Forstverein Rheinland-Pfalz / Saarland e.V.

Die Landesforstvereine - Basis des Deutschen Forstvereins

Bericht über die Weißtannenexkursion im Osburger Hochwald

"1 Dong" (Foto: Frömsdorf)

Über 50 tanneninteressierte Vereinsmitglieder und Gäste begrüßte Herr FD Bernhard Buss, Leiter des Forstamtes Hochwald, am 29. April zu der halbtägigen Forstvereins­exkursion zum Anbau der Weißtanne. Vor dem Hintergrund seiner 30-jährigen Erfahrung in der Forstamtsleitung für den Osburger Hochwald zeigte Herr Buss zunächst bewährte Verfahren der Weißtanneneinbringung in künftige Mischbestände durch Naturverjüngung, Vorausverjüngung oder auch Pflanzung auf Kalamitätsflächen. Beim ersten Waldbild, einem Fichtenaltbestand mit kleinem Tannenanteil, war beeindruckend, wie gut die Naturverjüngung im Saum und als Vorausverjüngung im Bestand gelingt. Wegen des örtlichen Reh- und Rotwildvorkommens müssen die Gipfelknospen der Tannen durch farblich auffällige Plastik-Knospenschützer gesichert sein, die man jeden Herbst wiederfindet, um sie über die nächste Gipfelknospe zu schieben. Auf Freiflächen wird die Tanne seit 30 Jahren in Gruppen durch Pflanzung im Kleinzaun als Mischungsanteil mit großem Erfolg in zahlreiche Waldorte eingebracht (pro Gruppe ca. 0,08 ha mit 200 Pflanzen, geschützt durch 100 lfd. m Zaun aus leichtem Kunststoffgeflecht). Wenn der Zaun später abgebaut wird, folgt unmittelbar der Schälschutz der Z-Bäume mit Schälschutzmatten wie im dritten Waldbild.

In allen Waldbildern überzeugte die Weißtanne hinsichtlich ihrer Wuchsleistung auf den ziemlich frischen bis frischen Standorten des Hunsrückschiefers im kollinen bis submontanen Osburger Hochwald. Als Höhepunkt der Exkursion staunten die Teilnehmer über zwei Weißtannen (Foto) mit 45 m und 49 m Höhe und Stamminhalten von 22 Vfm bzw. 26 Vfm – die herausragenden Wahrzeichen des Weißtannenanbaus im Osburger Hochwald. Das BHD-Maß dieser Tannen mit „1 Dong“ nach dem anwesenden Ertragskundler Herrn Dr. Dong steigerte die ohnehin heitere Stimmung der Exkursionsteilnehmer, die sich anschließend an einem zünftigen Wald-Buffet an der Jagdhütte erfreuten und stärkten.

Die Exkursion wurde wissenschaftlich abgerundet durch zwei Weißtannenversuchsflächen, die Herr FD Rose von der rheinland-pfälzischen Forschungsanstalt für Wald­ökologie und Forstwirtschaft präsentierte: den 29 Jahre alten IUFRO-Provenienzver­such und einen gleichalten Anbauversuch. Das fachliche Resümee der Waldbilder und der angeregten Diskussionen zog Herr Buss mit den Worten, dass die Weißtanne das langjährige Engagement des Waldbauers herausfordere, aber auch belohne: Sie hat ihre besondere Stärke und Zukunftsfähigkeit in der Wuchsleistung und Stabilität im Klimawandel im naturnahen Mischwald, und sie kann dabei einen angemessenen Nadelholzanteil sichern.

Zum Abschluss dankte der Vereinsvorsitzende Herr Steinmetz Herrn Buss und seinen Mitarbeitern sowie Herrn Rose für die außerordentlich gelungene Exkursion.

Ulrich Frömsdorf

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