Forstverein Rheinland-Pfalz / Saarland e.V.

Die Landesforstvereine - Basis des Deutschen Forstvereins

Polnische Forstleute in Rheinland-Pfalz und Saarland unterwegs

Auf Einladung des Deutschen Forstvereins und des Landesforstvereins Rheinland-Pfalz - Saarland reisten 10 polnische Forstkolleginnen und -kollegen der Forstdirektion Torun (Thorn) vom 19. bis 25. Juni 2016 durch die beiden Bundesländer Rheinland-Pfalz und Saarland. Den Rahmen bildet ein über mehrere Jahre laufendes Austauschprojekt, an dem bisher auch andere Landesforstvereine und die Regionalabteilungen der Polnischen Forstgesellschaft (PTL) beteiligt waren. Neben dem Vizechef der Forstdirektion Torun (Thorn) nahmen mehrere Abteilungsleiter, Oberförster und weitere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an der Exkursion teil. Der Gegenbesuch findet vom 23. bis 28. Oktober 2016 statt.

Die Delegation der Polnischen Forstgesellschaft aus Torun mit dem Reiseleiter Bernd Mühlhaus und Gerd Gatzen vor dem "Deutschen Eck" (Fotos: B. Mühlhaus)

Im Brennholzhof Polch.

Im Forstam Prüm stellen Peter Wind und Revierleiter Raimund Köhl auf Dauerwaldbetrieb umgestellte Bestände vor.

Markus Kritten erläutert den Fichtumbau im Forstamt Hochwald.

Joachim Stelzer, Waldbaureferent von Saarforst präsentiert die Naturwaldzelle Baumbusch bei Bexbach.

Dr. Ute Fenkner-Gies, Revierleiter Wolfgang Sauer sowie Forstreferendar Christopher Skala führen zum Thema Eichwirtschaft durchs Forstamt Kaiserslautern.

Nach der Flugreise nach Frankfurt startete die Gruppe die erste Etappe in Koblenz, wo Gerd Gatzen sie durch die historische Altstadt führte. Sie verbrachten die erste Nacht auf der an prominenter Stelle liegenden Festung Ehrenbreitstein.

Im Forstamt Koblenz gestaltete Forstamtsleiter Eberhard Glatz den ersten fachlichen Part mit einer Einführung in die Schwerpunktprojekte des Forstamts. Die Exkursion führte zum Brennholzhof Polch, wo die für die waldarme Region des Maifeldes wichtige Brennholzbereitstellung auf große Akzeptanz stößt. Im Gebiet des Laacher See besichtigte die Gruppe die Wingertsbergwand, ein beeindruckender Aufschluss des Laacher See Vulkans, dessen Europa weit wirkender Ausbruch nur etwa ca. 10.000 Jahre zurückliegt.  Am See konnte Gerd Gatzen auf die latente vulkanische Aktivität sichtbar in Form lebhafter Kohlendoxidblasen (Mofetten) hinweisen.

In der Hocheifel, im Forstamt Prüm  stellten Forstamtsleiter Peter Wind und Revierleiter Raimund Köhl auf Dauerwaldbetrieb umgestellte Bestände vor, in denen die Baumarten Fichte, Douglasie, Buche, Eiche und Ahorn strukturreiche Waldbilder bestimmen. Die in der Westeifel ausgeprägte Verbreitung von Kleinprivatwald und dessen Organisation im Waldbauverein Prüm wurden auf der Skihütte am Schwarzen Mann mit Bürgermeister Aloys Söhngen diskutiert.

Nach dem Wechsel auf die Hunsrückseite und einem dem erfolgreichen Fußballspiel der polnischen Nationalmannschaft gewidmeten Abend bestimmte am 22.06. der Umbau von Fichtenbeständen mit Weißtanne und Buche im Forstamt Hochwald das Tagesthema. Revierleiter Markus Kritten stellte das Einbringen der Weißtanne, allerdings auch der Buche und der Douglasie in verschiedenen Stadien in Fichtenreinbeständen vor; wichtige Hinweise boten auch die von den Exkursionsteilnehmern besuchten IUFRO Tannen-Provenienz-Flächen. Höhepunkt waren die beeindruckenden 166 jährigen Tannen mit einem BHD von über 140 cm.

Beim anschließenden Stadtrundgang durch Trier führte Bernd Mühlhaus die Gruppe zu den prägenden römischen Bauten, durch die kurfürstlichen Stadt aber auch zum heute weltbekannten Karl-Marx-Haus.

Nach einem Besuch im Nationalpark Hunsrück-Hochwald erreichte die Rundreise das Saarland, wo die die polnischen Gäste vom Waldbaureferenten (Saarforst) Joachim Stelzer in der Naturwaldzelle Baumbusch bei Bexbach begrüßt wurden. In dem aus Naturverjüngung nach einem großflächigen Sturmwurf hervorgegangenen, nunmehr 30 jährigen Mischbestand aus Pionierbaumarten, aus Buche und Edellaubbaumarten. stellte er die auch Wertholzproduktion ausgerichteten Verfahren der Qualifizierung und Dimensionierung vor.

Am  Nachmittag konnte in der Nähe der Unterkunft noch der Europäische Kulturpark Reinheim, eine Ausgrabungsstätte keltischer und römischer Grabstätten und Bauten, aufgesucht werden, die bemerkenswerte Anschauungsobjekte der frühen Besiedlung der Region präsentiert.

Die Eichenwirtschaft im Pfälzerwald war Thema zum Abschluss des  Forstprogramms. Dr. Ute Fenkner-Gies, Revierleiter Wolfgang Sauer sowie Forstreferendar Christopher Skala führten die Besuchergruppe durch verschiedene Stadien von der Eichenverjüngung, der Qualifizierung und der Reifephase. Die beeindruckenden ca. 300 jährigen sogenannten Kranzeichen, die auf Wunsch des waldbesitzenden Stadt Kaiserslautern nicht genutzt werden, rundeten den Eindruck ab.

Zum Ausklang gab es einen Imbiss auf der Kalmit, dem mit 672 m höchsten Berg des Pfälzerwaldes, und anschließend einen Rundgang durch das populäre Weindorf Sankt Martin.

Bernd Mühlhaus

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