Nordwestdeutscher Forstverein e.V.

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NFV: Jahrestagung "Vom Truppenübungsplatz zum nationalen Naturerbe"

Auf Einladung der DBU Naturerbe GmbH verfolgten ca. 70 Interessierte die diesjährige Jahrestagung des NFV am 06.06.2018 in Osnabrück. Das Thema fand auch bei Göttinger Forststudenten großes Interesse, sodass zwei Klein-Busse auf Kosten des NFV angereist waren.

Heinz-Otto Densdorf, Leiter der DBU Naturerbe GmbH (1. v. r.), und Rainer Schmidt, Revierlei-ter im Forstbetrieb Rhein-Weser der Bundesforst (2. v. r.), erklären die Pflegemaßnahmen. (Fo-to: Axel Gerlach)

Nach der Begrüßung durch den Vorsitzenden des NFV Dr. Eberl und den Bürgermeister der Stadt Osnabrück MdL Burghardt Jasper stellte Dr. Heinz-Otto Denstorf, Leiter der Naturerbe GmbH, in seinem Eröffnungsvortrag dar, dass die Naturerbe GmbH die Betreuung von 70.000 ha ehemaliger Truppenübungsplätze in fast allen Bundesländern übernommen hat. 1/3 der Flächen wurde aus der Nutzung genommen wurden. 6 % der Flächen bleiben dauerhaft pflegebedürftig. Um die Aufgaben der Pflege und Entwicklung dieser Flächen zu ermöglichen, mit der ca. 100 Mitarbei­ter der Bundesforst im Auftrag der Naturerbe GmbH beschäftigt sind, gibt es drei Säulen der Finanzierung:

1. jährlicher Festbetrag aus Projektmitteln der DBU über 5,5 Mio. €,
2. Holzverkauf von ca. 160.000 Fm,
3. A+E-Maßnahmen.

Ist die Waldbewirtschaftung mit dem Ziel Biodiversität ein Widerspruch in sich? Dieser Frage ging Prof. Dr. Christian Ammer, Waldbauprofessor der Uni Göttingen, in seinem Vortrag nach. Dabei stellte er fest, dass die Bewirtschaftung für die Artenanzahl nicht schlecht sei und gegenüber den unbewirtschafteten Flächen in erster Linie andere Arten hervorbringen würde. Die Biodiversität wäre am höchsten, wenn beides vorhanden wäre und der Waldeigentümer auch „Störungen“ durch Eingriffe zulassen würde.

Georg Schirmbeck, Präsident des Deutschen Forstwirtschaftsrates und als ehemaliger Bundestagsabgeordneter für die politische Entscheidung zur Übertragung der Flächen an die DBU Naturerbe GmbH mitverantwortlich, stellte den Entscheidungsprozess der Bundesregierung für das nationale Naturerbe im Jahr 2005 dar.

Das Konzept zur wissenschaftlichen Untersuchung der Naturnähe auf den DBU-Na­tur­erbeflächen trug Dr. Heike Schneider (DBU Naturerbe GmbH) am Beispiel des WiNat-Projekts vor.

Der Vormittag im Saal endete mit der Einstimmung auf die Nachmittagsexkursion in die Wersener Heide vor den Toren Osnabrücks. Dabei wurden in einem Rundgang verschiedene Flächenbehandlungen vorgestellt – von der Mahd im Offenlandbereich über die Erhaltung der Rohbodenzustände bei Militärbewegungen bis zur Waldpflege zur Förderung des Laubholzanteils und besonderer Strukturen.

Allen Verantwortlichen sei für die gelungene Veranstaltung gedankt. Der Vorstand bittet zukünftig alle Interessierten, sich rechtzeitig anzumelden und dann auch zu erscheinen, denn nicht genutztes Essen und ungenutzte Buskapazitäten verursachen unnütze Kosten.

Christian Eberl

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