Thüringer Forstverein e.V.

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TFV: Tagung in Eisenach zur Forstwirtschaft in urbanen Räumen

Tagung im stimmungsvollen Wappensaal des Wartburg-Hotels. Foto: A. Niepagen

Zu der gemeinsam vom TFV und der ANW Thüringen ausgerichteten Tagung zum Thema „Urbane Forstwirtschaft – von Gottlob König bis heute“ am 28. September 2018 auf der Wartburg bei Eisenach konnten die Veranstalter über 70 Teilnehmer begrüßen. Den sehr interessanten Vorträgen am Vormittag schlossen sich zwei Exkursionen zu den geschichtlichen, forstlichen und touristischen Aspekten der Wälder rund um Eisenach an.

Der Vorsitzende des TFV Hagen Dargel führte in das Thema ein. Er hob hervor, dass schon Gottlob König vor 180 Jahren die Besucher des Waldes in seine Konzepte einbezogen habe. Die Oberbürgermeisterin der gastgebenden Stadt Eisenach Katja Wolf dankte in ihrem Grußwort für die „ausgezeichnete Zusammenarbeit mit den Forstleuten“. Die Kraft des Waldes könne man von der Wartburg mit den Augen aufsaugen.

Der Vorsitzende der Eisenacher Goethegesellschaft Gerhard Lorenz zeichnete bild- und zitatreich die Entwicklung der Wälder um Eise­nach seit dem 18. Jahrhundert von damals ruinierten Wäldern und Almenlandschaften bis zu heute vorratsreichen Beständen mit Sichtachsen und Aussichtspunkten nach. Ein besonderes Highlight ist die schon durch Gottlob König erschlossene Drachenschlucht. Matthias Wirlacher, Banker und Vorsitzender des SDW, führte aus, dass Wald zwar eine ökonomische Komponente habe, aber auch eine emotionale Wertschöpfung generiere. Trotzdem müsse beim Wald die Rendite aus der laufenden Bewirtschaftung kommen. Ansprüche der Gesellschaft reduzieren die Erträge für den Eigentümer. Das Schlachthaussyndrom gebe es auch in der Forstwirtschaft. Die Gründung der AöR ThüringenForst war aus seiner Sicht eine weitsichtige Entscheidung.

Christoph Baumeister und Tina Gerstenberg von der FVA Freiburg stellten unter dem Thema „Was bringt urbane Forstwirtschaft?“ Studien aus Kanada und Baden-Württemberg vor. Die Bevölkerung stört sich am meisten an anderen Waldbesuchern, dann an Lärm und erst als Viertes an forstlichen Aktivitäten. Durch solche Stu­dien können Interessenkonflikte identifiziert und reduziert sowie Betriebsziele priorisiert werden.

Dr. Tina Baumann, Betriebsleiterin des Stadtforstes Frankfurt/Main, erläuterte eindrucksvoll die Anforderungen der Gesellschaft (5 Mio. Waldbesucher auf 6.000 ha) an die Wälder in einer Metropolregion. Zur Konfliktvermeidung bei der Holzernte gehören u. a. geeignete Arbeitsverfahren, Wegepflege mit eigenen Geräten, zeitnahe Rückung (auch durch eigene Maschinen) und Abfuhr, keine Wochenend- und Nachtarbeit sowie Kommunikation und Aufklärung der Bevölkerung.

Der Vorsitzende der ANW Thüringen Hubertus Schroeter beendete mit einer Zusammenfassung den Vortragsteil der Veranstaltung und dankte allen Referenten herzlich für ihre wertvollen Beiträge.

Wolfgang Heyn

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