Deutscher Forstverein e.V.

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Berichte

Forest Expert-exchange in deutschen Wäldern

Expertenaustausch zwischen deutschen und indonesischer Forstfachleuten zum Thema Aufforstung und Wiederbewaldung

Gruppenbild mit Revierleiter Einhorn, FA Oerrel. (Foto: Lutz Hofheinz)

Im Rahmen einer neuntägigen Informations- und Studienreise im August und September diesen Jahres besuchte eine Gruppe indonesischer Forstleute forstlich relevante Institutionen im Norden und Osten Deuschlands. Dieser fachliche Austausch fand im Rahmen einer strategischen Partnerschaft des Deutschen Forstvereins und des Forest- und Climate Change-Programms (FORCLIME) der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) statt. Innerhalb des vom Bundeslandwirtschaftsministerium initiierten Forest Expert Programms hatte der Forstverein die Reise vorbereitet und organisiert.  

Teilnehmer der Delegation waren die Leiter mehrerer indonesischer Forstämter, Mitarbeiter von Provinzforstverwaltungen sowie Vertreter mehrerer Abteilungen des Nationalen Forstministeriums in Jakarta.

Dem in Indonesien immer wichtiger werdenden thematischen Schwerpunkt „Wiederaufforstung und Forest Landscape Restoration“ entsprechend wurde beim Besuch der Alfred Toepfer-Akademie für Naturschutz des Niedersächsischen Umweltministeriums (Schneverdingen) zunächst die forstliche Ausgangslage in Deutschland vorgestellt und der historische Hintergrund umfangreicher Wiederaufforstungen in der Lüneburger Heide beleuchtet.

Da auch Aufbau und Abläufe in deutschen Forstämtern von besonderem Interesse sind, konnten sich die Teilnehmer anschließend am Beispiel des Niedersächsischen Forstamtes Sellhorn ein Bild von den Strukturen eines öffentlich-rechtlichen Forstbetriebes und der Organisation und Arbeitsweise eines seiner Teilbetriebe machen. 

Als nächstes standen die rechtlichen Rahmenbedingungen der Erzeugung forstlichen Vermehrungsgutes sowie die Ernte, Veredelung und Lagerung von Saatgut mitteleuropäischer Waldbaumarten auf dem Program. Zu diesem Thema lieferte die Forstsaatgut-Beratungsstelle Oerrel Informationen aus erster Hand, darüber hinaus wurden technische Maßnahmen im Umgang mit Forstsaatgut praxisnah demonstriert.

Im weiteren Verlauf der Studienreise erhielten die Kollegen aus Indonesien die Gelegenheit, sich in zwei führenden, privaten Baumschulbetrieben über Rahmenbedingungen und rationelle Arbeitstechniken bei der Erzeugung hochwertiger Forstpflanzen zu informieren.

Gegen Ende der Exkursionsprogramms widmete man sich Fragen der Aufforstung marginaler Standorte. Im Hinblick auf die anstehende Rehabilitierung ausgedehnter Abbauflächen in verschiedenen Provinzen Indonesiens ist dieses Thema von besonderer Relevanz und stieß dementsprechend auf großes Interesse. Insbesondere wurde die Wiederbewaldung ehemaliger Braunkohle-Tagebaugebiete im Staatsforstbetrieb Sachsenforst, Forstbezirk Leipzig in Theorie und Praxis vorgestellt und ausgiebig diskutiert.

Bei der Schlussbetrachtung der Eindrücke und Erlebnisse zeigten sich die Besucher von der beruflichen Identifikation deutscher Förster besonders beeindruckt. Darüber hinaus war aufgefallen, dass Forstämter in Deutschland im Vergleich mit indonesischen Dienststellen mit sehr weitreichenden Kompetenzen ausgestattet sind und über große Entscheidungsspielräume verfügen. Auch war vor allem in den niedersächsischen Forstämtern klar geworden, dass der Wiederaufbau vielfaeltiger und stabiler Wälder mitunter einen langen Atem erfordert und mehrere Wald- und Förstergenerationen in Anspruch nehmen kann. Und im Zusammenhang mit dem Besuch der Baumschulbetriebe imponierten nicht nur die beachtlichen Kapazitäten dieser Unternehmen, sondern vor allem auch die vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen öffentlichem und privatem Sektor.

Nicht zuletzt nahmen die Kollegen aus Südostasien den Deutschen Forstverein als einen kompetenten Ansprechpartner für alle Fragen der Forstwirtschaft in Deutschland wahr, dessen Geschäftsführer es sich nicht nehmen ließ, die Gruppe über weite Strecken des Besuchsprogramms zu begleiten und über wichtige Zusammenhänge persönlich zu informieren. Das FORCLIME-Vorhaben bedankt sich an dieser Stelle für die gute Zusammenarbeit und wird die Kooperation in Zukunft weiter fortführen.

Lutz Hofheinz
FORCLIME Forests and Climate Change Programme (TC)

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