Deutscher Forstverein e.V.

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Wachsende Aufgaben und weniger Personal, wir brauchen ein „Aktionsbündnis Brandenburger Wald 2.0“

Der Brandenburgische Forstverein e.V. sieht sich selbst als politisches Sprachrohr, er setzt sich außerdem für die Pflege des forstlichen Brauchtums genauso wie für die fachliche Fortbildung und die Vernetzung seiner Mitglieder ein. Brandenburg ist mit 1,1 Mio Hektar Wald das waldreichste der neuen Bundesländer, doch die Behörde, die neben der Bewirtschaftung des Landeswaldes auch die hoheitlichen Aufgaben auf der Gesamtwaldfläche sowie die Beratung und Betreuung im Privat- und Körperschaftswald wahrnimmt, wird seit Jahren reformiert. Vieles hat sich in den letzten 20 Jahren für die Beschäftigten nicht zum Besseren gewendet. Der Altersdurchschnitt (57 Jahre) und der Krankenstand erreichen Höchststände. Ein Grund dafür ist in der bisher nicht nachhaltigen Personalpolitik der Landesregierung zu sehen.

Der Brandenburgische Forstverein mit seinen aktuell 624 Mitgliedern sieht sich als Interessensvertretung aller Waldinteressierten im Land Brandenburg. Die Forstpartie steht in jüngster Zeit immer größeren Herausforderungen gegenüber. Der Klimawandel und eine zunehmend kritische Sicht einiger Teile der Bevölkerung gegen forstwirtschaftliche Maßnahmen im Wald erfordern dabei ein geschlossenes Auftreten.

Wir als Brandenburgischer Forstverein sollten uns gemäß unserer Satzung bei allen grundlegenden Fragen zum Wald und zu Forst- und Holzwirtschaft im Land Brandenburg aktiv und gestaltend einbringen. In diesem Zusammenhang freut es uns sehr Ihnen mitteilen zu können, dass unserem Antrag durch das MLUK entsprochen wurde und im vorliegenden Entwurf der Verordnung über die Zusammensetzung des Forstausschusses ein Vertreter auf Vorschlag des Brandenburgischen Forstvereins e.V. (§ 2 Nr. 4 FoAV) zu benennen ist. Der Forstausschuss berät die oberste Forstbehörde in Fragen von grundsätzlicher Bedeutung und ist vor wichtigen Entscheidungen und Maßnahmen im Rahmen der Beratungsaufgaben rechtzeitig zu beteiligen.

Weiterhin müssen wir den Schulterschluss zu den berufsständischen Vertretungen (BDF, IG BAU) sowie anderen waldinteressierten Verbänden (z.B. SDW, ANW) wagen. Nur gemeinsam können wir nach außen geschlossen auftreten, über die Bedeutung der multifunktionalen Forstwirtschaft und ihre Rolle beim Klimaschutz aufklären und versuchen die Deutungshoheit über den Wald zurück zu erlangen. Unsere Gesellschaft nimmt den Wald für sich in Anspruch, jedoch haben sich die Gesellschaft und deren Anforderungen an den Wald deutlich gewandelt und mit Ihnen die Themen. Nur eine informierte Bevölkerung kann komplexe Zusammenhänge des Ökosystems Wald verstehen und selbst ernannten Waldverstehern kritisch entgegentreten. Mit dem Ziel eines stärkeren, gemeinsamen öffentlichen Signals für unser Anliegen wurde auf der Vorstandssitzung des Brandenburgischen Forstvereins am 31.01.2020 unter Beteiligung der Vorsitzenden und Geschäftsführer des BDF, der IG BAU und der ANW der Beschluss gefasst, gemeinsame forstpolitische Positionen zu erarbeiten und gemeinsam als Verbund der forstlichen Verbände und Vereine für den Brandenburger Wald aufzutreten und zu agieren.

Weiterhin wurde unter den forstlichen Verbänden vereinbart, aufgrund der Vielzahl an konkurrierenden Veranstaltungsterminen, abnehmenden Mitgliederzahlen und einer unbefriedigenden Beteiligung bei Fortbildungs- und Exkursionsangeboten, unsere geplanten Veranstaltungstermine miteinander abzustimmen, uns wechselseitig über Veranstaltungen zu informieren und die gegenseitige Teilnahme unser Mitglieder zu ermöglichen sowie gemeinsame Angebote zu organisieren.

Waldbrände und Insektenkalamitäten brachten den Wald im vergangenen Jahr sehr stark in die öffentliche Wahrnehmung. Die Forstpartie sollte weiterhin auf die prekäre Lage aufmerksam machen, dabei aber Katastrophenszenarien nach dem Vorbild des Waldsterbens der 1980er Jahre vermeiden. Die Bewältigung der Schadereignisse der zurückliegenden beiden Jahre ist die größte Herausforderung für die gegenwärtige Generation von Waldbesitzenden und Forstleuten. Diese kostenintensive Aufgabe der als Chance zu verstehenden Wiederaufforstung und die Fortführung des Waldumbaus wird uns langfristig in den nächsten Jahrzehnten fordern. Der Klimawandel und damit einhergehend der Erhalt und die Anpassung unserer Wälder sind eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Wir müssen die Waldwirtschaft als hochgradig klimasensitives Handlungsfeld NEU denken.

Dazu müssen wir auf unseren ertragsschwachen Standorten auch den schwerpunktmäßig auf Buche und Eiche ausgerichteten Waldumbau der vergangenen 30 Jahre frei von Ideologien und mit wissenschaftlicher Unterstützung evaluieren. Die aktuellen Schadflächen zeigen, wie verletzlich unser Wald ist. Daher bedarf es dringend umfangreicher Maßnahmen mit einer entsprechend ausgestalteten Unterstützung der Waldbesitzenden in Verbindung mit der In-Wert-Setzung der gemeinwohlorientierten Ökosystemleistungen. Nur mit ausreichend qualifiziertem, verjüngten Personal, dessen Stärke sich an den zu bewältigenden Aufgaben misst und nicht an politisch festgelegten und sachlich nicht hinterlegten Zielzahlen, lassen sich die Folgen des Klimawandels für den Brandenburgischen Wald abmildern. Lehrer und Polizisten im Land machen es vor, gravierende Probleme führten dort zu Neueinstellungen und wieder steigenden Personalzahlen. Wir brauchen ein Aktionsbündnis Brandenburger Wald 2.0!

Wir fordern Sie deshalb auf: Treten Sie liebe Forstvereinsmitglieder mit Wort und Tat für den Wald ein! Machen Sie sich stark für eine zukunftsfähige Forstverwaltung im Land Brandenburg! Vernetzen Sie sich mit Kollegen und stellen Sie den Gemeinschaftssinn wieder mehr in den Mittelpunkt. Wir kämpfen alle mit ähnlichen Herausforderungen, gemeinsam lassen sie sich bewältigen. Der Vorstand des Brandenburgischen Forstvereins ist sich bewusst, dass auf Seiten der Landesbediensteten nach Jahren, in denen eine Forstreform die nächste jagte das Interesse an zusätzlichen Fortbildungsangeboten und Exkursionen gesunken ist. Außerhalb der aktuellen Corona-Krise versuchen wir in diesem Bereich gegenzusteuern und bei unseren Aktivitäten alle Landesteile einzubeziehen. Bei vielen Veranstaltungen des Brandenburgischen Forstvereins wird für Landesbedienstete inzwischen das dienstliche Interesse durch den Direktor des Landesbetriebes Forst Brandenburg anerkannt. Entsprechende Regelungen werden auch für zukünftige Veranstaltungen angestrebt.

In allen durchgeführten Veranstaltungen stecken viel Energie und privates Engagement einzelner Mitglieder, deshalb ist eine intensive Beteiligung aller notwendig. Das Ziel ist die Stärkung des Zusammenhalts. Die Coronavirus-Pandemie hält die Welt in Atem und führt aktuell zum vollständigen Erliegen des gesellschaftlichen Lebens. Auch der Brandenburgische Forstverein musste seine für das erste Halbjahr 2020 geplanten Veranstaltungen verschieben.

Ein Verein lebt von seinen Mitgliedern. Wir fordern Sie daher auf, sich aktiv an unserem Vereinsleben zu beteiligen. Wenn Sie Vorschläge für Exkursionen oder Veranstaltungen haben, wenden Sie sich gerne an den Vorstand oder die Geschäftsstelle, wir unterstützen Sie gerne.

​Bleiben Sie gesund und lassen Sie uns mit Optimismus in die Zukunft blicken. Tragen Sie aktiv dazu bei, dass der Brandenburgische Forstverein auch fast 150 Jahre nach seiner Gründung ein lebendiger Verein ist!

Vorstand des Brandenburgischen Forstvereins e.V.

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