Deutscher Forstverein e.V.

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Im dichten Fichtendickicht - Baum des Jahres 2017 ist die Fichte

Die Fichte – der häufigste Baum in deutschen Wäldern (Bildautor: A. Roloff)

Der Deutsche Forstverein begrüßt die Wahl zur Fichte zum Baum des Jahres 2017. „Die Fichte prägt viele Landschaften unserer Heimat und ist so vielseitig wie kaum eine andere Baumart“, sagt Carsten Wilke, Präsident des Deutschen Forstvereins. „Ob als Weihnachtsbaum, Dachstuhl, Badezusatz oder Vanillearoma: Fichtenholz ist begehrt!“ Auch wenn Fichtenholz nach wie vor gebraucht wird und die Nachfrage sehr hoch ist, ist seit Jahrzehnten der Waldumbau von reinen Fichtenwälder hin zu Laub- und Mischwäldern in vollem Gange.

Diese interessante und schöne heimische Baumart wird völlig zu Unrecht als  Inbegriff von "naturferner Monokultur" verunglimpft. „Man macht es sich heute sehr einfach, wenn man die Forstwirtschaft für die in den Nachkriegsjahren gepflanzten Fichtenwälder pauschal kritisiert. Aus damaliger Sicht war die schnelle Aufforstung der durch die Kriege kahlgeschlagenen und geplünderten Waldflächen und die Erzeugung von schnellwachsendem Bauholz genau das richtige. Keine andere Baumart wäre wie die Fichte geeigneter dazu gewesen“, findet Wilke. Gerade auch im Forstverein haben Generationen von Forstleuten, Forstwissenschaftlern und Waldbesitzern über die Sinnhaftigkeit eines großflächigen Fichtenanbaus immer wieder kontrovers diskutiert. Der heutige Fichtenanteil von 25% wird in den kommenden Jahrzehnten unter 20% sinken. Dieses ist auch dem Klimawandel geschuldet, der der Fichte auf trockenen Standtorten große Probleme bereitet, denn sie ist auf eine kontinuierliche Wasserverfügbarkeit angewiesen. Vor dem Hintergrund der gewaltigen Herausforderungen, die mit der Verwendung erneuerbarer Rohstoffe einhergehen, wird die Fichte aber auch in der Zukunft einen wichtigen Beitrag leisten müssen. Stabile und standortgerechte Wälder, die sowohl den Ansprüchen der Artenvielfalt, den wirtschaftlichen Zielen der Waldbesitzer und der innovativen Holzverwendung  als auch den Folgen des Klimawandels gerecht werden, ist Ziel eines nachhaltigen Waldbaus. Zu diesem Waldbau gehört auch die Fichte, die sich hervorragend als Mischbaumart eignet und dort ihre überragende Wuchsleistung, die wiederum für den wirtschaftlichen Erfolg der Forstbetreibe enorm ist, stabil und nachhaltig entfalten kann. „Mit der Ausrufung der Fichte hat die Baum des Jahres Stiftung eine gute Wahl getroffen, da sich jetzt die Gelegenheit einer sachlichen Auseinandersetzung mit dieser ‚politischen‘ Baumart bietet“, so Wilke.

Hintergrundinformationen

Baum des Jahres: Jedes Jahr im Oktober ruft die Baum des Jahres – Dr. Silvius Wodarz Stiftung den vom Kuratorium gewählten Baum des Jahres aus. Damit soll der Fokus auf eine bestimmte Baumart gelenkt werden und Wissen an Kinder und Erwachsene vermittelt werden. Zahlreiche Aktionen, insbesondere am Tag des Baumes am 25. April, unterstützen diese Arbeit. Der Deutsche Forstverein hat seit Jahren eine enge Kooperation mit der Baum des Jahres Stiftung.

Fichte (Picea abies): In Deutschland kommt die Fichte, wissenschaftlicher Name Picea abies, von Natur aus in höheren Lagen der Mittelgebirge und den Alpen vor, wo sie oberhalb von 1000 Metern auch oft natürliche Reinbestände bildet. Sie kann bis zu 50 m hoch und 600 Jahre alt werden. Der gerade Stamm und etagenweise Aufbau der Äste sind typisch. Die länglichen, braunen Zapfen hängen von den Zweigen herab und fallen im September zu Boden. Fichtennadeln sind spitz und stechen bei Berührung. Der Nähstoffbedarf der Baumart ist – bei guten Wuchsleistungen – gering. Stockt sie nicht standortgerecht, ist sie anfällig für Sturmwurf, Rotfäule und Borkenkäferschäden. Das Holz ist relativ leicht, fest und elastisch. Es eignet sich als Bauholz, für Möbel und als Rohstoff in der Papierindustrie. Seit knapp zwei Jahrhunderten prägt die Fichte den deutschen Wald. Ende des 18. Jahrhunderts war ein großer Teil der Wälder heruntergewirtschaftet, der Bedarf an Bauholz, Brennmaterial und Weidefläche groß. Die Fichte eignete sich als anspruchslose Baumart hervorragend zur Wiederaufforstung devastierter Standorte.

Weitere ausführliche Informationen finden Sie unter www.baum-des-jahres.de

Fichtenbild zum Download (6 MB), Bildautor: Andreas Roloff

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