Forstverein Mecklenburg-Vorpommern e.V.

Die Landesforstvereine - Basis des Deutschen Forstvereins

FV MV: Erfahrungen mit Erstaufforstungen landwirtschaftlicher Nutzflächen in Neustadt-Glewe

Die Teilnehmer bei der Diskussion in einem wüchsigen Bergahorn-Bestand. Foto: Heiko Schulz

Zu einer interessanten Exkursion trafen sich am 22.06.2018 23 Teilnehmer im Kommunalwald der Stadt Neustadt-Glewe. Mit ca. 1.380 ha gehört diese Kommune zu den größten Waldbesitzern in Westmecklenburg. Schon seit mehr als 20 Jahren liegt die Bewirtschaftung des eigenen Waldes dabei in den Händen von Stadtförster Uwe Galonska, der zudem auch für die Leitung des städtischen Bauhofes mit insgesamt vier Arbeitskräften verantwortlich zeichnet. Unser Kollege führte zusammen mit Helmuth Grützmacher die bunt gemischte Gruppe dann auch zu den zahlreichen Exkursionspunkten, um uns seine Erfahrungen mit Erstaufforstungen ehemals landwirtschaftlich genutzter Flächen am praktischen Beispiel näher zu bringen und sich der fachlichen Diskussion zu stellen.

Insgesamt etwa 80 ha Neuwald wurden vor mehr als 20 Jahren unter fachlicher Anleitung des Stadtförsters als Ausgleich für die Ausweisung eines Gewerbegebietes an der A 24 aufgeforstet. Bei der Begründung kam ein breites Portfolio verschiedener Laub- und Nadelbaumarten zur Anwendung, welches von den heimischen Eichen, Bergahorn, Erle, Sommer- und Winterlinde, Rotbuche, Rosskastanie, diversem Wildobst, Ulme über Birke, Mehlbeere, Gemeine Esche, Roteiche, Vogelkirsche bis hin zu Gemeine Kiefer, Gemeine Fichte, Europäische Lärche und Douglasie reicht. Diese Vielfalt ist umso erstaunlicher, wenn man berücksichtigt, dass es sich bei den Aufforstungsflächen um ehemals sehr grundwassernahe, aber mittlerweile stark entwässerte Standorte mit armer Nährstoffausstattung handelt, deren bodenbildende Substrate kalkfreie, mittel- bis feinkörnige Sande bilden. Auch wenn zum damaligen Zeitpunkt kaum Erfahrungen zur Bestandesbegründung auf landwirtschaftlichen Flächen vorlagen, ist es doch heute beeindruckend zu sehen, welche Waldbilder durch diese Maßnahme entstanden sind. Erfreulicherweise führten geringe Wild- und Mäuseschäden insgesamt nicht zu größeren Ausfällen. Hierzu trugen sicher der Zaunbau auf 60 % der Fläche sowie das Mulchen in den Zwischenreihen als Kulturpflege bei. Versuche, einer ankommenden starken Bodenflora durch die Einbringung von Begleitschutzdecken aus Waldstaudenroggen zu begegnen, hatten allerdings starke Mäuseschäden zur Folge. Frost, als ein weiterer Schadfaktor in Erstaufforstungen, trat erfreulicherweise nur an den Roteichen in den Kulturen auf. Allerdings froren hier z. T. bis zu 70 % der Pflanzen dieser Baumart in den ersten Jahren zurück. Das Eschentriebsterben verschonte die auf einzelnen Flächen eingebrachten Eschen natürlich auch nicht. Die zu beobachtenden Ausfälle sind mittlerweile enorm, was in einem vorgeführten ehemaligen Erlen-Eschen-Mischbestand eindrucksvoll begutachtet werden konnte.

Nach einem gemütlichen Mittagessen, welches nochmals die Möglichkeit für einen regen Gedankenaustausch bot, klang die Exkursion mit einer Wanderung durch den Schlosspark Ludwigslust aus, deren fachliche Begleitung ebenfalls Herr Galonska übernahm.

Der Forstverein Mecklenburg-Vorpommern dankt der Stadt Neustadt-Glewe sowie ihrem Stadtförster für die Vorbereitung und Durchführung der Exkursion.

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