Deutscher Forstverein e.V.

PMs DFV

Berichte

Forderungen des DFV in der Krise:

Die Welt braucht Wald!

Der Wald ist ein hohes Gut in Deutschland und weltweit. In der jetzigen Krisensituation sind politische Initiativen wichtig und notwendig, um den Walderhalt zu gewährleisten. Der Deutsche Forstverein forderte schon 2015 bei seiner 67. Jahrestagung in Flensburg:

1. Mehr Wald für Deutschland
2. Verstärkte Holzverwendung zur Erreichung der Klimaziele des G7-Gipfels
3. Biodiversität in Wäldern muss erhalten bleiben
4. Stärkung der Forstwirtschaft in Politik und Gesellschaft
5. Beschluss einer internationalen Waldkonvention.

Diese Punkte waren und sind nach wie vor wichtig für die Forstwirtschaft, doch blieben sie zu diesem Zeitpunkt ungehört.

Der Deutsche Forstverein fordert deshalb erneut:

1. Stärkung der Forstwirtschaft in Politik und Gesellschaft
Die Politik muss endlich ihre Beiträge zur Akzeptanzsteigerung der Forstwirtschaft und deren gesellschaftlichen Leistungen liefern. Gerade der ländliche Raum ist auf die Arbeitsplätze in der Holz- und Forstwirtschaft angewiesen. In strukturschwachen Gegenden bieten Forst- und Holzbetriebe unverzichtbare innovative und zukunftsorientierte Arbeitsplätze. Die Allgemeinheit bzw. die Bevölkerung muss in unser Tun miteinbezogen werden, denn der Wald ist für viele ein essenzieller Teil des Lebens. Wald ist Erholungsraum, Arbeitsplatz, Jagdrevier, Sportstätte, Rohstofflieferant, Sauerstoffproduzent, Wasseraufbereiter, Kindertagesstätte, Schutzgut, Lernort und vieles mehr. Zurzeit gelingt es uns, viele für das Thema Wald zu begeistern und zu sensibilisieren. Deshalb ist es auch unerlässlich, diese Menschen aktiv für den Schutz des Waldes zu begeistern und sie auch an ihre eigene Verantwortung im Klimawandel aufmerksam zu machen, denn wir alle sind ein Auslöser. Deshalb benötigen wir eine Einstellungs-, Ausbildungs- und Fortbildungs-Offensive für Forstpersonal! Qualifiziertes Personal ist besonders in der jetzigen Situation essenziell. Nur so können wie gewährleisten, dass Fachleute einen faktenbasierten Dialog vor Ort mit der waldnutzenden Bevölkerung führen. Gleichzeitig muss die Politik auch genau diesem forstlichen Fachpersonal Vertrauen entgegenbringen, besonders in der Krisensituation. Eine Beratung der Waldbesitzenden, besonders im kleinstrukturierten Privatwald muss gewährleistet werden, ebenso wie die Information der Waldbesuchenden dauerhaft intensiviert werden muss. Dafür sind die erforderlichen finanziellen und strukturellen Rahmenbedingungen zu schaffen, denn als Mitverursacher des Klimawandels muss die Allgemeinheit für den Wald einstehen.

2. Mehr Wald für den Klimaschutz
Die von der Bundeswaldinventur festgestellte Waldfläche von 32 % reicht keinesfalls aus, um eine Verringerung der Treibhausgase zu erreichen. Der Waldanteil in Deutschland soll um 2,5 Millionen Hektar erhöht werden. Doch muss nicht nur die Waldfläche in Deutschland erhöht werden, der vorhandene Wald muss erhalten werden. Der Waldumbau zur Anpassung der Wälder an den Klimawandel muss weitervorangetrieben werden! Deshalb sind Mischbestände zu fördern. Hierfür müssen Pflanzungen und Mischbaumarten durch regelmäßige Kultur- und Pflegemaßnahmen gefördert und stabilisiert werden. Diese Maßnahmen sind im Rahmen des Waldumbaus unerlässlich. Auch der Anbau eingeführter und an das veränderte Klima besser angepasster Baumarten ist in diesem Zusammenhang nötig.

3. Verstärkte Holzverwendung
Zur dauerhaften Bindung von Kohlenstoff muss eine verstärkte hochwertige Holzverwendung erreichet werden. Diese Nutzung des nachwachsenden Rohstoffes Holz aus den in Deutschland nachhaltig bewirtschafteten Wäldern leistet einen wesentlichen Klimaschutzbeitrag, durch die langfristige CO2-Bindung und die Substitution energie-intensiv hergestellter Produkte aus fossilen Ressourcen. Daher fordern wir eine Holzbauoffensive für Deutschland. Im öffentlichen Bereich müssen deshalb beispielgebende Objekte in Holzbauweise umgesetzt werden und im privaten Bereich ist diese zu fördern. Der Ausbau und die Förderung klimaneutraler, moderner und sauberer Holzenergie ist voranzutreiben, mit dem Ziel fossile Brennstoffe zu ersetzen und deren Verbrauch langfristig auf null zu reduzieren. Weitere Forschung zur Verwendung von Holz und Werkstoffen auf Holzbasis ist zu intensivieren, besonders die Verwendungsmöglichkeiten von Laubholz müssen weiter ausgebaut werden.

4. Biodiversität in den Wäldern muss erhalten werden
Um Mischwälder zu erhalten, ist eine erfolgreiche und zielgerichtete Jagd unerlässlich. Dafür ist eine Anpassung der gesetzlichen Rahmenbedingungen nötig. Diese sollen eine unverzügliche und unkomplizierte Anpassung überhöhter Schalenwildbestände ermöglichen und Waldumbau bzw. Walderhalt mit einer flächendeckenden Waldverjüngung in der Regel ohne Schutzmaßnahmen ermöglichen. Für die Anpassung an den Klimawandel sind gemischte Wälder unerlässlich. Deshalb brauchen wir eine große Anzahl an klimaangepassten Baumarten die Forschung zu Baumarten und Herkünften muss intensiviert werden.

5. Forcierung internationaler Lösungen
Der ins Stocken geratene Prozess einer Waldkonvention zum Schutz und zur nachhaltigen Nutzung der Wälder muss auf internationaler Ebene fortgeführt werden. Der Klimawandel ist eine globale Angelegenheit, und er erfordert auch globale Lösungen! Die Waldbrände in Brasilien und der damit einhergehende massive Verlust von Waldflächen in den Tropen zeigen, wie wichtig eine Kommunikation und Lösungsfindung im globalen Kontext ist. Die Flächen in Deutschland sind begrenzt und die Waldflächen der Tropen sind essenziell, um die Wirkungen des Klimawandels abzumildern und die gesetzten Klimaziele zu erreichen. Die aktuelle Situation im Amazonasgebiet zeigt aber auch, wie wichtig es ist neben der Einrichtung von Schutzgebieten auch Konzepte für die nachhaltige, pflegliche und schonende Bewirtschaftung von Tropenwäldern zu implementieren. Wenn die Zerstörung von Tropenwald für landwirtschaftliche Produkte lukrativ, die Waldbewirtschaftung aber nicht zur Wertschöpfung der Bevölkerung beiträgt, dann ist die Walderhaltung immer gefährdet.

Der Deutsche Forstverein engagiert sich schon seit einigen Jahren im internationalen Kontext und ermöglicht mit seinem Forest Expert Program einen Austausch mit Hospitanten auf internationaler Ebene. Wir fordern, dass das BMEL diesen Austausch weiter unterstützt und so einen Wissenstransfer ermöglicht.

 
gez. Carsten Wilke
Präsident

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