Deutscher Forstverein e.V.

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Berichte

Forstverein weist auf die Bedeutung der Wälder für das Grundwasser hin und benennt Probleme

• Internationaler Tag der Wälder am 21. März zum Thema „Wälder und Wasser“

• 70 Prozent des Trinkwassers stammt aus dem Wald

• Forstverein fordert, bei der Entnahme von Grundwasser den Schutz der Wälder und die Belange der Forstwirtschaft zu berücksichtigen

Göttingen 17.03.2016. Unter Deutschlands Wälder schlummern gewaltige Reserven: Das Ökosystem Wald ist der größte Süßwasserspeicher in Deutschland. Etwa 70% des bundesweit gewonnenen Trinkwassers stammt aus Grund- und Quellenwasser, das in Wäldern gewonnen wird. „Damit das so bleibt fordern wir, bei der Entnahme von Grundwasser den Schutz der Wälder und die Belange der Forstwirtschaft zu berücksichtigen.“ sagt Carsten Wilke, Präsident des Deutschen Forstvereins.

Das offizielle Themenlogo der FAO zum Internationalen Tag der Wälder (Quelle: www.fao.org)

Natürliche Bachläufe und Überflutungszonen in Wälder unterstützen die Schwammwirkung des Waldbodens (Foto: Marcus Kühling/DFV)

Das diesjährige Schwerpunktthema „Wälder und Wasser“ des Internationalen Tages der Wälder greift diese besondere Schutzleistung der Wälder auf, um die Zusammenhänge zwischen einer nachhaltigen Forstwirtschaft und sauberem Wasser aufzuzeigen. Der Wald reinigt und filtert die Niederschläge. Der Waldboden kann – wie ein Schwamm – das Wasser aufnehmen und speichern. In den oberen 10 cm des Waldbodens, also der humusreichen Schicht, werden bis zu 50 Liter Niederschlagswasser pro Quadratmeter gespeichert. Mikroorganismen im Waldboden sorgen für die Aufbereitung des Wassers, sodass das Grundwasser aus dem Wald meist ohne kostspielige Reinigung als Trinkwasser genutzt werden kann. Die meisten Anlagen zur Trinkwassergewinnung liegen in Waldflächen. Oftmals sind diese Flächen auch als Wasserschutzgebiete ausgewiesen, was besondere Auflagen für Nutzung der Wälder mit sich bringen kann. Grundsätzlich werden die Wälder in Deutschland sehr pfleglich bewirtschaftet, und auf einen Einsatz von Dünger oder Pflanzenschutzmitteln wird nahezu verzichtet. Hier werden die Waldbesitzer jedoch oft alleine gelassen. Während die Wasserversorger einerseits Geld bei der Aufbereitung des Wassers sparen und gleichzeitig Einnahmen aus dem Trinkwasserverkauf erzielen, geht der Waldbesitzer in der Regel leer aus.  

Viele Wälder leiden unter dem sinkenden Grundwasserspiegel, der durch die Entnahme von Trink- und Brauchwasser in Einzugsbereichen von Ballungszentren entsteht. Grundwasserabsenkungen von bis zu drei Metern in den letzten Jahrzehnten, sind entlang des Oberrheingrabens oder südlich der Stadt Hamburg zu verzeichnen. Die Wälder weisen heute deutliche Schäden auf und sind anfälliger für Krankheiten und Insektenbefall, was sogar zum Absterben der Bäume führen kann.

Auch durch die Wasserentnahme für landwirtschaftlichen Flächen kann ein Problem für die Wälder darstellen. Um höhere Erträge bei z.B. Gemüse- oder Kartoffelanbau zu erzielen, werden viele Ackerflächen insbesondere im Frühsommer bewässert. Dieses führt in den Waldgebieten in den Einzugsbereichen zu einer Grundwasserabsenkung. „Auch wenn dies nur temporär ist, wird den Bäumen in der kritischen Phase des Wachstums buchstäblich das Wasser unter den Füßen weggezogen“, sagt Wilke. Die Schwächung der Bäume kann man leicht an den Kronenverlichtungen erkennen. Diese führt wiederum zu Ertragseinbußen in der Forstwirtschaft, die nicht kompensiert werden.

 

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Waldbach Foto:Marcus Kühling/DFV: JEPG-Datei (3MB)

 

Hintergrundinformationen

Internationaler Tag der Wälder

Der 21. März wurde erstmals 1971 Jahren von der FAO (Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen) als „Tag des Waldes“ ausgerufen. Dies geschah als Reaktion auf die globale Waldvernichtung. Mit knapp vier Milliarden Hektar bedecken Wälder noch rund 30 Prozent der Erdoberfläche. Während sich – ausgehend von Deutschland – seit über 300 Jahren eine nachhaltige Forstwirtschaft in vielen Teilen Europas etablierte, ist die Sorge um die Regenwälder groß, die nach wie vor durch Raubbau und Klimawandel bedroht sind. Ende des Jahres 2012 wurde dann auf Beschluss der Plenarsitzung der UN-Generalversammlung der traditionelle 21. März eines jeden Jahres zum „Tag der Wälder“ auf internationaler Ebene erklärt. Dieser Welttag der Forstwirtschaft soll die Wichtigkeit aller Arten von Wäldern und ebenso der Bäume außerhalb von Wäldern betonen und würdigen. Einer breiten Öffentlichkeit soll deutlich gemacht werden, dass es im internationalen Zusammenspiel gilt, die nachhaltige Bewirtschaftung, die Erhaltung und die Entwicklung aller Arten von Wäldern und Bäumen zugunsten heutiger und künftiger Generationen zu stärken.http://www.fao.org/forestry/international-day-of-forests

Deutscher Forstverein: Der Deutsche Forstverein ist die älteste Interessenvertretung für Wald und Forstwirtschaft in Deutschland und hat sich zur Aufgabe gemacht, die Zusammenhänge rund um den Wald zu hinterfragen und Denkmodelle für eine gemeinsame Zukunft von Mensch und Wald zu erarbeiten. Er setzt sich für den Erhalt und die Vergrößerung der Waldfläche und eine nachhaltige multifunktionale Forstwirtschaft ein. Vom 17. bis 21. Mai 2017 findet die 68. Forstvereinstagung in Regensburg statt: www.regensburg2017.de.

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