Deutscher Forstverein e.V.

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Danckelmann erstrahlt im neuen Glanz – Forstverein würdigt Praktiker und Visionär

Eberswalde. Nach genau 110 Jahren nach der Einweihung erstrahlt das auf Initiative des Forstvereins nun von der Stadt Eberswalde sanierte Bernhard-Danckelmann-Denkmal wieder im neuen Glanz. In einer kleinen Feierstunde wurde am 10. August einer der wichtigsten forstlichen Akteure im ausgehenden 19. Jahrhundert und Gründer des Deutschen Forstvereins (DFV) geehrt und seine herausragende Leistungen als Organisator der forstlichen Lehre und Forschung, praxisverbundener Lehrer, engagierter Forstpolitiker und Mitbegründer nationaler und internationaler Verbände gewürdigt.

Der Prodekan des Fachbereichs Wald und Umwelt der HNEE Prof. Wolf-Henning von der Wense, der Präsident des Deutschen Forstvereins Carsten Wilke, die Vorsitzende des Brandenburgischen Forstvereins Constanze Simon und der Bürgermeister der Stadt Eberswalde Friedhelm Boginski (v.l.n.r.) konnten in einer kleinen Feierstunde knapp 100 Ehrengäste begrüßen und das sanierte Danckelmann-Denkmal einweihen (Foto: M. Kühling/DFV).

Forstvereinspräsident Carsten Wilke freute sich in seinem Grußwort über die große Resonanz und stellte die herausragenden Verdienste seines Vorgängers dar. „Bernhard Danckelmann war ein  Praktiker par excellence und Visionär. Seit unserem ersten Vorsitzenden ist der Forstverein ein wichtiges Sprachrohr dafür, dass die Belange des Waldes in Politik und Gesellschaft Gehör finden“, so Wilke. Bürgermeister Friedhelm Boginski ist stolz auf den Ehrenbürger der Stadt Eberswalde und wies auf die Verdienste Danckelmanns für die Stadt und Region hin. Dabei sieht er Männer wie ihn als Vorbild für die Jugend, um für ihr Leben und ihre Heimat etwas zu bewegen. Der Prodekan des Fachbereichs Wald und Umwelt der Hochschule für Nachhaltige Entwicklung (HNEE) Prof. Wolf-Henning von der Wense stellte das Wirken Danckelmanns für die forstliche Ausbildung dar und skizzierte die heutigen Aufgaben und Herausforderungen der Fachhochschule in Eberswalde.

Die Vorsitzende des Brandenburgischen Forstvereins Constanze Simon stellte in Ihrer Festansprache die Frage: „Wie aktuell ist Danckelmanns Gedankengut heute?“. Sie ging hierbei insbesondere auf die vorausschauenden politischen und gesellschaftlichen Sichtweisen Danckelmanns in Bezug auf Wald und Forstwirtschaft ein. Dabei sparte sie auch nicht mit Kritik an den derzeitigen Zuständen in der brandenburgischen Forstverwaltung in Hinblick auf die geplante Auflösung der Einheitsforstverwaltung. Wie auch Danckelmann sieht Simon den Mangel an Forstleuten kritisch und fordert einen Einstellungskorridor.

Im Rahmen der Feierstunde wurde der ehemalige Vorsitzende des Brandenburgischen Forstvereins, Prof. Dr. Klaus Höppner, mit der Ehrenmitgliedschaft ausgezeichnet. Höppner war auch maßgeblich an der Sanierung des Denkmals beteiligt. Ein Rundgang über den Stadt-Campus der Hochschule für Nachhaltige Entwicklung Eberswalde (HNEE) und ein kleiner Imbiss für die ca. 100 Teilnehmer schlossen die Veranstaltung ab.

Das Danckelmann-Denkmal wurde vom Bildhauer Fritz Heinemann aus Berlin-Charlottenburg gestaltet und in Lauchhammer gegossen. Die Einweihung der 2,40 m hohen Plastik erfolgte am 10. August 1905 aus Anlass des 75-jährigen Bestehens der forstlichen Lehrstätte Eberswalde. Von 1974 bis 1992 stand das Denkmal im Forstbotanischen Garten und kam zur 100-Jahrfeier des Internationalen Verbandes Forstlicher Forschungsanstalten (IUFRO) wieder an seinen jetzigen Standort. Auf Initiative des Deutschen Forstvereins wurde das Denkmal nun mit Unterstützung durch die Stadt Eberswalde und den Landkreis Barnim restauriert. Eine vom Deutschen und Brandenburgischen Forstverein mit Unterstützung der GRUBE KG neu aufgestellte Informationstafel verdeutlicht Leben und Wirken Danckelmanns.

Zusatzinformation: Landforstmeister Dr. jur. Bernhard Danckelmann: Geboren wurde der Forstmann, Lehrer, Wissenschaftsorganisator und Forstpolitiker am 5.4.1831 in Oberkrämer bei Arnsberg/Westfalen. Von 1866 bis 1901 Direktor der Forstakademie Eberswalde und seit 1871  zugleich Leiter des forstlichen Versuchswesens in Preußen. Als Experte für das Jagd- und Forstrecht arbeitete er seit 1890 an der Ausarbeitung des Bürgerlichen Gesetzbuches mit. Er wurde 1891 zum Ehrenbürger der Stadt Eberswalde ernannt. Er gründete 1892 in Eberswalde den "Internationalen Verband der Forstlichen Versuchsanstalten", dem er von 1894 bis 1896 als Präsident (Obmann) vorstand. Heute arbeitet der Verband weltweit unter dem Namen "Internationaler Verband Forstlicher Forschungsanstalten" (IUFRO). 1899 war er Mitbegründer und erster Vorsitzender des Deutschen Forstvereins. 19.1.1901  verstorben in Eberswalde

Foto zur PM (Autor M.Kühling/DFV): JPG-Datei

Rede der Vorsitzenden des Brandenburgischen Forstvereins Constanze Simon: PDF-Datei