Forstverein Mecklenburg-Vorpommern e.V.

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Berichte

Bodendenkmale im Wald – Schutz und Pflege des archäologischen Kulturerbes in MV

Bei der gemeinsamen Fachtagung des Forstvereins MV und des Landesamtes für Kultur und Denkmalpflege MV am 30. September 2016 begaben sich ca. 70 Teil­neh­mer auf die Spurensuche der letzten Jahrtausende. In unseren Wäldern verborgen liegt eine wertvolle Sammlung an archäologischen Denkmalen. Diese Bodendenkmale sind wichtige Belege der heimischen Geschichte und Hinterlassenschaften der auf dem Gebiet Mecklenburg-Vorpommerns einst siedelnden Menschen. In Tausenden von Jahren haben sich diese Spuren im Boden erhalten.

In verschiedenen Fachvorträgen informierten die Landesarchäologen über unterschiedliche Arten von Bodendenkmale und darüber, wie diese geschützt werden müssen und können. Gefährdungen für Bodendenkmale im Wald können insbesondere durch Befahrung bei der Holzernte, tiefes Pflügen, Windwurf (Bodendenkmal wird aus seinem ursprünglichen Verband gerissen), Nutzung von z. B. Hügelgräbern für jagdliche Einrichtungen und durch Raubgrabungen entstehen. Insgesamt wurde heraus­gestellt, dass Denkmalschutz im Wald nicht nur eine Herausforderung ist, sondern auch als Schatz gesehen werden muss, den es zu erhalten gilt.

Als Beispiel für das Miteinander von Forstwirtschaft und Denkmalschutz wurde das niedersächsische Schnippenburg-Projekt vorgestellt. Hier wurde ein Konzept entwickelt, dass forstliche Bewirtschaftung ohne Gefährdung von Bodendenkmale möglich macht. Dabei wurde erläutert, wie nicht nur die verschiedenen Interessen gewahrt, sondern auch auf sinnvolle Weise vereint werden können.

Auf die Frage „Kennst du den Schatz in deinem Wald?“ gibt die Waldfunktionenkarte für Mecklenburg-Vorpommern zahlreiche Antworten. Daten über die Bodendenkmale in Mecklenburg-Vorpommern werden zwischen dem Landesamt für Kultur- und Denkmalpflege MV und der Landesforst MV ausgetauscht und in die Waldfunktionen­karte übernommen. Hier gilt insbesondere das Motto: „Nur was man kennt, kann man auch schützen!“.

Bei der anschließenden Fachexkursion wurden im Rahmen eines Waldspaziergangs die verschiedenen Bodendenkmale im Bereich Levenstorf und Basedow vorgestellt. Dabei ist es gelungen, mit interessanten Beispielen und fundierten Informationen den Blick der Teilnehmer auf diese oft unscheinbaren Zeitzeugen zu lenken.

Als Fazit kann man sagen, dass es im Rahmen dieser gemeinsamen Veranstaltung von Forstverein und Denkmalpflege geglückt ist, das Interesse an den archäologischen Denkmälern im Wald zu wecken sowie ein Bewusstsein für ihre historische Bedeutung und die Notwendigkeit ihres Erhalts zu vermitteln. Um dieses zu verwirklichen, ist weiterhin eine enge Zusammenarbeit von Forstwirtschaft und Denkmalpflege wichtig.

Dr. Ursula Rüping

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