Forstverein Sachsen-Anhalt e.V.

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Jahrestagung des FV Sachsen-Anhalt: Kritik an forstlicher Personalpolitik

Die forstliche Personalpolitik des Landes, das Bundeswaldgesetz und die Auswirkungen des Klimawandels standen im Fokus der 24. Jahrestagung des Landesforstvereins Sachsen-Anhalt am 26. Februar im Haus des Waldes auf Schloss Hundisburg. Nach dem neuen Personalentwicklungskonzept sollen bis 2019 ganze drei Forstleute im Land eingestellt werden. Vorsitzender Hans Schattenberg kritisierte dieses Vorgehen der Landesregierung massiv. Die Belegschaft im Forstbereich überaltere, Krankheiten nähmen zu, frei werdende Stellen würden nicht besetzt. „Frau Staatssekretärin, wo ist da die Nachhaltigkeit?“, fragte er die anwesende zuständige Staatssekretärin Anne-Marie Keding (CDU). Diese und auch die Landtagsabgeordneten der Regierungsparteien CDU, Bernhard Daldrup, und SPD, Jürgen Barth, erklärten, auf die Personalplanung keinen Einfluss zu haben. Daldrup versprach, sich für eine andere Personalpolitik im Forstbereich einzusetzen. Barth sprach sich für Budgetierung und Personalhoheit des Landesforstbetriebes aus.

Unter Leitung des DFV-Präsidenten Carsten Wilke diskutierten die Landtagsabgeordneten Daldrup und Barth sowie Harry Czeke (Linke), Dorothea Frederking (Grüne) und der Sprecher des Aktionsbündnisses Wald in Sachsen-Anhalt, Franz Prinz zu Salm-Salm, zwei Wochen vor der Landtagswahl über forstpolitische Fragen. Salm sprach offen Missstände im Land an, wie die mangelnde Mitbestimmung der Bevölkerung vor Ort bei Schutzgebietsausweisungen, die teilweise Hilflosigkeit beim massenhaften Auftreten von Kalamitäten und eine Politik, die den ländlichen Raum zu wenig berücksichtige. Während Daldrup, Barth und Czeke durchaus Verständnis für diese Probleme zu erkennen gaben, referierte Frederking die bekannten Positionen ihrer Partei gegen Fremdländeranbau, für weitere Schutzgebietsausweisungen und für eine Zertifizierung nach FSC.

DFV-Präsident Wilke gab in seinem Vortrag eine Bilanz zu 40 Jahren Bundeswaldgesetz und attestierte dem Gesetz eine „erstaunliche Stabilität“. Einst als Rahmengesetz konzipiert, sei es nun teilweise ein konkurrierendes Gesetz. Viele aktuelle Entwicklungen – wie steigende Ansprüche an den Wald, großflächige Stilllegungen und eine veränderte Bewertung der Rolle von staatlichen Forstverwaltungen – seien bei Inkrafttreten des Gesetzes gar nicht absehbar gewesen.

Ralf-Volker Nagel von der Nordwestdeutschen Forstlichen Versuchsanstalt in Göttingen wies auf die Unumkehrbarkeit des Klimawandels hin. Er hob die mehr als 100 Jahre währenden Erfahrungen des forstlichen Versuchswesens hervor, die gezeigt hätten, dass Fremdländer wie Douglasie oder Roteiche die Wälder stabilisieren könnten. Aktionismus lehnte Nagel ab und unterstrich die Tauglichkeit des waldbaulichen Handwerkszeuges bei konsequenter Anwendung.

In der anschließenden Mitgliederversammlung rief LFV-Vorsitzender Schattenberg dazu auf, die Angebote des LFV an Fortbildungsveranstaltungen und Exkursionen auch wahrzunehmen. Themenvorschläge seien sehr willkommen. Staatssekretärin Keding hatte genau dieses Engagement des LFV auf Landesebene sehr gelobt.

 

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