Forstverein für Nordrhein-Westfalen e.V.

Die Landesforstvereine - Basis des Deutschen Forstvereins

Die Energiewende gestalten: Welche nachhaltigen Beiträge kann der Wald in NRW für regenerative Energien und Klimaschutz leisten?

Dr. Nils Redde berichtet über sein Aufgabenfeld.

Im Jubiläumsjahr „300 Jahre Nachhaltigkeit in der Forstwirtschaft“ und im 130sten Jahr seines Bestehens widmete sich der Forstverein für Nordrhein-Westfalen auf seiner Fachtagung am 27. September 2013 der Energiewende und war dazu bei einem der größten deutschen Stromerzeuger, der RWE Power AG, in deren „Forum :terra nova“  zu Gast, das neben dem „größten wandernden Loch Deutschlands“ am Nordrand des Braunkohlen-Tagebaus Hambach (zur Zeit rund 370 Meter tief und 4.000 Hektar groß) gleichzeitig Aussichtspunkt, Begegnungsstätte und Ausstellungsort sein will. Der Vorsitzende und die Mitglieder konnten sich über den Besuch des Präsidenten des Deutschen Forstvereins, Carsten Wilke freuen, über die Möglichkeit, ihm eine Facette der NRW-Forstwirtschaft zu präsentieren und mit ihm in persönlichen Gedankenaustausch zu kommen. Ebenso begrüßt wurde der Besuch des stv. Vorsitzenden des Waldbauernverbandes NRW, Hans-Friedrich Hardt.

Nordrhein-Westfalen (NRW) hat bisher nur einen Anteil von 7,9 % erneuerbarer Energien am Stromverbrauch, ein im Vergleich der Bundesländer eher geringer Wert. Die Landesregierung möchte ihn bis 2025 auf über 30 % steigern – eine Jahrhundertaufgabe auch in den Augen der Landesregierung!

Andererseits gehen mehr als ein Drittel der in Deutschland ausgestoßenen klimaschädlichen Gase auf das Konto von NRW. Ziel der Landesregierung ist es hier, Nordrhein-Westfalen zum Vorreiter beim Klimaschutz zu machen. Sie hat daher beschlossen, die Treibhaus-gasemissionen in NRW bis 2020 um mindestens 25 Prozent gegenüber 1990 zu reduzieren.

Dass die Situation in NRW so ist, liegt natürlich u.a. an dem hohen Gesamt-energiebedarf durch eine hohe Bevölkerungszahl (18 Mio.) und eine Vielzahl energieintensiver Industrien. Es liegt aber auch daran, dass die Braunkohlen-Vorräte in diesem Land (größtes geschlossenes Braunkohlenvorkommen in Europa) bei heutigem Förderniveau noch für mehr als 300 Jahre reichen und mit modernen Methoden noch rentabel gefördert werden können. In dieser Situation wollte der Forstverein sich informieren, welche Erfahrungen der Energieversorger und Braunkohle-Verstromer RWE auf seinen Rekultivierungs-flächen mit verschiedenen Optionen wie etwa Forstwirtschaft, Biomassenutzung oder regenerative Energien gemacht hat.

Dr. Nils Redde von der Rekultivierungsabteilung der RWE Power AG stellte in seinem Vortrag und bei einer von ihm geführten Exkursion am Nachmittag die „Herausforderung Flächennachhaltigkeit“  in den Mittelpunkt und erläuterte auch Ergebnisse großflächiger Biomassenutzungen auf Kurzumtriebsflächen mit verschiedenen Baumarten sowie alternative Nutzungsoptionen. Im Ergebnis haben sich die Erwartungen aus früheren Veröffentlichungen hinsichtlich Massenertrag, rationeller Erntetechnik und letztlich Deckungsbeitrag der Kurzumtriebsflächen auf Ackerflächen nicht erfüllt. Als Pflegeoption für Industriebrachen und Vorhalteflächen können sie allerdings einen ökonomischen Stellenwert erreichen und so eine sinnvolle Option zur Zwischennutzung von  Konversionsflächen sein. Das Ambiente des Forums: terra nova  und ein Mittagsimbiss bei Sonnenschein am Rande des Tagebaues rundeten seinen aufschlussreichen Vortrag ab und machten die Tagung zu einer gelungenen Veranstaltung.

Am Vormittag hatte Volker Holtkämper, zuständiger Fachbereichsleiter beim Landesbetrieb Wald und Holz, die für die Forstwirtschaft ausgesprochen wichtigen Ergebnisse der Studie „Beitrag des NRW Clusters ForstHolz zum Klimaschutz“ spannend und informativ vorgestellt.

Die im Rahmen der Tagung ebenfalls durchgeführte Mitgliederversammlung erbrachte die Wiederwahl des Vorsitzenden Jörg Matzick und des Geschäftsführers Joachim Knoth, die Neuwahl von Frau Beatrix Boekstegers aus Blomberg / Lippe, zugleich auch Vorstandsmitglied im Waldbauernverband NRW, Herrn Roland Daamen aus Straelen, Referent in der Forstabteilung des Umweltministeriums in Düsseldorf, zu stellvertretenden Vorsitzenden und Herrn Stefan Simme, Controller im Landesbetrieb Wald und Holz NRW, zum Schatzmeister. Der Vorsitzende bedankte sich für das ihm weiter entgegen gebrachte Vertrauen und bei den scheidenden Vorstandsmitgliedern Dietrich Graf Nesselrode, Heiner Brodale und David Hölscher für ihre engagierte Arbeit für den Forstverein.

Beitrag von W. Paulitzsch

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