Forstverein Mecklenburg-Vorpommern e.V.

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Berichte

„Geschichtliche und aktuelle Bewirtschaftung in der Universitätsforstverwaltung Greifswald“ oder vom Karzer zur Provenienzversuchsfläche

Exkursionsteilnehmer versammelt an der beeindruckenden Küstentanne (Foto: Thomas Beil)

Die Auftaktveranstaltung des diesjährigen Exkursions- und Fortbildungsprogrammes  des Forstvereins MV führte am 07.07.2017 in die Hansestadt Greifswald - genauer gesagt zur Universität. Seit ihrer Gründung im Jahr 1456 ist die Universität Greifswald im Besitz großer Waldgebiete und landwirtschaftlich genutzter Flächen und kann heute über 3000 ha Wald ihr Eigen nennen.

Die durch die Universitätsforstverwaltung erwirtschafteten Einnahmen stehen der Universität Greifswald zur Unterstützung von Forschung und Lehre zur Verfügung.

Am Vormittag verweilten die 27 Exkursionsteilnehmer für kurze Zeit freiwillig im Karzer. Mit seinen interessanten "Malereien", die von den inhaftierten Studenten hinterlassen wurden, war dies nur ein Punkt der von der Kustodie organisierten Führung, welche die spannende Geschichte der zweitältesten Universität Nordeuropa näher brachte.

Am Nachmittag standen  waldbauliche Themen im Vordergrund. Als erstes wurde ein mit Douglasie und Küstentanne aufgeforsteter Reparationshieb vorgestellt. Besonders beeindruckend waren einzelne Exemplare der Küstentanne, welche bei einem Alter von 67 Jahren einen BHD von 95 cm und eine Höhe von 42 Metern aufwiesen.

Nicht weniger beeindruckend waren die in unmittelbarer Nachbarschaft stehenden 235 Jahre alten  „Diedrichshäger Lärchen“, die als Flächennaturdenkmal ausgewiesen sind und schon fast eine Höhe von 50 Metern erreicht haben.

Sehr intensive Diskussionen gab es an einem der nächsten Exkursionspunkte. Hier hatte sich nach einer Endnutzung in einem Mischbestand aus Fichte, Kiefer, Buche und Lärche, unerwarteter Weise eine bürstendichte Naturverjüngung aus Lärche eingestellt. Es wurden verschieden Strategien erörtert, wie der  Bestand nun weiter behandelt werden soll, ohne die Stabilität der Naturverjüngung zu gefährden.   

Auch der letzte Exkursionspunkt bot noch einmal viel Diskussionsstoff. Ein 1961 angelegter Douglasien-Provenienz-Versuch  wurde im Jahr 2000 umgestellt in einen Douglasien-Durchforstungsversuch.

Diese sehr interessante Tagesexkursion, die auch mit vielen historischen Informationen untersetzt war, wurde maßgeblich durch den Leiter der Universitätsforstverwaltung, Herrn Wolfgang von Diest, und seinen Revierleitern vorbereitet und durchgeführt. Dafür möchten wir uns an dieser Stelle noch einmal ausdrücklich bedanken.

Thomas Beil

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