Thema untersucht: Ein 45 Meter hoher Kran im Wald bei Demmin, der verschiedenen Forschungsinstitutionen dazu dient, die physiologischen Prozesse und die Vitalität unserer Bäume besser zu verstehen. Das durch die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR) geförderte Forschungsprojekt „FeMoPhys“ untersucht seit 2022 intensiv die Baumkronen in einem gemischten Altbestand. Kernziel ist es, eine belastbare Brücke zwischen den modernen Möglichkeiten der forstlichen Fernerkundung und der Gehölzphysiologie zu schlagen. Der Kronenraum eines Altbaumbestandes aus Buche, Eiche, Lärche, Douglasie und Fichte ist über den Drehkran kontinuierlich zugänglich. Dadurch können Probennahmen und Messungen im Kronenraum vieler Baumindividuen dieser Arten bei unterschiedlichen Vitalitätszuständen präzise durchgeführt werden. Tauchen Sie mit uns ein in den neuesten Stand forstlicher Fernerkundung und lassen Sie sich überraschen von der Individualität von Bäumen und deren komplexen Stressstrategien. Zum Abschluss unserer Exkursion machen wir einen Abstecher zur nahegelegenen Fischerinsel Demmin, einem eindrucksvollen Nachbau eines mittelalterlichen Dorfes aus der Hansezeit, wo wir den Tag gesellig ausklingen lassen.

Exkursionsleitung:
Dr. Eric A. Thurm (Forstliches Versuchswesen)

H11 - Forstliche Wertschöpfung im Kleinprivatwald - Biodiversität und Ökonomie "Hand in Hand"

Bei dieser Exkursion widmen wir uns dem Thema, wie eine Anpassung des Kleinprivatwaldes an den Klimawandel erfolgen kann. Wir betrachten den erfolgreichen Umbau dreier Waldbilder unter der besonderen Herausforderung eutropher Standorte hin zu einem klimastabilen Wald mit 18 Baumarten. Der ursprüngliche Bestand aus Grauerle, Pappel und Sitkafichte wurde in einen Edellaubholzbestand mit führender Schwarz- und Hybridnuss umgewandelt. Wir diskutieren die Herausforderungen der Saat von Juglans und Carya-Arten in Verbindung mit Naturverjüngung sowie die Erfolge und Misserfolge im forstlichen Nussanbau und anderer alternativer Baumarten. Stets im Fokus haben wir die Wertschöpfung der Fläche sowie den innovativen Umgang mit den Engpass- und Erfolgsfaktoren „Finanzen“ und „Arbeitskapazität“. Dazu gehört die Einbeziehung von Freiwilligen (Internet), Sponsoren und Förderprogrammen.

Exkursionsleitung:
Michael Rost (Forstbetrieb Rost)

H12 ABGESAGT - Grüne Brücken: Innovative Ansätze für Biotopverbund und Moor- Klimaschutz der OSTSEESTIFTUNG

Teil 1: Zusammen mit der Gemeinde Gelbensande und den landwirtschaftlichen Pächtern wurden Feldhecken querend über landwirtschaftliche Nutzflächen so angelegt, dass sie einen funktionierenden Biotopverbund-Korridor zum restaurierten Wallbach bilden. Zudem wird geplant, benachbarte Kleingewässer im Acker als Trittsteinbiotope zu sanieren. Durch die gute Zusammenarbeit von Kommune, Landwirten und Projektträgern entstand 2023 inmitten der intensiv genutzten Landschaft ein wichtiges Biotopverbundsystem. Auch die Hansestadt Rostock stellt in der Region Flächen für Biotopverbundstrukturen zur Verfügung, so dass Korridore, Trittsteine und Kleinlebensräume für heimische Tiere und Pflanzen entstehen.

Teil 2: Zusammen mit der Gemeinde Fuhlendorf restauriert die OSTSEESTIFTUNG den ca. 100 Hektar großen Polder Fuhlendorf direkt am Bodden. Geplant ist der Rückbau von Deich und Schöpfwerk. Themen hier sind das Eigentums-Flächenmanagement, der Hochwasserschutz am Bodden, der Artenschutz sowie der Waldausgleich. Die Exkursionsteilnehmenden können vor Ort mit Projektbeteiligten ins Gespräch kommen; Planungsunterlagen, Karten und weitere interessante Unterlagen werden zur Verfügung stehen. Ziel ist es, den Erfahrungsaustausch zu befördern, zu hören, wie es in anderen Regionen Deutschlands gelingt, einen funktionsfähigen Biotopverbund in der Kulturlandschaft zu etablieren sowie Moore zu vernässen und welche Voraussetzungen nötig sind, um Erfolge bei der Errichtung artenreicher Landschaften in intensiv genutzten Regionen zu erzielen.

Exkursionsleitung:
Dr. Sabine Grube und Rasmus Klöpper (OSTSEESTIFTUNG | Naturschutzstiftung Deutsche Ostsee)

H13 - Nachhaltigkeit erleben: Exkursion zur Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe

Die Exkursion zur Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR) bietet spannende Einblicke in die Arbeit der Einrichtung. Die Teilnehmenden erfahren aus erster Hand, wie die FNR innovative Projekte unterstützt und fördert. Auf dem Programm steht neben einer kurzen Vorstellung der FNR ein Rundgang über das Gutsgelände, bei dem die Strohheizung, der Neubau und der gerade fertiggestellte Pferdestall besichtigt werden. Zum Abschluss lädt ein Spaziergang zum benachbarten Nebel ein, bei dem es interessante Einblicke in die Renaturierung der Umgebung gibt und Raum für den Austausch von Ideen und Fragen bleibt.

Exkursionsleitung:
Jürgen Heup (Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe)

H14 - Gateway to the World – Rostock's Port

Experience an exciting excursion through the port of Rostock! First, we welcome you to the ROSTOCK PORT conference center and give you a comprehensive overview of the history, infrastructure, and current developments of the port. This will be followed by a 45-60 minute harbor tour, during which we will explore the highlights of the overseas port and, weather permitting, give a presentation on environmental and nature conservation measures. Afterwards, we will take you on a tour of the EUROPORTS facility in the Papergate area (paper and forestry loading from Finland).

Excursion leader:
Maike Grunwald and Nele Gläser (Rostock Port GmbH)
 

H15 - Forstlicher Ausritt

Auf unserer Cavalan-Ranch reiten wir wie in Argentinien: Im Western-Stil querfeldein und für alle reiterlichen Level durch “Mecklenburg-Patagonien”! Mit unseren gut ausgebildeten sanftmütigen Pferden reiten wir über grüne Hügel, weite Weiden, Wiesen und Wälder Mecklenburgs - mitten durch die Natur, fast ohne Einschränkungen! Burkhard Stöcker bringt seine langjährige Expertise als Wildbiologe und Forstmann ein und gibt Ihnen spannende Einblicke in die Flora und Fauna der Region. Ob Anfänger oder erfahrene Reiter – dieser Ausritt ist perfekt für alle, die die Natur auf eine ganz besondere Weise erleben möchten. Genießen Sie die Ruhe des Waldes.

Hinweise: Das Tragen eines Reithelmes bei unseren Ausritten ist obligatorisch - wir haben Helme in verschiedenen Größen da, aber ihr könnt natürlich auch euren eigenen mitbringen. Weiterhin empfehlen wir festes Schuhwerk, am besten ohne flache Sohle (keine Wanderstiefel, da diese oft zu groß sind für die Steigbügel und man dadurch schnell stecken bleiben kann). Bei leichtem Regen finden unsere Ausritte statt, in diesem Fall bitte wetterfeste Kleidung mitbringen.

Exkursionsleitung:
Burkhard Stöcker (Fachjournalist und Wildtierfotograf)

H16 - Wustrow - Die verbotene Halbinsel: Flächenbewirtschaftung hinter verschlossenen Türen

1.000 Hektar hinter Gittern – die Halbinsel Wustrow eröffnet eine seltene Perspektive auf die Entwicklung einer Kulturlandschaft in den letzten 100 Jahren. Einst Flak-Artillerieschule der Nationalsozialisten, später sowjetische Truppenübungsplatz und Abhörstation, steht die Insel seit über 30 Jahren leer. Noch immer erzählen verfallene Kasernen und Infrastruktur von ihrer vielfältigen Geschichte, während sich die Suksession schrittweise überall entwickelt.Während einer Kremserfahrt erleben die Teilnehmenden den Spannungsbogen zwischen historischer Nutzung des einst besten Weizenstandortes in Mecklenburg und der heutigen naturräumlichen Entwicklung. Fachlich fundiert werden Maßnahmen im Naturschutz- und Landschaftsschutzgebiete, FFH- und SPA-Gebiet vorgestellt. Die Exkursion zeigt, wie Ausgleichsflächen, Artenschutzprojekte und extensiv bewirtschaftete halboffene Savannenlandschaften durch Rinder eine solche Halbinsel nutzbar machen.Die Exkursion verbindet historische Spurensuche mit praxisnahen Einblicken in die heutige Flächenbewirtschaftung und Naturschutzmaßnahmen – ein halbtägiges Erlebnis zwischen Geschichte, Meerblick und nachhaltiger Landschaftsentwicklung.

Exkursionsleitung:
Marius Hein (Entwicklungs-Companie-Wustrow

H17 - Zoo einmal anders

Erleben Sie eine exklusive Entdeckungsreise durch den Zoo Rostock, die Ihnen außergewöhnliche Einblicke in die faszinierende Welt des Polariums und seiner Bewohner eröffnet. Zu Beginn erwartet Sie eine kommentierte Fütterung unserer Pinguine. Ein lebendiges Schauspiel, bei dem Sie aus nächster Nähe miterleben, wie geschickt und charaktervoll diese eleganten Tiere agieren. Im Anschluss erhalten Sie einen selten gewährten Blick hinter die Kulissen der Eisbärenhaltung. Unsere Tierpfleger vermitteln fundierte Einblicke in das Management dieser beeindruckenden Tiere, ihre individuellen Charakterzüge sowie die besonderen Anforderungen moderner und tiergerechter Haltung. Darauf folgt die Entdeckungstour durch das Polarium mit seinen lebendigen Meereswelten. Hier begegnen Sie faszinierenden Unterwasserlebensräumen, die die Vielfalt der Meere eindrucksvoll wiederspiegeln. Nach einer kurzen Pause im „LuCafee“ haben Sie Gelegenheit zum Austausch mit unserer Kuratorin und unserem Kurator. Der exklusive Höhepunkt der Exkursion ist die Vorstellung unserer neuen Robbenanlage. Sie erfahren Wissenswertes über moderne Haltungskonzepte, Umweltanforderungen und die besondere Rolle dieser Anlage im Gesamtbild des Zoos. Abgerundet wird die Führung durch einen Ausflug in unsere großzügige Seevogelvoliere. Zwischen eleganten Flugmanövern und faszinierenden Küstenbewohnern erleben Sie hautnah, wie vielfältig und schützenswert die maritime Vogelwelt ist. Dieser Tag im Zoo Rostock bietet Ihnen einzigartige Momente und Perspektiven, ein exklusives Erlebnis im Herzen von Rostock.

Exkursionsleitung:
Daniela Lahn (Zoologischer Garten Rostock gGmbH)

H18 - Holz, Holzkohle und Teer - Tradition in der Rostocker Heide

Haben Sie schon einmal das Wort "Schausterpick" oder "Plättkohlen" gehört?

Wissen Sie, was das Wort "Kalfatern" bedeutet oder wozu man den "Braunteer" verwendet?

Ist Ihnen "Fagusan" oder "Teerseife" ein Begriff?

Aus welchem Holz wird Zeichenkohle hergestellt?

Dieses und sehr viel mehr können Sie auf dem Forst- und Köhlerhof Rostock-Wiethagen im wahrsten Sinne des Wortes erleben und erschnuppern. Seit 1837 gibt es die Teerschwelerei Wiethagen am Südrand der Rostocker Heide. Hier, in unmittelbarer Nähe des Forstamtes, befindet sich der einzige, noch bekannte und funktionstüchtige Teerschwelofen mit dem historischen Standort in Wiethagen. Nicht nur in Führungen, sondern anschaulich das alte Handwerk und vor allen Dingen, aus historischen Aspekten wahrzunehmen, ist unsere Herzensangelegenheit. So wird auch heute noch 4x im Jahr, auf traditionelle Weise, mit Laubholz aus der Rostocker Heide geköhlert. Aufwendig, aber gut zu sehen, zeigen wir das Leben der Köhlergesellen und geben Einblicke in die Geschichte Rostocks. Dabei eng verbunden ist die Tradition des Schiffbaues und die Nutzung einheimischer Hölzer. Bei uns taucht man in eine vergangene Zeit ein. Seit 2014 ist der Köhlerhof Wiethagen, Träger des immateriellen Kulturerbes für das „Köhlerhandwerk“ und agiert europaweit im Köhlerverband. Seit 2021 steht er zusätzlich mit seinem Skulpturenpfad, im Register guter Praxisbeispiele des immateriellen Kulturerbes, für die Vielfalt des Sagenerzählens in Mecklenburg-Vorpommern. In einem unserer 3 Pfaden, welche den Hof umgeben, beherbergen wir die einzige, in Europa bekannte Anlage mit Miniaturmodellen zur Holzverschwelung und damit, die urtümliche Herstellung von Teer, Pech, Pottasche, Pechöl und Holzkohle zu zeigen. Gerade ist ein neues Modell, der sogenannte „Rennofen“, zur historischen Herstellung von Eisen, entstanden. Ein wichtiger Schritt im Mittelalter für die Verwendung von Holzkohle und die Bedeutung des Köhlers in der Region. Daher laden wir Sie zu einer Hofführung, einer Skulpturenwanderung und in die Hofschmiede ein. Zum Abschluss heizen wir den Grill an.

Exkursionsleitung:
Dipl. Forsting. Michael Groitzsch, Dr. Regine Labrenz, Dr. Markus Schmidt und Uwe Ahlgrimm (Forst- und Köhlerhof Wiethagen e. V.)

H19 - Wald als Gesundheitsraum – Heilwald Bad Doberan

Am 30. Juli 2025 wurde der jüngste Heilwald in MV, in Bad Doberan im Waldgebiet Quellholz-Eikhäge eröffnet. 38 Hektar Natur pur–durch seine unmittelbare Nähe zum Moorbad Bad Doberan und zum Krankenhaus Bad Doberan ist dieser Wald für Therapiezwecke hervorragend geeignet. Eine Kneipp-Anlage, Balancier- und Kletterbereiche, Gang- und Bewegungsparcours und Ruhemöglichkeiten sind Therapiestationen in diesem wunderschönen Heilwald. Wir möchten Ihnen einen Einblick in die vielfältigen Möglichkeiten zur Nutzung des Waldes als Gesundheitsraum geben. Erfahren Sie selbst wie wohltuend der Wald wirkt! 

Exkursionsleitung:
Tomke de Vries (Landesforst MV – Waldservice und Energie GmbH)

H20 - Waldverjüngung im Blick: Wildwirkungsmonitoring als Managementinstrument

Welchen Einfluss hat Wild auf das Waldökosystem und auf die Verjüngung der nächsten Waldgeneration?

Das Wildwirkungsmonitoring in Mecklenburg-Vorpommern liefert hierfür eine wichtige fachliche Grundlage und dient als Managementinstrument zwischen Waldbau, Jagd, Besucherlenkung und Naturschutz. Im Rahmen dieser Exkursion wird das Wildwirkungsmonitoring mit seinen drei Säulen Datenaufnahme, Kommunikation und Kooperation vorgestellt. Bei einem gemeinsamen Besuch eines Waldstücks bei Bad Doberan und der Besichtigung eines Potentialgatters wird praxisnah gezeigt, wie Wildwirkungen erfasst, sichtbar gemacht und eingeordnet werden können. Ein besonderer Fokus liegt auf der Kommunikation:

Wie können Ergebnisse verständlich vermittelt und unterschiedliche Interessen konstruktiv zusammengebracht werden?

Vertreterinnen und Vertreter aus Forst und weiteren beteiligten Bereichen geben Impulse aus der Praxis. Neben einem anschaulichen Vortrag im Gelände bietet die Veranstaltung Raum für Diskussion, Austausch und Vernetzung unter den teilnehmenden Personen.

Exkursionsleitung:
Eva Klinke (Landesforst MV – Waldservice und Energie GmbH)

H21 ABGESAGT - Forstbaumschule Güstrow - Wo Forstpflanzen auf Mykorrhiza treffen

Forstbaumschule
Der Unternehmensverbund Forstbaumschule Güstrow vereint über 100 Jahre Expertise in der Produktion hochwertiger Forstpflanzen. Im Jahr 2025 feierten wir stolz unser hundertjähriges Bestehen – ein Meilenstein, der unsere Tradition, unseren Qualitätsanspruch und unsere Innovationskraft widerspiegelt.
Tradition
Während der Exkursion durch die Forstbaumschule Güstrow erhalten Sie einen umfassenden Einblick in unsere Arbeit. Auf einer geführten Rundtour stellen wir unsere Produktionsschritte und Dienstleistungen vor – von der Saatgutgewinnung über die sorgfältige Anzucht bis hin zur fertigen Kultur, die später Ihren Wald bereichert.
Innovation
In Zusammenarbeit mit der Universität Rostock wurde die Möglichkeit der Mykorrhizierung von Forstpflanzen im Produktionsprozess untersucht. Frau Prof. Dr. Christel Baum präsentiert die Ergebnisse und zeigt, welchen Mehrwert diese Pflanzen, insbesondere bei Erstaufforstungen, für Wachstum, Vitalität und Widerstandsfähigkeit der Bestände bieten. Wer im Anschluss die Wurzeln unserer Pflanzen gerne einmal unter einem Stereomikroskop auf Ektomykorrhizen untersuchen möchte, ist bei uns herzlich willkommen.

Exkursionsleitung:
Linda Leist, Thomas Boretzky (Forstbaumschule Güstrow Leist & Co. KG),
apl. Prof. Dr. agr. Habil. Christel Baum (Universität Rostock)

H22 - Forstpolitische Bootstour

Diese Exkursion verbindet während einer Rundfahrt mit dem Fahrgastschiff „Schnaterman“ (externe Gäste möglich) eindrucksvolle Naturerlebnisse mit spannenden Einblicken in die Waldlandschaft, Küstenökologie und nachhaltige Nutzung von Natur- und Wirtschaftsräumen in Rostock. Die Rundfahrt führt entlang der Naturschutzgebiete „Schnatermann“ und Radelsee, durch Teile der beeindruckenden Rostocker Heide sowie am Seehafen Rostock vorbei. Dabei eröffnet sich den Teilnehmenden ein vielseitiges Bild der Region, das weit über die industrielle Seite des Rostocker Hafens hinausgeht und die enge Verbindung von Naturraum, Forstwirtschaft und regionaler Entwicklung verdeutlicht.

Die Rostocker Heide gilt mit einer Fläche von rund 6000 Hektar als größter geschlossener Küstenwald Deutschlands. Ihre artenreiche Flora und Fauna sowie zahlreiche Ausflugsziele – darunter das Jagdschloss Gelbensande, der Köhlerhof Wiethagen und der Heidegasthof Schnatermann – machen das Gebiet zu einem bedeutenden Natur- und Erholungsraum.

Während der gesamten Fahrt erläutert der Kapitän verständlich und anschaulich die landschaftlichen Besonderheiten der Region. Außerdem begleitet Roger Kähler, Revierförster des Stadtforstamtes Rostock, die Exkursion. Er gibt vertiefende Einblicke in die forstpolitischen Rahmenbedingungen, die nachhaltige Bewirtschaftung der Rostocker Heide sowie aktuelle Herausforderungen und Strategien des regionalen Waldmanagements.

Exkursionsleitung:
Roger Kähler (Stadtforstamt Rostock, Hanse- und Universitätsstadt Rostock)

H23 - Oh schaurig ist´s im Moor … Moorrenaturierung und Tourismus im Spannungsfeld

Das Exkursionsgebiet liegt im 1700 Hektar großen Stadtwald von Ribnitz-Damgarten, direkt am Ostseestrand. In dem seit 1938 bestehendem Naturschutzgebiet mit seinem Regenmoor wurde in der Vergangenheit intensiv Torf gestochen. Die in den 1990'er Jahren stattgefundene Renaturierung verbesserte den Wasserhaushalt und ennöglichte gleichzeitig eine touristische Erschließung des Moores. Es treten aber auch Konflikte zwischen den Gesetzgebungen im Naturschutz- und Forstbereich auf. Durch ein über 25jahriges Monitoring sind umfangreiche Erkenntnisse für zukünftige erfolgreiche Renaturierungsmaßnahmen gewonnen worden. Zusätzliche Verbesserungen des Wasserhaushaltes können zur Zeit nur noch durch die Rücknahme des auf dem Torfkörper stockenden Waldes erreicht werden.

Exkursionsleitung:
Falk Fleischer (Stadtforst Ribnitz-Damgarten)

H24 - Digitalisierung zum Anfassen - so geht Forstmanagement heute

Unter dem Motto „Digitalisierung zum Anfassen – so geht Forstmanagement heute“ laden wir Sie ein, den Wald aus einer neuen Perspektive zu erleben. Bei unserem Waldtag begleiten wir den Weg des Baumes - von der Pflanzung bis zur Polteraufmessung – und zeigen, wie moderne Technologien jeden Schritt unterstützen können. Digitale Lösungen verändern die Forstwirtschaft – wir von palos zeigen Ihnen, wie das Ihren Forst-Alltag positiv beeinflusst. In einer praxisnahen Demonstration erleben Sie, welche vielfältigen Möglichkeiten unsere palos Plattform bietet: sowohl in der Webversion als auch über die mobile App direkt im Wald. Besonders hervorzuheben ist die aus treeva bewährte Speech-to-Text-Funktion, die nun auch in der palos App integriert ist. Damit wird die mobile Datenerfassung noch einfacher und effizienter.
Darüber hinaus demonstrieren wir die smarte Stichprobenaufnahme mit Arboreal, die eine deutlich schnellere und kosteneffizientere Erfassung ermöglicht als herkömmliche Verfahren. Abschließend werfen wir einen Blick auf FOVEA – eine innovative und in der Branche etablierte Lösung zur digitalen Holzvermessung, die den Weg von der Pflanze bis zum Sägewerk komplettiert. So lässt sich mit den Lösungen von palos die gesamte forstliche Prozesskette nahtlos abbilden – alles aus einer Hand. 
Freuen Sie sich auf eine Live-Vorführung, bei der Informationen direkt im Wald erfasst, sichtbar gemacht und in praxisnahe Entscheidungen umgesetzt werden - mit viel Raum für Fragen und Austausch mit unseren Forstexpert:innen von palos.

Exkursionsleitung:
Ina Wilken und Maximilian Knabben (palos DE GmbH), Marco Schaufuss (F.-O. Lürssen Baumschulen GmbH & Co KG)

H25 - Living monument – the arboretum of the Botanical Garden of the University of Rostock

The arboretum covers the entire 8-hectare garden area. Accompanying a natural stream meadow, it was laid out in 1936 and has since been designated a protected landscape. The tree population is characterized by a great diversity of species, ecological site conditions, and age stages. Some 90-year-old trees have developed into impressive, unique specimens. Some of them benefit immensely from the increasing summer heat, while others are reaching their limits, which one would not have expected before. In the warmest part of the garden, we also encounter some species that would not normally be expected to grow outdoors this far northeast, including the Australian red pine (Wollemia nobilis) and the Japanese medlar (Eriobotrya japonica). This garden shows that the invasiveness of neophytic species must be assessed very differently depending on the region.

Excursion leader:
Dr. Dethardt Götze (Universität Rostock)

Ganz- und Zweitagesexkursionen

Samstag 06. Juni 2026 und Sonntag 07. Juni 2026

G01 - 25 Jahre Nussanbau in der Mecklenburgischen Seenplatte - Ausrichtung eines Forstbetriebes im Klimawandel

Bei dieser Exkursion widmen wir uns dem Thema, wie eine Anpassung eines 220 ha großen Privatwaldes an den Klimawandel erfolgen kann. Wir teilen uns in zwei Gruppen („PKW + Anhänger“ sowie eine „Wandergruppe“), um uns in bis zu 18 Waldbildern einen Überblick über die Anpassungsmaßnahmen zu verschaffen. Uns erwartet eine Vielzahl an klimastabilen Baumarten, anerkannte Saatgutbestände, 25 Jahre Erfahrung im Anbau diverser Nussbäume (Juglans und Carya sowie Baumhasel) und ein tiefer Einblick die Thematik Saat vs. Pflanzung. Wertschöpfung im Privatwald geht in diesem Betrieb einher mit Wertästung, die eingehend diskutiert werden wird. Interessant sind ferner Mischungsformen, die Ihresgleichen bundesweit suchen – oder an was denken Sie, wenn Sie „Birne-Nuss“ hören? Wir wollen aber nicht nur „Höhen“, sondern auch „Tiefen“ zeigen, so dass kein Hochglanzformat entsteht. Die Schwierigkeiten bei der Umwandlung von Grenzstandorten, der waldbauliche Schwenk zum Dauerwaldmodell, die Herausforderungen der Arbeitskapazitäten. Zu Letzterem gehört die Einbeziehung der Familie, von Freunden und Freiwilligen (Internet), Sponsoren und die Nutzung von Förderprogrammen (z.B. Klimaangepasstes Waldmanagement).

Exkursionsleitung:
Michael Rost (Forstbetrieb Michael Rost) und Dr. Hans-Jochen Meyer-Ravenstein (Oberforstrat im Privatdienst a. D.)

G02 - Dem Klimawandel ein Stück voraus?

Das Forstamt Karbow steht, wie alle anderen Forstbetriebe auch, vor den Herausforderungen des Klimawandels. Ein Umbau der Waldbestände zu klimaangepassten Mischbeständen ist in den kommenden Jahrzehnten erklärtes Ziel. Im Jahre 2010 zog über das Revier Retzow der Sturm „Doris“. Innerhalb von 20 Minuten entstand eine Schadholzmenge von ca. 42.000 Festmeter, das entspricht dem durchschnittlichen Jahreseinschlag des gesamten Forstamtes. In den Folgejahren bot sich hiermit die unfreiwillige Chance für einen schnelleren Waldumbau hin zu klimaangepassten Wäldern auf ca. 250 Hektar. Das sich daraus ergebende Mosaik verschiedenster Baumarten bedarf nun der weiteren Entwicklungspflege mit der Herausforderung der Mischungsregulierung. Neben der umfangreichen Umbaufläche beherbergt das Revier Retzow auch das Naturschutzgebiet „Marienfließ“, welches unter anderem durch große Heideflächen geprägt ist. Durch fortlaufende Waldsukzession drohen diese zu bewalden. Hier müssen aufwendige naturschutzfachliche Pflegen für den Erhalt des FFH-Lebensraumtyps 4030 „Trockene europäische Heiden“ durchgeführt werden. Seit 2018 herrscht eine gravierende Fichtenborkenkäferkalamität in gesamt Deutschland, von der auch der Forstamtsbereich Karbow stark betroffen ist. Auf einer ehemaligen Fichtenfläche bot die Kalamität ebenso die schnellere, unvorhergesehene Möglichkeit des Waldumbaus. Bei der Wiederaufforstung der Fläche wurden verschiedene klimagepasste Baumarten in verschiedenen Verfahren und Mischungsformen gewählt. Im Land Mecklenburg-Vorpommern wird seit 2022 im Rahmen einer Landesinitiative umfangreiche Waldmehrung in Form von Erstaufforstungen durchgeführt. Dadurch sollen artenreiche, strukturreiche und klimaplastische Mischwälder geschaffen werden, die große Mengen CO² binden werden. Aus dieser Landesinitiative befinden sich ca. 130 Hektar im Forstamtsbereich. Davon liegen ca. 90 Hektar im Revier Kreien. Die größte Erstaufforstung im Revier Kreien umfasst eine Fläche von ca. 40 Hektar mit 17 verschiedenen Baumarten, die im Frühjahr 2023 angelegt wurde. Auf allen Flächen werden neben der klassischen Pflanzung der Zielbaumart auch Vorwaldflächen angelegt, auf denen im zweiten Schritt eine schattenverträgliche Baumart gepflanzt werden soll. Die Vorwaldflächen der ältesten Erstaufforstungen haben nun eine Höhe, bei der die Einbringung der Zielbaumart geprüft werden sollte. Die Baumartenspreite auf allen Flächen reicht bisher von klassischen Arten wie Trauben- oder Stieleiche bis hin zu selteneren Baumarten, beispielsweise Mehlbeere, Schwarz- und Walnuss. Neben den Bepflanzungen werden auch ökologische Gestaltungselemente auf den Nichtholzböden umgesetzt, wie zum Beispiel die Anlage von Streuobstwiesen, Blühflächen oder Wasserstellen.

Exkursionsleitung:
Dörthe Bokelmann (Forstamt Karbow)

G03 - Spannungsfeld Waldtourismus und Naturschutz: Die Ivenacker Eichen und eine forsthistorische Spurensuche im Panstorfer Wald

Im ersten Nationalen Naturmonument „Ivenacker Eichen“ stehen am Vormittag die Themen Hutewald, Biodiversität und Waldtourismus im Vordergrund. Wir befassen uns mit der historischen Nutzung der Eichen als Weidewald, ihren ökologischen Funktionen sowie den Herausforderungen, die sich aus der Besucherlenkung in einem sensiblen Naturschutzgebiet ergeben. Darüber hinaus bietet sich die Gelegenheit, die bis zu 1.000 Jahre alten monumentalen Stämme aus nächster Nähe zu erleben und mehr über die aktuellen Maßnahmen zur Erhaltung dieser Naturdenkmale zu erfahren. Der Nachmittag ist dem Wirken von Julius Ludwig Garthe gewidmet, der im Jahr 1822 in Remplin die erste private forstliche Lehranstalt in Mecklenburg-Vorpommern gegründet hat. Seine Ansätze zur modernen Forstausbildung, seine forstpolitischen Vorstellungen und sein Einfluss auf die Entwicklung einer nachhaltigen Waldwirtschaft werden dabei näher beleuchtet. Im Rahmen einer forsthistorischen Wanderung entdecken wir zudem bemerkenswerte dendrologische Besonderheiten der Umgebung und erhalten Einblicke in die waldbauliche Entwicklung des Gebietes. Abschließend erfahren wir, wie das Forstamt Stavenhagen seine Jagdstrategie in einem Dauerwaldrevier umsetzt – von der wildökologischen Planung über die Regulierung der Schalenwildbestände bis hin zu waldbaulichen Zielen wie Strukturreichtum und natürlicher Verjüngung.

Exkursionsleitung:
Ralf Hecker, Sybilla Hofmann und Lars Wiechmann (Forstamt Stavenhagen)

G04 - Mit dem Kanu zu den Wisenten: Exkursion in ein außergewöhnliches Schutzgebiet

Vor fast 70 Jahren wurde unweit der Ortschaft Jabel mit zwei polnischen Wisenten (Bos bonasus) ein anspruchsvolles Artenschutzprojekt ins Leben gerufen. Bei damals weltweit weniger als 300 Exemplaren dieser faszinierenden Wildart bestand das Hauptaugenmerk darin, die Art nicht gänzlich aussterben zu lassen. Knapp 20 Jahre später, 1975, wurde der ca. 300 ha große bewaldete Damerower Werder für die Wisente freigegeben. Am Landzugang wurden zwei Zuchtgehege eingerichtet und bis auf 8 km Uferlinie die Halbinsel eingezäunt. Mittlerweile hat sich die weltweite Population deutlich erholt: Auch mithilfe von Auswilderungsprojekten gibt es nun über 12.000 europäische Wisente, überwiegend in freier Wildbahn. Aktuell leben auf dem Werder 30 bis 40 Wisente in drei Herden. Die frei lebende Herde umfasst ca. 20 Tiere. Der Spannungsbogen des gesamten Projektes liegt dabei von Beginn an bei dem Anspruch, den Wald auf dem Werder trotz der Wisente in Bewirtschaftung zu halten. Auch das wird ein Thema der Exkursion sein. Die Exkursion startet vom Jugendwaldheim in Loppin. Auf dem Wasserweg geht es mit Kanus in Richtung Werder. Nach dem Anlanden wandern wir über den Werder, suchen nach Spuren historischer Wirtschaftsformen wie der Kiefernharzung zur Rohstoffgewinnung, diskutieren die Möglichkeiten und Grenzen eines ausgewogenen Nutz- und Schutzkonzeptes und hoffen natürlich, auch das eine oder andere Wisent in freier Wildbahn zu entdecken. Mittags gibt es ein Picknick zur Stärkung. Der Rückweg erfolgt wieder mit den Kanus zum Jugendwaldheim. 

Achtung: Bei Niedrigwasser im Kanal zwischen Loppiner und Jabelscher See oder schlechten Wetterbedingungen entfällt die Kanutour! Dann beginnt die Exkursion am Eingang des Reservates.

Exkursionsleitung:
Fred Zentner und Matthias Reit (Forstamt Nossentiner Heide)

G05 ABGESAGT - Ökokonten - finanzielles Zubrot in schwierigen Zeiten und das Insektenschutzprojekt InsHabNet

In dieser gemischten Ganztagesexkursion möchten wir ihnen zum einen Projekte aus dem Bereich der Umweltdienstleistungen und zum anderen das Insektenschutzprojekt InsHabNet – „Erarbeitung, Optimierung und Umsetzung von Strategien für durch Lebensraumfragmentierung gefährdete Insektenpopulationen mit Maßnahmen eines wirkungsvollen Biotopverbundes in und außerhalb von Wäldern“ vorstellen. Umweltdienstleistungen können für Forstbetriebe, neben dem klassischen Holzverkauf, durchaus eine interessante, zusätzliche Einnahmequelle darstellen. Hierfür kommen mehrere Modelle in Betracht, je nach dem auf welche Weise ein Eingriff in Natur, Landschaft oder Wald ausgeglichen werden kann. Erfolgt der Eingriff im Wald in Form einer Waldumwandlung (z.B. durch den Bau einer Straße), dann muss dieser Eingriff forstrechtlich kompensiert werden. Hierzu werden Waldpunkte sowohl für die in Anspruch genommene als auch für die vorgesehene Ausgleichsfläche berechnet. Der Ausgleich erfolgt dann durch eine entsprechend hergeleitete Neuwaldfläche. Naturschutzfachliche Eingriffe (z.B. beim Landschaftsbild durch den Bau von Windenergieanlagen) können durch Ökopunkte ausgeglichen werden. Diese können beispielsweise durch Entwicklung und Pflege besonders schützenswerter Biotope erlangt werden. Darüber hinaus sind Umweltdienstleistungen auch durch die Stilllegung von Waldflächen (oder im Bereich des Moorschutzes) möglich. Wir wollen an einem halben Tag bereits realisierte Umweltdienstleistungen aufsuchen und inhaltlich vorstellen. Daneben möchten wir gerne mit ihnen diskutieren in welchen Bereichen Umweltdienstleistungen für Forstbetriebe noch attraktiv sein können. In den Jahren 2019 bis 2024 wurden im Rahmen des vom BMEL geförderten Projektes InsHabNet in der Umgebung von Güstrow sehr umfangreiche insektenkundliche Forschungen durchgeführt. Außerdem erfolgten Umsetzungsmaßnahmen im Wald mit dem Ziel der Verbesserung der Lebenssituation von Insekten. Vorgestellt werden Forschungsschwerpunkte und ausgewählte Ergebnisse mit Schwerpunkt auf Bedeutung von Waldrändern und Waldwiesen, herausragende Einzelbäume in Wald und Offenlandschaft, Bedeutung von Straßenrändern und Leitungstrassen.

Exkursionsleitung:
Ralf Neuß (Forstamt Güstrow), Dr. Ingo Brunk und Susanne Poeppel (Landesforst MV)

G06 - Auf forsthistorischen Spuren in die Zukunft

In den Jahren 1923 und 1926 hat der „Verein Mecklenburger Forstwirte“ und der „Deutsche Forstverein“ jeweils eine Exkursion in das damalige Privatwaldrevier Wöpkendorf - heutiges Landeswaldrevier Kuhlrade – durchgeführt. Auf Grundlage der vorliegenden alten Exkursionsberichte sollen Teile dieser historischen Exkursionen wiederholt werden. Zusätzlich werden neue Waldbilder und Besonderheiten aus Kuhlrade vorgestellt. Dazu gehören Esskastanienanbau und das Erstaufforstungsprogramm. Bestandteil der Exkursion ist eine Kremserfahrt durch den Kuhlrader Wald.

Exkursionsleitung:
Robert-Marc Berger und Sebastian Schwarz (Forstamt Billenhagen)

G07 - Wo Wald auf Küste, Kultur und Holznutzung trifft

Wir beginnen den Tag mit einem zweistündigen Spaziergang über rund 3 km durch den „Gespensterwald“ bei Nienhagen entlang der Steilküste und zu dem Strand. Neben der wundervollen Landschaft beschäftigen wir uns hier mit den Thematiken Erholungswald, Tourismus und anderen, vielfältigen Nutzungen in den Küstenwäldern Mecklenburg-Vorpommerns. Danach verlagern wir unseren Standort zu den im Wald liegenden, seit 900 Jahren bewirtschafteten Hütter Klosterteichen. Auch der Wald ist hier seit rund 900 Jahren immer intensiv bewirtschaftet worden. Heute ist er ein beeindruckendes Zeugnis nachhaltiger Forstwirtschaft. Der Buchenwald ist NSG und Natura 2000 Gebiet und beherbergt das größte Vorkommen der Mopsfledermaus in Mecklenburg-Vorpommern. Vorgestellt wird während des zweistündigen Spaziergangs über rd. 2,3 km die Buchenwaldbewirtschaftung in der Landesforstanstalt Mecklenburg-Vorpommern unter besonderer Berücksichtigung der Habitatansprüche der Mopsfledermaus. Mitagessen und Erfrischungen können dann in der Gaststätte „Fischer Detlefsen“ in direkter Lage zu den Klosterteichen genossen werden. Danach fahren wir zu dem historischen Klostergelände von Bad Doberan und lernen dort bei einer etwa einstündigen Führung das weltbekannte „Doberaner Münster“, eine der schönsten und ältesten Kirchen im gesamten Ostseeraum, kennen. Über einen kleinen, halbstündigen Spaziergang durch Bad Doberan gelangen wir zur Haltestelle der Schmalspur-Dampfeisenbahn „Molli“ und reisen wie vor einhundertfünfzig Jahren üblich in das berühmte Seebad „Heiligendamm, der weißen Stadt am Meer“ dem heute noch historischen, ersten Seebad Deutschlands mit der ersten Pferderennbahn auf dem europäischen Kontinent. Hier besuchen wir mit einem ca. 1,6 km langen Spaziergang den „Kleinen Wohld“, der, touristisch hoch frequentiert auch häufig als Kulisse für Kunst, Kultur, Veranstaltungen und Werbung angefragt wird und erfahren, wie das Forstamt Bad Doberan mit diesen Anfragen umgeht. Ab 18.00 besteht dann die Möglichkeit ein wenig die Steilküste und den Strand und nach Lust und Laune auch ein Heiß- oder Kaltgetränk von der Bar, „Deck Heiligendamm“ ohne Programm zu genießen.

Exkursionsleitung:
Hartmut Pencz (Forstamt Bad Doberan)

G08 - Wald vom Reißbrett - Waldmehrung von 1850 - 2025

Die Wälder rund um Gädebehn verdanken ihr heutiges Aussehen vor allem den Pionierleistungen der forstlichen „Altvorderen“, die in sehr kurzer Zeit umfangreiche Ackeraufforstungen realisiert worden. Von besonderen Interesse dabei ist die Baumartenwahl, da bereits ab 1890 neben der damals üblichen Kiefer auf Sand- und der Fichte auf Lehmböden auch Stieleiche und Rotbuche auf Freiflächen verwendet wurden. Stabilität, Qualität und Wachstum der daraus entstandenen Bestände lassen keine Wünsche offen. Zur Bodenbearbeitung auf ebenen Flächen wurde mit den so genannten „Dampfpflügen“ modernste Technik eingesetzt. Viele der damals begründeten „Neuwälder“ befinden sich bereits seit einiger Zeit im „Umbau“ in Richtung strukturreicher Mischwälder, sei es durch klassischen Unter- oder Voranbau, vor allem aber durch gezielte Pflege und der Steuerung der Naturverjüngung. Aber auch Erstaufforstungen aus jüngerer Zeit liegen im Exkursionsgebiet. Hier kann über Anlass, Finanzierung, Baumartenwahl, Mischung und Pflanzdichte eifrig diskutiert werden. Während einer ca. 6 km langen Wanderung durch das Revier Gädebehn werden anhand vielfältiger Waldbilder zunächst die wichtigsten Aspekte der verschiedenen Perioden der Neuwaldbildung und deren Ergebnisse erläutert. Naturräumliche, historische und naturschutzfachliche Erläuterungen zum Gebiet runden die Exkursion ab. Eine kurze Rast wird in der Ortschaft Gädebehn an der vielleicht kleinsten gewerblichen Brauerei Mecklenburg-Vorpommerns eingelegt. Für eine kurze Verkostung verschiedener eigener Kreationen wird genügend Zeit sein. Weiter geht es dann zu Fuß durch das Warnowdurchbruchstal zum Gelände des Forstamtes Gädebehn. Hier wird ein Mittagsimbiss gereicht. Vom Forstamt Gädebehn aus werden mit dem Bus die stattlichen Riesenmammutbäume „Adam und Eva“ angesteuert. Diese stehen wenige Kilometer nördlich im Privatforst Kölpin und sind Bestandteil eines „ehemaligen Pflanzgartens“, der zum Beginn der ersten Aufforstungsperiode angelegt wurde. Beendet wird die Exkursion nach einer weiteren Busfahrt in Kobrow, wo eine Führung durch das Mecklenburger Kutschenmuseum organisiert ist. 

Exkursionsleitung:
Ingo Nadler (Forstamt Gädebehn)

G09 - Vorbeugender Waldbrandschutz in der praktischen Umsetzung

Die „Griese Gegend“ am Rande des Elbe-Urstromtals im Südwesten von Mecklenburg-Vorpommern ist von weitläufigen Kiefernwäldern auf zumeist nährstoffarmen Tal- und Dünensanden geprägt. Bis heute dominieren vielerorts gleichaltrige und überwiegend strukturarme Reinbestände mit hoher potentieller Brandgefahr in den jüngeren Wuchsklassen. Aufgrund von Kampfmittelbelastungen sind die Möglichkeiten zur unmittelbaren Brandbekämpfung zudem häufig stark eingeschränkt. Mit der Zunahme von ausgedehnten Dürreperioden während der Sommermonate, wie sie insbesondere in den Jahren 2018 bis 2022 beobachtet werden konnten, steigt daher das Risiko für großflächige Waldbrände in der Region. Die daraus resultierenden Gefahren für zivile Infrastrukturen können anhand des Großbrandes auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz bei Lübtheen im Jahr 2019 abgeschätzt werden, wo mehrere Ortschaften über Tage evakuiert werden mussten und annähernd 950 Hektar Waldfläche verbrannten. Im Rahmen der Exkursion sollen anhand praktischer Beispiele waldstrukturelle und technische Maßnahmen zur Verbesserung des Waldbrandschutzes vorgestellt und diskutiert werden. Der erste Exkursionsteil führt in das Forstamt Kaliß, wo mit dem von der FNR aus Mitteln des Waldklimafonds geförderten THOR-Projekt verschiedene Elemente wie Schutzstreifen und Löschwassersysteme zum Aufbau eines langfristig wirksamen Waldbrandriegels beispielhaft etabliert worden sind. Der zweite Exkursionsteil führt auf die Naturerbefläche „Lübtheener Heide“ einige Jahre nach dem dortigen Großbrand. Vorgestellt werden hier zunächst die nach dem Brand neu angelegten Elemente des Waldbrandschutzkonzepts. Zudem sollen am Beispiel einiger Bestandesbilder die natürlichen Prozesse der Vegetationsentwicklung nach dem Brandgeschehen veranschaulicht werden. Zum Abschluss bietet sich am „Teehaus“ ein Blick auf eine der weitläufigsten Binnendünenlandschaften in Mitteleuropa. 

Exkursionsleitung:
Jörg Schröder (Forstamt Kaliß), Philipp Heckmann (Bundesforstbetrieb Trave)

G10 - Von Urwaldinseln und Feuchtgebieten - Entdeckungsreise zu Rauh-Werder und dem Ramsar- Gebiet Krakower Obersee

Diese Exkursion bietet Ihnen faszinierende Einblicke in die Jungpleistozäne Landschaftsgeschichte und die Entwicklung der Region rund um den Krakower See. Am Parkplatz am Möwenweg starten wir mit einem kurzen Fußweg zum Aussichtsturm auf dem Jörnberg. Hier genießen wir einen atemberaubenden Blick über die Umgebung und erhalten eine erste Einführung in die geologische und landschaftliche Entwicklung der Region. Der Jörnberg, ein Relikt der letzten Eiszeit, bietet uns den idealen Ausblick auf das Nebeltal und die umliegenden Seen. Nach der Aussichtstour fahren wir weiter ins Nebel-Durchbruchstal, einem geologisch faszinierenden Bereich, der durch die Schmelzwässer der letzten Eiszeit entstanden ist. Wir parken an der Wassermühle Kuchelmiß und starten eine Rundwanderung durch das Tal. Dabei werden wir die Entstehung der Seen und Täler im Gebiet kennenlernen und in die Geschichte der Landnutzung seit der Bronzezeit eintauchen. Nach der Mittagspause setzen wir unsere Entdeckungstour fort und fahren nach Dobbin-Walkmöhl, einem Ort, der für seine historische Teichwirtschaft bekannt ist. Hier erfahren wir mehr über die Nutzung von Teichen und Gewässern in der Region und deren Bedeutung für die Natur und Landnutzung. Mit vier Booten setzen wir über den Krakower Obersee zum Rauh-Werder, einer Insel im See, die als Naturschutzgebiet und historischer Waldstandort von besonderer Bedeutung ist. Hier erfahren wir mehr über die Waldgeschichte des Gebiets und die Schutzgebietsgeschichte rund um den Krakower Obersee. Nach der Überfahrt zum Großen Werder unternehmen wir eine Wanderung über die Insel. Wir erfahren Interessantes zur Nutzungsgeschichte, der Extensivbeweidung und der Bedeutung der Insel als Brutgebiet für Lachmöwen. Während unserer Wanderung erreichen wir die Naturschutzstation, wo wir bei einem gemütlichen Post-Kolloquium die Eindrücke des Tages gemeinsam auswerten und vertiefen können.

Exkursionsleitung:
Uwe Gehlhar (Landesforst MV – Betriebsteil Forstliches Versuchswesen)
Dr. Sebastian Lorenz (Universität Greifswald)

G11 - Ein Wandel mit Widerständen - vom Altersklassenwald zum Dauerwald

Auf einem ca. 3 bis 4 Kilometer langen Rundweg werden unterschiedliche Mischbestände durchwandert. Überwiegend handelt es sich dabei um Baumbestände im mittleren bis starken Baumholz, welche in den letzten 25 Jahren unter dem Gesichtspunkt der Dauerwaldidee bewirtschaftet wurden. Die notwendigen Daten der jeweiligen Einrichtung sowie einer Kontrollstichprobe als auch die vorgenommenen Nutzungen liegen vor. Zu sehen sind ferner gemischte, natürliche u. künstliche Verjüngungen mit dem Ziel, stabile, artenreiche Baumbestände zu erziehen. Dabei lassen sich aktuelle Themen wie fremdländische Baumarten, Schutzgebietsverordnungen und klimaangepasste Waldförderung besprechen. Sichtbar wird im Wald der Dauerwaldstiftung der erhebliche Einfluss aller hier heimischen Hochwildarten und die daraus resultierenden waldbaulichen Konsequenzen. Ferner wird das Thema Wasserhaushalt eingehend besprochen und an praktischen Beispielen demonstriert. 
Auf Wunsch kann ein Waldmoor {Naturschutzgebiet} besichtigt werden (10 Minuten Fahrzeit), welches noch eine Reihe von seltenen Arten noch beherbergt, wie Sonnentau, Sumpfporst u. vieles mehr. Dabei können die Fragen der Waldbewirtschaftung innerhalb des NSG in den Fokus genommen werden kann. Bei den unterschiedlichen Waldbildern soll der Versuch unternommen werden, die unterschiedlichen Sichtweisen gesellschaftlicher Gruppen auf das Waldökosystem im Hinblick auf den Waldschutz und dessen Nutzung deutlich werden zu lassen. 
Auf einem ca. 3 bis 4 Kilometer langen Rundweg werden unterschiedliche Mischbestände durchwandert. Überwiegend handelt es sich dabei um Baumbestände im mittleren bis starken Baumholz, welche in den letzten 25 Jahren unter dem Gesichtspunkt der Dauerwaldidee bewirtschaftet wurden. Die notwendigen Daten der jeweiligen Einrichtung sowie einer Kontrollstichprobe als auch die vorgenommenen Nutzungen liegen vor. Zu sehen sind ferner gemischte, natürliche u. künstliche Verjüngungen mit dem Ziel, stabile, artenreiche Baumbestände zu erziehen. Dabei lassen sich aktuelle Themen wie fremdländische Baumarten, Schutzgebietsverordnungen und klimaangepasste Waldförderung besprechen. Sichtbar wird im Wald der Dauerwaldstiftung der erhebliche Einfluss aller hier heimischen Hochwildarten und die daraus resultierenden waldbaulichen Konsequenzen. Ferner wird das Thema Wasserhaushalt eingehend besprochen und an praktischen Beispielen demonstriert. 
Auf Wunsch kann ein Waldmoor {Naturschutzgebiet} besichtigt werden (10 Minuten Fahrzeit), welches noch eine Reihe von seltenen Arten noch beherbergt, wie Sonnentau, Sumpfporst u. vieles mehr. Dabei können die Fragen der Waldbewirtschaftung innerhalb des NSG in den Fokus genommen werden kann. Bei den unterschiedlichen Waldbildern soll der Versuch unternommen werden, die unterschiedlichen Sichtweisen gesellschaftlicher Gruppen auf das Waldökosystem im Hinblick auf den Waldschutz und dessen Nutzung deutlich werden zu lassen. 

Exkursionsleitung:
Eckhard Wenzlaff, Klaus Frischling und Maximilian Kuh (Dauerwald Stiftung in Pommern)

G12 - Wald ohne Wasser und Küste, der Süden Mecklenburgs

Der Süden Mecklenburgs mit den letzten Ausläufern der landestypischen Endmoränenlandschaft lädt Sie mit zwei Schwerpunkten ein:
Die berühmten Douglasien des Stadtwaldes Parchim - Generationen von Forststudenten haben diese als das Anschauungsobjekt zur Douglasien-Wirtschaft kennen gelernt. Ein Blick auf die Geschichte des Douglasien-Anbaus unter Berücksichtigung der örtlichen Besonderheiten sowie der Erfahrungsaustausch über die Bewirtschaftung und die aktuellen Probleme dieser Baumart, stehen im Mittelpunkt des Vormittags. Dabei streift die Exkursion verschiedene, vor allem auch durch die Buche geprägte, interessante Waldbilder.
Der Leiter der Stadtforstverwaltung Parchim, Oberförster Danilo Klaus, steht mit den Revierverantwortlichen zu dem kommunalen Forstbetrieb der Stadt Parchim Rede und Antwort.
Nach der Mittagspause geht es zum nahe gelegenen Privatforstbetrieb Ritter v. Kempski in Stresendorf.
Der Betrieb wurde in der zweiten Hälfte der neunziger Jahre im Rahmen der Privatisierung des Treuhandvermögens als Erwerbsforstbetrieb gegründet.
Wie sich die Situation 30 Jahre später darstellt, ist nicht nur forstlich eine kleine Zeitreise. Hubertus Ritter v. Kempski kann mit mancher Anekdote das menschliche und forstliche Zusammenwachsen schildern. Dies erfolgt an Hand von Waldbildern in Stresendorf.

Exkursionsleitung:
Hubertus Ritter v. Kempski (Forstbetrieb Ritter v. Kempski), Danilo Klaus (Stadtforst Parchim)

G13 - Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft – ein Streifzug durch Geschichte und Gegenwart

Die Exkursion beginnt mit einer kurzen Fahrt vom Parkplatz in Prerow zum Ottosee mit der Darßbahn. Hier, wo vor Kurzem noch im Nothafen Schiffe Schutz suchten, tummeln sich jetzt zahlreiche Wasservögel, darunter mache Rarität, wie Zwergtaucher oder der Große Brachvogel. Eindrucksvoll lässt sich hier die Hafengeschichte von der Nutzung als Militärhafen bis zur Renaturierung erzählen. Von dort startet die 13 km lange, anspruchsvolle Wanderung durch die Kernzone, wo die Natur sich in ihrer ursprünglichsten Form zeigt. Der Blick auf den Darßer Ort und den majestätischen Leuchtturm bietet nicht nur einen malerischen Ausblick, sondern auch einen tiefen Einblick in die Küstendynamik. 
Am Natureum Darßer Ort gibt es eine kurze Pause. Hier besteht die Möglichkeit das Museum zu besuchen, den Leuchtturm zu besteigen, einen Kaffee zu trinken oder einfach am Weststrand zu entspannen.
Der Rückweg führt über den Leuchtturmweg nach Prerow. An der ehemaligen Küstenlinie von 1696 zeigen sich eindrucksvolle Kiefernwälder der ersten Generation auf den von der Ostsee geformten Dünen und magische Erlenbrüche in den Dünentälern. Wald- und Forstgeschichte sind hier eng verzahnt und unmittelbar zu erleben.  
Vom Parkplatz in Prerow geht es mit der Darßbahn zur längsten Seebrücke im Ostseeraum, an deren Kopf der Inselhafen Prerow liegt. Mit dem Blick vom Hafengebäude gibt es interessante Fakten zum Bau und Betrieb durch das Nationalparkamt zu erfahren. In Prerow wartet dann der Bus zur Rückfahrt nach Rostock.

Exkursionsleitung:
Annette Beil (Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft)

G14 - SkandINAVIGATE – Modern forestry strategies in the Baltic Sea region

Experience Scandinavian forestry where it happens: in Denmark – just a short ferry ride away, we will explore and discuss not only Danish but Scandinavian forest management as a whole. Together with specially invited colleagues from Denmark and Sweden, we will explore the forests of Gut Corselitze directly on the Baltic coast, visit the local forestry museum and the historic park. On site, we will engage in discussions, exchange experiences, and learn from each other about how Scandinavian operations combine economic efficiency with long-term forest stability. We will discuss large-scale final felling, Denmark’s goal to increase forest area by another 10% of the national territory, and the close integration of forestry and the wood industry. Insights from the European Forestry Network connect practical experience, research, and strategic perspectives. 

*The price also includes the buffet on the return ferry trip.

Excursion leader:
Malte Campsheide

G15 - Wald und wilde Küste - die Rostocker Heide im Wandel

Die Exkursion führt uns in eines der letzten großen und geschlossenen Waldgebiete an der deutschen Ostseeküste – die Rostocker Heide. Seit Jahrhunderten ist dieser Wald eng mit Geschichte und Entwicklung der Hanse- und Universitätsstadt Rostock verbunden und noch länger geprägt vom zeitlosen Kampf zwischen Meer und Wald. Hier in der Rostocker Heide sieht und spürt man die direkten Auswirkungen der natürlichen Prozesse und der menschlichen Einflüsse, die diesen Wald zu dem gemacht haben, wie wir ihn heute erleben können. Nach zünftigen Frühstück im Wald werden wir auf einigen Spuren der Exkursion von 1926 unterwegs sein, aber auch Orte besuchen, an denen der Wald ins Meer fällt, wo die Küste sich permanent verändert und immer wieder andere Bilder auch für den Wald hervorbringt. Wir werden die vielfältigen Nutzungsansprüche an den Stadtwald mit historischen und aktuellen Aspekten im Spannungsfeld von Naturschutz, Tourismus, Holznutzung und Waldumbau darstellen und diskutieren. Wir werden die eigenständige Verantwortung des Stadtforstamtes für all diese Bereiche als Umweltdienstleistung für die Rostocker Bürger und ihrer Gäste zeigen- gern auch als Gegenstück für zu viele (unterschiedliche) Zuständigkeiten im Wald. Die aktive Mitwirkung von Stadtgesellschaft, Stadtverwaltung und Stadtpolitik   für „ihren“ eigenen Wald wird ebenfalls ein wesentliches Thema auf der Strecke sein. Neben den Waldflächen an und hinter der Küste werden wir die Exkursion im Zentrum der Rostocker Heide auf eine kleine „Zeitreise“ einladen, um die Auswirkungen der Renaturierungen ehemaliger Militärflächen vorzustellen. Schießplätze, Kasernenanlagen, Feuerstellungen und Sperranlagen sind seit über einem Vierteljahrhundert Geschichte und die daraus entstandenen Waldflächen ein deutliches Zeichen kommunaler Verantwortung für den eigenen Wald. Die eine oder andere Überraschung zu forstlichen Themen schließen wir (je nach Zeit) an, bevor wir zum Abschluss der Exkursion in guter Rostocker Tradition die Eindrücke aus der Rostocker Heide bei Grill und Getränken auf dem Forst- und Köhlerhof in Wiethagen ausklingen lassen.

Exkursionsleitung:
Jörg Harmuth (Stadtforstamt Rostock, Hanse- und Universitätsstadt Rostock)

G16 ABGESAGT - Vom Samen bis zum Zukunftswald – Samendarre Jatznick und Bundesforstbetrieb Vorpommern Strelitz

Die forstliche Samendarre Jatznick steht seit 1923 für Kontinuität und Zuverlässigkeit in der Versorgung mit forstlichem Vermehrungsgut für die Forstbetriebe der Vergangenheit und Gegenwart. Die Gewinnung von qualitativ hochwertigen Saatgut und dessen Herkunftsicherheit können zur Sicherung der Aufgaben des Waldes beitragen und eine Daseinsvorsorge leisten. Erleben Sie mit uns die Reinigung, Lagerung und Vermarktung der verschiedensten Saatgüter für den Erhalt unseres Waldes und finden Sie detailliert Einblick in unsere Aufbereitungs- und Produktionswege bis zum auslieferungsfähigen Samenkorn.

Die Bundesforst betreut Deutschlandweit in 17 Bundesforstbetrieben rund 370.000 ha Bundeswald. Im Bundeswald müssen die Herausforderungen, die der Klimawandel mit sich bringt, und die Anforderungen der überwiegend militärischen Nutzer in Einklang gebracht werden. Zu den Anforderungen zählen beispielsweise der Brand-, Lärm-, Sicht- und Staubschutz sowie die Kulissenfunktion für realitätsnahe Übungen der Streitkräfte. Der Klimawandel stellt die Anpassungsfähigkeit unserer Baumarten auf die Probe. Mit der Zeitenwende ist die Landes- und Bündnisverteidigung als Kernaufgabe wieder in den Fokus gerückt. Die Bundesforst und die Nordwestdeutsche Forstliche Versuchsanstalt in Göttingen haben 2021 dazu eine Projektpartnerschaft für den „Klimaplastischen Bundeswald“ geschlossen. Ziel war es, eine fundierte Entscheidungshilfe für eine klimaangepasste Baumartenwahl, Bestandespflege und Waldentwicklung zu erstellen. Im Ergebnis sind u.a. 34 Waldentwicklungstypen erstellt worden: Diese unterschiedlichen Mischwaldtypen tragen den Veränderungen durch den Klimawandel bei Baumartenwahl und gleichzeitig den speziellen Rahmenbedingungen bei Bundesforst Rechnung. Im Rahmen der Exkursion auf den Truppenübungsplatz Jägerbrück werden Anlass und Ziele des Projektes, die Entscheidungsgrundlagen, Potenzialabschätzungen der Baumarten und ausgewählte Waldentwicklungstypen für standortgerechte Mischbestände vorgestellt.

Exkursionsleitung:
Gunther Baumung (Samendarre Jatznick),
Dr. Thomas Gottlob (Bundesforstbetrieb Vorpommern Strelitz)

G17 - Der Wald mit nassen Füßen - Waldbau auf mineralischen Nassstandorten

Rund ein Drittel der Waldfläche in Mecklenburg-Vorpommern besteht aus Nassstandorten. Der Waldbau auf diesen Flächen ist ökologisch hochsensibel und ökonomisch anspruchsvoll. Schwankende Wasserspiegel, schwierige Holzernteverfahren und die hohe Artenvielfalt machen die Bewirtschaftung dieser Gebiete zu einer kontinuierlichen Herausforderung. Dennoch gewinnen diese Standorte in Zeiten des Klimawandels zunehmend an Bedeutung. Sie versprechen aufgrund ihrer gesicherten Wasserversorgung auch bei steigenden Temperaturen eine erhöhte Stabilität und könnten damit ein Rückgrat der forstlichen Produktion in der Region bilden. Wir nehmen Sie mit zu einer ganztägigen Exkursion in den Großraum Stralsund, bei der wir uns diverse aktuelle Forschungsprojekte auf Nassstandorten ansehen. An diesem Tag erhalten Sie einen fundierten Einblick in eine riesige Palette an Baumarten und deren Potenziale für die Zukunft. Wir besuchen forstliche Versuchsflächen, auf denen Sie seltene Mischungen wie Stieleiche, Schwarznuss und Japanische Lärche sehen werden. Darüber hinaus besichtigen wir forstliche Großversuche mit Flatterulme und Bergahorn sowie innovative Anbauten von Lindenblättriger Birke oder Echter Sumpfzypresse. Zwei Highlights auf der Route sind eine Forschungsfläche mit resistenter Esche (FNR-Projekt „ResEsche“) und ein Mischbestands-Marteloskop (FNR-Projekt „HydroForMix“). Innerhalb kurzer Zeit reisen wir durch ein Potpourri an forstlichen Versuchen und Baumartenkombinationen. Am Nachmittag lassen wir den intensiven Fachaustausch in einem charmanten Pfarrdorf der Backstein-Gotik Starkow entspannt ausklingen. Nutzen Sie diese Gelegenheit für einen tiefen Einblick in die zukunftsorientierte Waldbewirtschaftung unter nassen Bedingungen.

Exkursionsleitung:
Dr. Eric A. Thurm (Landesforst MV – Betriebsteil Forstliches Versuchswesen)

G18 ABGESAGT - Vom Schadereignis zur Chance – Wiederbewaldung in der Praxis

Wie geht es weiter nach dem Totalausfall eines Fichtenbestandes?

Diese Exkursion führt in den Forstbetrieb Priborn eGbR der Familie Ahrendt im Süden der Mecklenburgischen Seenplatte. Der rund 861 ha große Betrieb wird seit fast 25 Jahren aufgebaut und generationenübergreifend nachhaltig bewirtschaftet. Auf sandigen Standorten mit Moor- und Seenanteilen stehen heute vor allem Kiefer und Erle, ergänzt durch Laub- und Nadelmischbaumarten. Ausgangspunkt der Exkursion ist ein 48-jähriger Fichtenbestand, der durch Borkenkäfer vollständig verloren ging. Vor Ort werden vier Wege der Bestandesbegründung vorgestellt und diskutiert: Pflanzung mit Naturverjüngung, Lärchenpflanzung, Übernahme reiner Naturverjüngung, Kahlhieb mit GAK-Förderung. Im Fokus stehen die waldbaulichen Chancen, Risiken und die Kosten der einzelnen Varianten. Ziel ist es, praxisnah zu zeigen, welche Strategien nach Kalamitäten sinnvoll, stabil und wirtschaftlich tragfähig sind.

Exkursionsleitung:
Dierk Meyer (FBG Morizaner w.V.)

Z01 - Forstwirtschaft in Stettin - Austausch mit polnischen Kolleginnen und Kollegen in den Küstenwäldern der Stadt

Seit mehr als 40 Jahren pflegt der Deutsche Forstverein einen engen Austausch mit seinen polnischen Kolleginnen und Kollegen. Nun wollen wir die räumliche Nähe nutzen und die Generaldirektion in Stettin auf einer zweitägigen Exkursion erkunden. Hier treffen Wälder auf Wasser, Tourismus und den Klimawandel. Gemeinsam mit polnischen Forstleuten diskutieren wir, wie sie das Gleichgewicht zwischen Nutzung, Schutz und Erholung gestalten, erhalten Einblicke in die lokale Forstwirtschaft und erleben die vielfältigen Wälder der Region. Das Programm umfasst zudem kulturelle und historische Highlights der Region. Die Teilnehmenden können sich auf spannende Gespräche, praxisnahe Einblicke und einen Koffer voller Ideen und Inspiration für ihre tägliche Arbeit freuen.

Exkursionsleitung:
Maciej Szabla (Staatliche Forstverwaltung Polen)

Z02 - Rügen - abseits der Touristenpfade

Die zweitägige Exkursion auf Rügen verbindet nachhaltige Forstwirtschaft mit Prozessschutz im Nationalpark.


Tag 1 führt abseits der Touristenpfade zu Praxisbeispielen moderner Waldbewirtschaftung. Start ist im Garzer Stadtwald mit einer 37 ha großen Ackeraufforstung, die ökologische Sukzession, Pflanzflächen, neue Gewässer und Erholungsangebote kombiniert. Neben Naturschutz entstehen soziale und wirtschaftliche Werte durch Ökopunkte. Es folgt ein Waldumbauversuch im Privatwald mit klimaangepassten, fremdländischen Baumarten auf ca. 3 ha – Zerreiche, Orientalische Platane, Rotahorn, Libanonceder, Baumhasel, Sumpfzypresse und Schwarznuss. Am Grümbketurm bei Neuenkirchen genießen die Teilnehmenden Ausblicke über die Boddenlandschaft und eine kleine Weinverkostung aus Trauben gewachsen auf der Insel Rügen. Den Abschluss bildet ein historisch orientierter Nieder- und Mittelwald bei Dreschvitz mit den Baumarten Roterle, Flatterulme, Salweide, Zitterpappel, Robinie, Schwarzpappel, Roteiche, Stieleiche, Hainbuche und Linde. Der Wald verbindet Naturschutz und Nutzung. Die Fläche wird rotierend bewirtschaftet, wissenschaftlich begleitet und über Ökopunkte refinanziert. 

Tag 2 widmet sich dem Nationalpark Jasmund. Seit 1990 steht hier Prozessschutz im Fokus, mit dem Ziel einer möglichst unbeeinflussten Wildnis. Die Exkursion startet am Königsstuhl und führt zur Victoriasicht. Mit mehreren Plattformen an der Kliffkante hat der Besucher hier einen guten Einblick in die seit Jahrhunderten ungenutzten Hangwäldern und über die eindrucksvollen Kreideklippen in der Stubbenkammer. Auf dem Hochuferweg Richtung Sassnitz werden eiszeitliche Geländeformen und deren Einfluss auf den Wald sichtbar. Höhepunkte sind spektakuläre Ausblicke auf das Kreidekliff, das UNESCO-Welterbeforum (kurzer Halt mit Imbiss) sowie das renaturierte Rognick-Moor direkt neben dem Weg. Die Tour endet am Nationalparkparkplatz bei Sassnitz.

Exkursionsleitung: Ricarda Pries und Cornell Kuithan (Forstamt Rügen) und Rico Markmann (Nationalpark Jasmund)