Thüringer Forstverein e.V.

Die Landesforstvereine - Basis des Deutschen Forstvereins

Spannende Tagung des TFV bei Pollmeier in Creuzburg

TFV-Tagung bei Pollmeier in Creuzburg. Foto: Horst Geisler

„Holz – Zukunft eines traditionellen Werkstoffes“ lautete das Thema der Tagung des Thüringer Forstvereins, die am 13. März 2018 im Verwaltungsgebäude der Firma Pollmeier Massivholz GmbH & Co.KG im Stammbetrieb in Creuzburg stattfand. Der Veranstalter freute sich über ca. 90 Besucher. Sinn und Zweck der Tagung war aufzuzeigen, wie und wo heutzutage Holz verwendet wird, an welchen zukünftigen Einsatzmöglichkeiten geforscht wird und wie damit auch ein erheblicher Beitrag zum Klimaschutz geleistet wird.

Der Vorsitzende des Thüringer Forstvereins, Hagen Dargel, eröffnete die Veranstaltung mit einem Einblick in die bauliche Verwendung von Holz im Laufe der letzten Jahrzehnte sowie Vorzeigeprojekte der heutigen Zeit. Erste Hauptrednerin war Dr. Susanne Bollmus von der Fakultät Forstwissenschaften und Waldökologie, Abteilung Holzbiologie und Holzprodukte der Georg-August-Universität Göttingen zum Thema: „Das Einsatzspektrum des Rohstoffes Holz heute und morgen“. Im Fokus stand hierbei der Eigenschaften-Vergleich von Fichten- und Buchenholz in Hinblick auf die Verwendung im Baubereich, insbesondere vor dem Hintergrund der Vorteile des Fichtenholzes. Weiterhin stellte die Referentin kritisch gegenüber, dass der derzeitige Holzverbrauch in Deutschland (außer Energieholz) zu 80 % durch Nadelhölzer gedeckt wird, aber in der Folgegeneration durch den Waldumbau über 70 % Laubhölzer prognostiziert werden. Eine Schlussfolgerung für die Zukunft ist daher die Entwicklung von Laubholzprodukten in Zusammenarbeit von Wissenschaft, Holz- und Forstwirtschaft.

Anknüpfend an seine Vorrednerin referierte als Zweites der Marketingleiter der Firma Pollmeier, Jan Hassan, zum Thema: „Von der Idee zum Produkt am Beispiel der BauBuche“. Neben der Vorstellung des Unternehmens und der Produktpalette zeigte er am konkreten Beispiel auf, wie aus einer visionären Idee, durch Risikobereitschaft und harte Arbeit, das neue Holzprodukt BauBuche entstand. Die BauBuche ist ein Furnierschichtholz, das vielseitig verwendbar und dessen weltweit erster Produzent die Firma Pollmeier ist. Vorteil der BauBuche gegenüber Nadelholzwerkstoffen ist die außergewöhnlich hohe Festig- und Steifigkeit, die wiederum wesentlich schlankere Bauteile ermöglicht. Konstruktionen aus BauBuche können preislich mit vergleichbaren Nadelholzkonstruktion konkurrieren, da durch deutlich schlankere Querschnitte die Mehrkosten bei der Produktion aufgefangen werden können. Die praktische Anwendung der BauBuche stellte der Referent anhand einiger Projekte in verschiedenen Ländern Europas dar. Darüber hinaus zeigte er visionäre Hochhaus-Projekte, die auf der Grundlage dieses Werkstoffes möglich wären. Bei der Produktion von BauBuche ist die Nutzung schlechterer Rundholz-Qualitäten mit Grobastigkeit oder Rotkernigkeit möglich, wodurch eine optimale Ausschöpfung der Ressource Buchenholz erreicht wird. Auf diese Weise wird das Prinzip, stoffliche vor energetischer Nutzung, unterstützt, so dass ein positiver Beitrag zum Klimaschutz geleistet wird.

Diesen Aspekt griff abschließend Herr Dr. Nico Frischbier vom Forstlichen Forschungs- und Kompetenzzentrum Gotha (Thüringen Forst) in seinem Vortrag mit dem Titel: „Holznutzung als Beitrag zum Klimaschutz“ wieder auf. Hierbei wurde dargestellt, wie Wald und Holz derzeit ca. 14 % der nationalen jährlichen Gesamtemissionen mindern. Diese jährliche Senkung der deutschen Treibhausgas-Emissionen entsteht zum einen aus der Kohlenstoffbindung der Wälder und zum anderen aus der Substitution durch die Verwendung von Holz. Gerade letzteres ist noch stark ausbaufähig und große Potentiale können noch aktiviert werden. In diesem Zusammenhang berichtete Dr. Frischbier über die Ziele und Forderungen der „Charta Holz 2.0“ vom BMEL. Nach einer Fragerunde im Plenum wurde die Vortragsreihe beendet.

Vor Beendigung der Tagung hatten die Teilnehmer die Möglichkeit im Rahmen einer Werksbesichtigung die neue Buchenfurnierschichtholzproduktion mit den einzelnen Schritten vom Buchenstammholz zur BauBuche zu sehen. Ein herzlicher Dank geht an die Firma Pollmeier für die großzügige Unterstützung der Veranstaltung und vor allem für die faszinierenden Eindrücke!

Christoph Deselaers
tfv@jungesnetzwerkforst.de
Landes- und Hochschulvertreter Junges Netzwerk Forst (Thüringen)

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