Waldbrandprävention lautete das Thema der Jahrestagung des Nordwestdeutschen Forstvereins am 30. April in Celle-Hustedt. Der Tagungsort war nicht zufällig ausgewählt, denn er lag mitten in den Waldflächen, die beim bisher größten Waldbrand in Deutschland vor 50 Jahren vernichtet worden waren. 6000 ha Wald fielen den Flammen damals zum Opfer, davon 2000 ha bei der Klosterkammer Hannover, deren Forstbetriebsleiter Constantin von Waldthausen in seiner Einführung davor warnte, das Thema Waldbrände zu vernachlässigen: „Diejenigen, die in den Hochrisikogebieten Dienst tun, müssen sich dieses Themas annehmen.“ Doch hat man aus der verheerenden Katastrophe von damals gelernt: Senkung der Brandlast (Totholz, Reisig) und der Temperaturen (höherer Laubholzanteil), Erhalt und regelmäßige Kontrolle der Wegeinfrastruktur, Anlage von Brandschneisen und Löschwassereinrichtungen, möglichst lückenlose Waldbrandüberwachung, regelmäßige Kommunikation aller Beteiligten und deren Fortbildung wurden als Voraussetzungen für effektiven Waldbrandschutz genannt, um neue Katastrophen zu verhindern.
Wie das konkret aussieht, erläuterte Jost Schonlau, Leiter der Försterei Miele im Klosterforstbetrieb und Kreiswaldbrandbeauftragter des Landkreises Celle. Erst im Saal und später draußen auf den ehemaligen Brandflächen von 1975 demonstrierte Schonlau, wie Waldbrandprävention aussehen sollte. Priorität habe der Schutz von Menschenleben – 1975 starben sechs Menschen durch die Brände – und der Ortslagen. Der Wald dürfe dafür kein Risiko darstellen. Schonlau: „Unterm Strich werden Feuer immer durch Menschen verursacht.“ Die Aufmerksamkeit müsse auf den Entstehungsbrand gerichtet sein. Wenn die Statistiken später Brände von 0,1 ha Größe auswiesen, sei vieles richtig gelaufen. Schonlau: „Waldbrandprävention ist auf keinen Fall unterlassen, sondern aktives Handeln.“
Das bestätigte Julian Reinsberg vom Niedersächsischen Landesamt für Brand- und Katastrophenschutz in Celle, das mit dem Klosterkammerforstbetrieb einen Kooperationsvertrag zur Waldbrandprävention geschlossen hat. Reinsberg informierte über die Großübung „Eichkater 2024“ in Miele, bei der mehr als 1000 Feuerwehrleute aus Niedersachsen und Bayern im Einsatz waren. Auf der anschließenden Exkursion stellte er darüber hinaus ein Löschfahrzeug vor, das bei den Teilnehmern und Teilnehmerinnen auf großes Interesse stieß.
NFV






