Forstverein für Nordrhein-Westfalen e.V.

Die Landesforstvereine - Basis des Deutschen Forstvereins

Was muss sich ändern im Wald?

Anlässlich seiner Mitgliederversammlung hatte der Forstverein für NRW am 17. September 2015 in Schwerte zu einer Fachtagung mit 4 Gastreferenten aus unterschiedlichen Interessensphären eingeladen, um im Vorfeld der Änderung des Landesnaturschutzgesetzes, nach Verabschiedung der Biodiversitätsstrategie des Landes NRW und angesichts der Stilllegungsdebatte die Diskussion darüber zu eröffnen, was sich eigentlich ändern muss im Wald.

Nach Vorträgen von

 LMR Hubert Kaiser (K), stellv. Abteilungsleiter Forsten und Naturschutz im Landesministerium für Klima- und Umweltschutz, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz NRW,

 Eberhard Frhr. von Wrede (vW), Privatwaldbesitzer, Vorstandsmitglied des Waldbauernverbands NRW, Mitglied im Ausschuss für Betriebswirtschaft des DFWR,

 Lars Schmidt (Sch), Hauptgeschäftsführer Deutscher Säge- und Holzindustrie Bundesverband e. V.,

 Prof. Dr. Christian Ammer (A), Ordinarius für Waldbau und Waldökologie der Uni Göttingen, Fakultät für Forstwissenschaften und Waldökologie

und einer spannenden Diskussion zieht der Forstverein für NRW aus seiner Fachtagung folgendes Fazit:

 

Was muss sich ändern im Wald?

Wir brauchen eine ehrliche Multifunktionalität mit Ziel klimastabiler Mischwälder (vW). Moderne Nachhaltigkeit ist breit angelegt, nicht allein auf Nutzung fokussiert (K), aber auch nicht allein auf konservierenden Schutz; auf das richtige Maß kommt es an (Paracelsus/vW).

Bei den Förstern muss sich im Kopf etwas ändern, sodass sie alle Facetten der Nachhaltigkeit erfüllen, nicht nur die Nutzungsseite (K).

Die Stilllegungsdebatte muss ehrlich geführt werden. Drei (zwei) der  vier am häufigsten gegebenen Begründungen für eine Aufgabe der Waldnutzung sind falsch! Richtig ist:

1. Nichtgenutzte Wälder erzielen keine höhere Klimaschutzwirkung durch Kohlenstoff speicherung als naturnah bewirtschaftete (v. a. wegen der Substitutionseff ekte genutzter Wälder) (Mund M. et al. 2014).

2. Ungenutzte Wälder weisen keine höhere Biodiversität auf als genutzte (wegen der größeren Unterschiedlichkeit im schlagweisen Hochwald) (A). Allerdings wollen wir eine möglichst hohe natürliche Biodiversität, nicht eine durch Bewirtschaftung erzeugte (K).

3. Ungenutzte Wälder kommen mit dem Klimawandel nicht besser zurecht als genutzte. Es deutet sich vielmehr an, dass waldbauliche Maßnahmen die Resistenz/Resilienz von Wäldern gegenüber Klimaextremen fördern.

4. Ungenutzte Wälder stellen wichtige Referenzflächen für die Weiterentwicklung naturnaher Waldbaukonzepte dar.

Auch private Waldbesitzer sind für Naturschutz – aber Beschränkungen der Wirtschaftlichkeit müssen ausgeglichen werden. Deshalb brauchen wir (wieder mehr) Vertragsnaturschutz, kein Ordnungsrecht (vW).

Was darf sich nicht ändern im Wald?

Aus (betriebs)wirtschaftlicher Sicht muss ein Ertrag im Wald erwirtschaftet werden können, sonst ist Aufwand  nicht gerechtfertigt (vW).

Ein angemessener NH-Anteil an der Bestockung muss erhalten bleiben (vW).

Die Produktivität der Forstwirtschaft muss wieder stärker in den Fokus: Es muss so viel nachwachsen, wie benötigt wird (Sch)!

 

Jörg Matzick, Vorsitzender

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