Forstverein Rheinland-Pfalz / Saarland e.V.

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FV RP-S: Tagungsexkursion am 08.09.18: Douglasie – was nun ?

Foto: Bernd Mühlhaus

Am Ausblick auf die Manderscheider Burgen begrüßten FAL Ulrich Frömsdorf vom Forstamt Wittlich, RL Georg Fox vom Revier Eckfeld-Manderscheid und der Stadtbürgermeister von Manderscheid, Günter Krämer, die 44 Teilnehmer der Tagungsexkursion. Die Waldbilder erwanderten die Teilnehmer auf einer 5 km langen Strecke in der reizvollen Vulkaneifel, größtenteils auf dem preisgekrönten „Eifelsteig“. Thematisch ging es um die Zukunft der älteren Douglas-Altbestände und Fragen zu den aktuellen Douglasienkrankheiten.

Deren Schadbilder fand und demonstrierte Gregor Seitz von der FVA in Freiburg in der stark betroffenen Douglasienkultur Abt. 34a Staatswald: Rußige Douglasienschütte, Douglasien-Gallmücken und Douglasien-Triebsterben. In der Diskussion umriss Hans-Peter Ehrhart, Leiter der rheinland-pfälzischen Forschungsanstalt, den dringenden Monitoring- und Forschungsbedarf zum Zusammenwirken der Douglasienkrankheiten und ging auf die geäußerten Sorgen der Praktiker in der Region Mosel-Eifel ein, wo die Douglasie eine herausgehobene wirtschaftliche Bedeutung hat. Typisch dafür ist das Gemeinschaftsforstamt Wittlich mit 2.800 ha Douglasienfläche in allen Besitzarten, d. h. 16 % Douglas-Flächenanteil mit wesentlich höheren Anteilen am Hiebsatz, Einschlag und v. a. am Holzerlös.

In Altbeständen aus der regional bedeutenden Anbauwelle zwischen den Weltkriegen wurden die Fragen, wann und wie der Generationenwechsel vorbereitet und um­gesetzt werden kann, diskutiert. Dies präsentierte RL Georg Fox in dem 7 ha großen 93-jährigen Bestand mit bis zu 27-jähriger Naturverjüngung im Stadtwald Manderscheid an einem Pfad durch die Phasen des Generationenwechsels. Inmitten der Wertholzbäume berichtete Frömsdorf von den Ergebnissen des jüngsten Hiebes von 80 Bäumen: Anteil hochgeasteter Erdstammstücke 55 % der Hiebsmasse und 76 % des Erlöses bei 6,32 fm Verkaufsmenge je Baum und fast 1.000 € Reinerlös pro Baum. Für die wirtschaftliche Zielstärke lässt sich folgern, dass die Wertholz-Stammteile auf jeden Fall die 6. Stärkeklasse erreichen sollten. Die Teilnehmer würdigten die ertragreiche Altbestandsnutzung und die sehr kostengünstige Naturverjüngung. Sie sahen auch die Notwendigkeit der Räumung des 40–50 m hohen Altbestands, wenn darunter in dem Folgebestand die Z-Baumauswahl, Ästung und Förderung anstehen.

An dem 84-jährigen Bestand im Staatswald (37a/38a) diskutierten die Exkursionsteilnehmer heftig über die hier angesetzte Vorratspflege und Vorausverjüngung, über die künftige Baumartenmischung und über die Alternative, bereits jetzt mit der Zielstärkennutzung zu beginnen.

Nächster Höhepunkt war der nahe gelegene über 50 m hohe Altbestand, begründet 1882 im Zuge der ersten Douglasien-Versuchsanbauten in der damaligen preußischen Rheinprovinz. Seit 1953 wird dieser Bestand als ertragskundliche Versuchsfläche von der Niedersächsischen Forstlichen Versuchsanstalt (heute NW FVA) kontinuierlich aufgenommen. Die aktuelle Auswertung von Dr. Andreas Weller im Exkursionsführer ist so beeindruckend wie der Anblick der gewaltigen Bäume; z. B. liegt der Höhenzuwachs der letzten Jahrzehnte noch über den extrapolierten Ertragstafelwerten. Zum Abschluss dankte der Vorsitzende des Forstvereins, Thomas Steinmetz, den Vorbereitern und Führern der spannenden und sehr gelungenen Exkursion: Georg Fox, Gregor Seitz und Ulrich Frömsdorf.

Ulrich Frömsdorf und Thomas Steinmetz

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