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JNF-Treffen der TU München: Die Weißtanne als Hoffnungsträger

Foto: Geiger

Die ANW Hochschulgruppe Weihenstephan und die JNF Hochschulgruppe der TU München besuchten vom 06.09.2019 bis zum 08.09.2019 den Forstbetrieb der Stadt Tuttlingen in Baden-Württemberg. Dieser wird seit dem Amtsantritt des städtischen Forstbetriebsleiters Hubert Geiger vor knapp 30 Jahren nach den Grundsätzen der Naturgemäßen Waldwirtschaft bewirtschaftet. Im ehemaligen Kahlschlagsbetrieb dominieren derzeit noch die Fichte mit 49% und die Buche mit 31%. Die Wiedereinbringung bzw. Wiederausbreitung der Weißtanne als einheimische Mischbaumart ist jedoch in vollem Gange.

Nach einer kleinen Ansprache zur jagdlichen Situation im Forstbetrieb ging es Freitagabend auf den ersten Sammelansitz in einem Revier der städtischen Regiejagd. Im Anschluss daran folgte ein Abendessen auf der örtlichen Diensthütte und erste gute Gespräche rund um den Umgang mit der Weißtanne.

Am Samstag trafen sich alle Teilnehmenden im Forstrevier Nendingen des städtischen Forstbetriebs mit Trainee Michael Hager, welcher am ersten Exkursionspunkt eindrucksvoll zeigte, inwieweit mit der Tanne in ehemaligen Fichtenmonokulturen umgegangen werden kann. Die beiden wesentlichen Schlüssel für das Aufkommen der Tannennaturverjüngung waren der sorgfältige Umgang mit den Lichtverhältnissen für die Tanne unter Schirm und das jagdliche Engagement, damit sich die anfliegenden Tannensamen im Jungwuchs etablieren können.

Am zweiten Exkursionspunkt ging es in einen Bestand außerhalb der städtischen Regiejagd, in welchem aufgrund unangepasster Wildbestände verschiedene Einzelschutzmaßnahmen ausprobiert und diskutiert wurden. Alle Teilnehmenden waren sich darüber einig, dass solche kostenintensiven Einzelschutzmaßnahmen nur als Ultima Ratio gelten dürfen.

Der letzte Exkursionspunkt des Tages waren zwei benachbarte Bestände in der städtischen Regiejagd, in welchen vor sechs Jahren die Weißtanne künstlich eingebracht worden ist. Hier wurden Vor- und Nachteile von flächigem Tannenvoranbau oder Tannenvoranbau in Gruppen diskutiert und inwieweit der günstige Kleinstandort für die Sämlingspflanzung zu berücksichtigen ist. Das waldbauliche Exkursionsprogramm wurde durch erfolgreiche morgendliche und abendliche Sammelansitze ergänzt.

An dieser Stelle gilt ein großer Dank dem städtischen Forstbetriebsleiter Hubert Geiger für die Ermöglichung einer solchen Exkursion und Michael Hager für eine hervorragende und sehr informative Gestaltung der Exkursionspunkte zum „Hoffnungsträger Weißtanne“ im Stadtwald Tuttlingen.

Tobias Geiger

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