Forstverein Mecklenburg-Vorpommern e.V.

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FV MV: Deutschlands „Waldgebiet des Jahres“ 2016 ist ein Wald in Mecklenburg – Vorpommern!

Moderator David Pilgrim, Achim Schulz (Inselfreunde Usedom), Gerd Gamradt (Bürgermeister Ückeritz), Rainer Adam (BUND), Klaus Reimers (Bundesforstbetrieb Vorpommern-Strelitz) und Axel Stein (Forstverein MV). Foto: Jens Düring, BDF

Unser Bundesland Mecklenburg – Vorpommern ist zweifellos von sehr vielen und schönen landschaftlichen Reizen geprägt.
Besondere Höhepunkte stellen dabei Wälder dar, die ihre Kronen in den zahlreichen Binnenseen widerspiegeln. Unübertroffen aber ist der Wald an der Ostseeküste; geheimnisvoll, vielfältig, Mensch, Tier und Blume schützend. Der Wunsch des Bundes Deutscher Forstleute war ausgehend vom Internationalen Jahr der Wälder 2011, den „Wald mit allen seinen Funktionen, seiner gesellschaftlichen Dimension und insbesondere das Wirken und die Leistung der Forstleute verstärkt in das Bewusstsein der Öffentlichkeit“ und damit in die Politik zu transportieren. So entstand auch 2011 die Idee jährlich ein „Waldgebiet des Jahres“ in Deutschland auszurufen. Die Vorstellungen wurden zur Tat. Der Meulenwald in Rheinland-Pfalz wurde 2012 das erste „Waldgebiet des Jahres“. Für 2016 steht nun der Küstenwald Usedom im bundesweiten Interesse. Am 19. März 2016 fand dazu die Auftaktveranstaltung im Küstenschutzwald des Ostseestrandes in der Gemeinde Seebad Ückeritz statt. Die vielen angereisten Gäste aus unterschiedlichsten Einflussbereichen unterstrichen den Stellenwert dieser Veranstaltung. Neben Vertretern des Bundestages (1), Landtages Mecklenburg - Vorpommern (6), des Kreistages Vorpommern Greifswald (8) sowie aus Ämtern und Gemeinden konnte das Forstamt Neu Pudagla den Waldbesitzerverband, NABU, BUND, Naturpark Inselfreunde e.V., Inselverband, Tourismusverband M-V, die polnische Forstverwaltung, Forstverein M-V, Pommerschen Forstverein, Vertreter des Landwirtschaftsministeriums, Landesforstanstalt und natürlich den Bundesvorstand BDF sowie den Landesvorsitzenden des BDF begrüßen. Nicht zuletzt sollen auch die vielen „Schlachtenbummler“ der Region erwähnt sein, die sich diskussionsfreudig in die Veranstaltung einbrachten. In seiner Begrüßungsrede betonte Hans Jacobs, BDF Bundesvorsitzender, dass der Küstenwald Usedom ausgezeichnet wird, „weil es hier in besonderer Weise gelingt, den hohen Besucherdruck sowie die wichtige Aufgabe des Küstenschutzes in Einklang mit Naturschutz und der forstlichen Nutzung zu bringen. Die Auszeichnung gilt der erfolgreichen Arbeit der Forstleute und ihrer ausgewogenen Erfüllung aller gesellschaftlichen Ansprüche an den Wald sowie einer zukunftsweisenden Vernetzung mit zahlreichen Partnern für einen lebendigen Wald. Nicht zuletzt ist der 5.000 ha große „Küstenwald Usedom“ natürlich auch ein besonders schöner Wald.“ Unser auch für die Forstwirtschaft des Landes zuständige Minister Dr. Till Backhaus, auf dessen Anwesenheit die Ausrichter besonders stolz waren, referierte ausführlich und mit sehr viel Detailkenntnis über die Rolle des Waldes in der Zukunft. Der Minister betonte ausdrücklich, mit Seitenblick auf ein bekanntes Studentenlied, dass der Wald in Mecklenburg - Vorpommern ein Werk von Forstleuten ist und eben nicht so von alleine wächst. In einem Einheitsforstamt sind die besten Voraussetzungen gegeben, die vom Gesetzgeber geforderte Einheit von Nutz-, Schutz- und Erholungsfunktion, verbunden mit seinen Bildungsaufgaben, umzusetzen. Ein sehr positives Beispiel sah er hierfür auch in dem Wirken des Forstamtes Neu Pudagla in der Vergangenheit, in der Gegenwart und auch zukünftig.

Mit der Entwicklung des aktiven Küstenschutzen in Koserow für die gesamte südliche Ostseeküste ab 1818 / 1819 durch den Oberförster Schrödter, der Etablierung des Tourismus durch den Oberförster von Bülow 1824 im späteren Seebad von Weltgeltung Heringsdorf, der Einführung des freien Betretungsrechtes der Küstenwälder zu Erholungszwecken 1850 durch Oberförster Lenz oder der Renaturierung der Küstenschutzwälder entlang der Usedomer Außenküste in den 1990er Jahren wurden durch das Forstamt Neu Pudagla Meilensteine in der Forstpolitik und Gesamtwirtschaft in Mecklenburg Vorpommern gesetzt. Grund genug für den Landwirtschaftsminister zu betonen, dass der Erhalt insbesondere der Küsten- und Inselforstämter für die forstpolitische Entwicklung Mecklenburg – Vorpommerns von besonderer Wichtigkeit ist. Dieser Tenor setzte sich auch in den Diskussionsrunden fort. Die Themen „Tourismus im Einklang mit Natur und Holzeinschlag“ und „Was erwartet die Bevölkerung vom Wald“ diskutierten insgesamt 9 Vertreter aus Wirtschaft, Naturschutz, Tourismus und Politik. Die Forstwirtschaft wurde dabei u. a. durch den Vorsitzenden des Forstvereins Mecklenburg – Vorpommern, Axel Stein, argumentativ vertreten. Sein Credo hob auf die wirtschaftliche und klimatische Bedeutung des Rohstoffes Holz sowie der in diesem Zusammenhang stehenden notwendigen Wahrung eines ausgeglichenen Funktionendreiecks ab. Unisono betonten die Podiumsteilnehmer die beispielgebenden Leistungen des Forstamtes Neu Pudagla im Besonderen und der Landesforst M-V im Allgemeinen auf diesem Gebiet. Selbst der durch seine provozierenden Fragestellungen bekannte Reporter des NDR, David Pilgrim, gelang es nicht, diese beiden, nach seiner Auffassung, „Kuschelrunden“ zu sprengen. Der Höhepunkt der Tages war dann das Überreichen der Auszeichnung „Waldgebiet des Jahres 2016 – Küstenwald Usedom“ an den Stellvertreter des Vorstandes der Landesforst M-V, Herrn Thomas Fischer, und die Übergabe des Staffelstabes durch Elmar Kilz, Leiter des Forstamtes Grunewald, an den Leiter des Forstamtes Neu Pudagla, Herrn Felix Adolphi.
Musikalisch umrahmt wurde das 3-stündige Programm durch die Jagdhornbläser Insel Usedom e.V., den Besten des Landes und Deutschlandweit bekannt. Viele Gäste nahmen sich nach dem Imbiss die Zeit, das ausgezeichnete Waldgebiet selbst näher in Augenschein zu nehmen. Unter Leitung der Revierförster Sven Prabel (Revier Korswandt) und Günter Thoms (Revier Stagnieß) wurde dies zu einer kurzweiligen, mit Anekdoten und Wissenswertem gut gespickten „Bimmelbahn-“ und Fußexkursion. Mit dem Ende der Gesamtveranstaltung war sich jeder sicher, das Forstamt Neu Pudagla, ganz im Nordosten Deutschlands gelegen, ist ein sehr, sehr würdiger Träger dieser höchsten Anerkennung.
Es verbleibt mir nur zu wünschen, dass die vielen Forderungen von Außen, die an den Wald unseres Bundeslandes gestellt werden, durch die besondere Würdigung der Usedomer Küstenwälder mehr mit Augenmaß und vielleicht etwas konsequenter betrachtet werden.

Norbert Sündermann

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