Deutscher Forstverein e.V.Aktuelles

PM: Verbindende Kraft der Wälder fördern

Deutschlands größtes Waldnetzwerk tagt derzeit in Rostock

Die gemeinsame Verantwortung für den Erhalt und die nachhaltige Nutzung der Wälder führt derzeit Forstexperten aus ganz Deutschland sowie dem benachbarten Ausland an die Ostsee. Drei Tage lang stehen auf der 72. Tagung des Deutschen Forstvereins e. V.der aktuelle Entwicklungsbedarf der Wälder sowie der dafür nötige politische Rahmen im Fokus der Fachleute.

„Dass fast 1.000 Forstleute unserer Einladung nach Rostock gefolgt sind, zeigt wie groß der Bedarf ist, sich fachlich über die Zukunft der Wälder auszutauschen“, freut sich der Präsident des Deutschen Forstvereins Prof. Dr. Ulrich Schraml über die hohe Attraktivität des Tagungsprogrammes und des Tagungsortes.

Mit dem Ostseeraum finden die Waldexperten eine Region vor, in der das Überwinden von Grenzlinien Tradition hat. Hier knüpft nicht nur das Tagungsmotto „Wald – Wasser – Küste: Tradition bewahren, Zukunft gestalten“ an, sondern das zentrale Anliegen der Tagung. „Forstvereinstagungen bringen Menschen aus verschiedenen Waldlandschaften, verschiedenen Alters, aber vor allem auch Wissenschaft, Betriebspraxis und Politik zusammen. Das gibt die kreative Mischung an Ideen und ermöglicht den breiten Erfahrungsaustausch, den die im Klimawandel anstehende Weiterentwicklung der Wälder braucht. Wenn andernorts Veranstaltungen stattfinden, um das Trennende zu betonen, dokumentiert unsere Tagung die gemeinsame Begeisterung für Wald und das notwenige Zusammenspiel der Akteure“, so Schraml weiter.

Dr. Till Backhaus, langjähriger Forstminister von Mecklenburg-Vorpommern verdeutlicht, dass von Deutschlands größtem Förstertreffeneine Botschaft ausgehen soll, die weit über den Wald hinausreicht. „Dass die Deutsche Forstvereinstagung bereits zum zweiten Mal in Mecklenburg-Vorpommern stattfindet – zuletzt vor 27 Jahren in Schwerin – ist eine große Auszeichnung für unser Land. Mecklenburg-Vorpommern steht heute wie kaum ein anderes Bundesland für Waldmehrung und naturnahe Dauerwälder. Unsere Waldfläche ist seit 2012 um fast 5.700 Hektar gewachsen. Mit dem größten staatlichen Aufforstungsprogramm der Landesgeschichte entstehen mehr als 2.000 Hektar neuer Wald und rund 16 Millionen neue Bäume. Gleichzeitig sichern rund 2.800 Unternehmen mit 15.500 Beschäftigten im Cluster Forst und Holz Wertschöpfung und Arbeitsplätze im ländlichen Raum. Die Bundeswaldinventur zeigt aber auch: Klimawandel, Trockenheit und Extremwetter setzen unsere Wälder zunehmend unter Druck. Umso wichtiger ist der konsequente Umbau hin zu klimaresilienten Misch- und Dauerwäldern. Die Tagung in Rostock sendet deshalb ein wichtiges Signal: Waldschutz, nachhaltige Nutzung und Zukunftsgestaltung gehören zusammen“, sagte Dr. Till Backhaus.

Dr. Ute Fischer-Gäde, Senatorin für Stadtplanung, Bau, Klimaschutz und Mobilität der Hanse- und Universitätsstadt Rostock betont das besondere Engagement der Stadt: „Dass Rostock in diesen Tagen zur inoffiziellen Waldhauptstadt
Deutschlands wird, ist für unsere Stadt eine besondere Ehre. Mit der Tagung des Deutschen Forstvereins kehrt eine traditionsreiche Veranstaltung an einen Ort zurück, der eng mit der Geschichte des Verbandes verbunden ist – gegründet wurde der Deutsche Forstverein 1899 hier in Mecklenburg, in Schwerin, die letzte Tagung in Rostock fand vor genau 100 Jahren statt. Das Waldgebiet der Rostocker Heide befindet sich seit dem Kauf durch die Stadt im Jahr 1252 ununterbrochen im Besitz der Rostockerinnen und Rostocker. Mit rund 6.000 Hektar Küstenwald zählt Rostock zu den größten kommunalen Waldbesitzern Deutschlands und setzt seit Jahrzehnten auf eine nachhaltige Waldbewirtschaftung.“
 

Hintergundinformationen 72. Forstvereinstagung:

Vom 03. bis zum 07. Juni 2026 kommen nach 100 Jahren wieder annähernd 1000 Waldexperten aus dem gesamten Bundesgebiet sowie dem europäischen Ausland nach Rostock. Im Mittelpunkt stehen aktuelle Herausforderungen und Zukunftsfragen rund um Waldökologie, Klimaanpassung, nachhaltige Waldbewirtschaftung, Küsten- und Wasserschutz, Nachwuchsförderung sowie gesellschaftliche Anforderungen an den Wald. Das Programm umfasst rund 25 Fachseminare in der Stadthalle Rostock sowie mehr als 40 Exkursionen in die Wälder und Kulturlandschaften Mecklenburg-Vorpommerns und über die Landesgrenzen hinweg. Ergänzt wird die Tagung durch ein umfangreiches Rahmenprogramm mit Begegnungsabend, Festveranstaltung, öffentlichen Konzert und weiteren Möglichkeiten zum fachlichen und persönlichen Austausch. Der Deutsche Forstverein e.V. dankt den Landesforsten Mecklenburg-Vorpommern, dem Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, ländliche Räume und Umwelt Mecklenburg-Vorpommern sowie der Hanse- und Universitätsstadt Rostock für die partnerschaftliche Zusammenarbeit.
 

Hintergundinformationen Deutscher Forstverein e.V.:

Der Deutsche Forstverein will gemeinsam mit seinen 11 Länderforstvereinen durch forstpolitische Initiativen, Öffentlichkeitsarbeit und Fort- und Weiterbildungsangebote die Rahmenbedingungen für Wald und Forstwirtschaft in Deutschland verbessern. Mit der Erfahrung und dem Wissen seiner über 7.000 Mitglieder ist der DFV als gemeinnütziger und unabhängiger Verein seit 1899 der erste Ansprechpartner, wenn es um den Wald geht.

Das Junge Netzwerk Forst (JNF) versteht sich als Treffpunkt der Forstnachwuchskräfte in Deutschland und ist die Nachwuchsorganisation des Deutschen Forstvereins e.V.. Mit bundesweit über 1.800 Mitgliedern ist das JNF das größte Netzwerk dieser Art in Deutschland und gibt den zukünftigen Generationen eine Stimme.

 

Gastgeber begrüßen den Deutschen Forstverein anlässlich der 72. Forstvereinstagung. Foto: DFV