Hessischer Forstverein e.V.

Die Landesforstvereine - Basis des Deutschen Forstvereins

HFV: Restaurierung des Grabdenkmals für Forstprofessor Gustav Heyer

Hessischer Forstverein unterstützt die Arbeiten im Alten Friedhof in Gießen, dem Sitz des ersten deutschen Forstinstituts

Foto: Gießener Allgemeine Zeitung

Das Grabdenkmal für Forstprofessor Gustav Heyer steht auf dem Alten Friedhof in Gießen. Diese Stele zierte ursprünglich seine Grabstätte in München, wurde dann aber im Jahr 1913 nach Auflösung des dortigen Friedhofs der Stadt Gießen übergeben und auf den Alten Friedhof versetzt. Dieses kunsthistorisch wertvolle Grabmal, dessen Porträtbüste der Münchener Bildhauer Thomas Dennerlein gestaltete, war im Laufe der Zeit unansehnlich geworden. Die Schrift war kaum noch lesbar und die Nase zerstört. Die grundlegende Restaurierung war unbedingt geboten. Initiativ tätig wurde 2014 der Forsthistorische Ausschusses beim Hessischen Forstverein und nahm wegen einer Restaurierung Kontakt mit der Stadt Gießen als Eigentümer auf. Eine finanzielle Beteiligung wurde in Aussicht gestellt. Die Stadt Gießen hat die Restaurierung dieses Grabdenkmals zwischenzeitlich von einem Bildhauer fachgerecht durchführen lassen. Als Beitrag des Hessischen Forstvereins überreichte dessen Vorsitzender Michael Buhlmann heute Frau Dagmar Klein vom „Freundeskreis Alter Friedhof Gießen“ beim Oberhessischen Geschichtsverein einen Scheck in Höhe von 1.000 Euro für die denkmalpflegerischen Tätigkeiten des Freundeskreises auf dem „Alten Friedhof“, die in Abstimmung mit der Unteren Denkmalschutzbehörde erfolgen werden.

Bereits in den 1980er Jahren hatte der Hessische Forstverein die durch sauren Regeneintrag verwitterte Oberfläche des Grab-Buntsandsteins für Forstprofessor Johann Christian Hundeshagen auf eigene Kosten sanieren und restaurieren lassen.

1831 war in Gießen das weltweit erste selbstständige Forstinstitut an einer Universität geschaffen worden. Ohne Einfluss der Forstverwaltung war damit die Freiheit der akademischen Lehre und Forschung gewährleistet. Diese Organisationsform hatte Vorbildcharakter für die künftige forstwissenschaftliche Ausbildung. Sie beeinflusste auch den Meinungsstreit, ob forstwissenschaftliche Ausbildung zweckmäßiger an eigenständigen Forstakademien oder an Universitäten durchgeführt werden sollte, wesentlich. 1938 wurde das Forstinstitut geschlossen. Auf dem „Alten Friedhof“ in Gießen fanden die damaligen Forstprofessoren Carl Justus Heyer (Gustavs Vater), Johann Christian Hundeshagen, Richard Alexander Heß sowie Gustav Heyer mit seiner Grabstele ihre Ruhestätten. Ihre Grabstätten hat die Stadt Gießen zu Ehrengräbern erklärt und damit auch die ständige Pflege übernommen. Von den fünf bedeutendsten Forstleuten des 19. Jahrhunderts, die als Klassiker ihres Faches gelten, lehrten mit Carl Justus Heyer und Johann Christian Hundeshagen zwei in Gießen.

 

Biografie Gustav Heyer:

-      Gustav Heyer stammt aus einer alten Försterfamilie. Er ist der älteste Sohn von Forstprofessor Carl Justus Heyer.

-      Er wurde am 11. März 1826 in Gießen geboren, ging hier zur Schule und studierte von 1843 bis 1847 am Gießener Forstinstitut, das von seinem Vater als Direktor geleitet wurde.

-      Nach seiner Promotion am Forstinstitut in 1847 absolvierte er den vorgeschriebenen 1-jährigen praktischen Kursus bei der Oberforst- und Domänendirektion in Darmstadt und arbeitete anschließend noch ein weiteres Jahr in der Oberförsterei Schiffenberg in Gießen. Er promovierte zum Dr. phil, da das Forstinstitut zur Philosophischen Fakultät der Uni Gießen gehörte.

-      1849 habilitierte er sich an der Gießener Universität. Als junger Privatdozent und ab 1854 als Ordentlicher Professor der Forstwissenschaft lehrte er bis 1868 am Gießener Forstinstitut die forstlichen Produktionsfächer Waldbau, Forstschutz und Forstbenutzung.

-      Als zweite Lehrkraft arbeitete er gemeinsam mit seinem Vater bis zu dessen Tod in 1856. Diese Zeit wird allgemein als die „Blütezeit“ des Gießener Forstinstituts angesehen.

-      Von 1854 bis 1857 leitete er neben dem Lehramt zugleich noch die Oberförsterei Schiffenberg.

-      1868 wurde er als erster Direktor an die neu gegründete Königlich-Preußische Forstakademie in Hannoversch Münden berufen und nahm diese Stelle an-

-      1878 übernahm er die erste Professur für Forstwissenschaft an der Uni München mit dem Lehrstuhl Forstliche Betriebslehre.

-      Am 10.7.1883 verunglückte er nahe Fürstenfeldbruck beim Angeln im Alter von 57 Jahren tödlich.

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