Deutscher Forstverein e.V.

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Hessischer Forstverein auf Exkursion im Harz

Foto: Yvonne Rausch

Ausgedehnte dunkelgrüne Fichtenwälder mit vielen Wasserläufen - so sahen die meisten von uns den Harz vor ihrem inneren Auge. Der Wiedererkennungseffekt hielt sich jedoch stark in Grenzen: der Wald leuchtet flächendeckend in den Farben rot und silber-grau. Dieser Anblick führte selbst bei uns sturm- und käfergebeutelten hessischen Förstern zu einem ungläubigen Staunen und hilflosen Kopfschütteln. Und dieses Kopfschütteln wurde unser ständiger Begleiter während der zweitägigen Exkursion.

So machte uns die Führung mit Frau Bauling durch den Nationalpark Harz nachdenklich.  Nachdenklich, weil hier der Absterbeprozess der Fichtenwälder schon sehr weit fortgeschritten ist und sich jeder die Frage stellte, ob alle unsere Fichtenwälder so enden oder ob es uns gelingen kann, dies wenigstens in Teilen zu verhindern.
Nachdenklich über den Zwiespalt, in dem sich auch die Nationalparkkollegen bewegen müssen, um den verschiedenen Nationalparkzielen gerecht zu werden. Einerseits schwebt der Gedanke des „Natur Natur sein lassen“ über allem, anderseits stehen ein gesetzliches Erhaltungsziel für den Fichten-Bergwald, die Berücksichtigung der Interessen der Bevölkerung und der benachbarten Waldbesitzer sowie die Ermöglichung von Naturerlebnis auf der Agenda. Und ein absterbender Wald ist nicht das Naturerlebnis, das Touristen im Harz suchen. Und so wundert es nicht, wenn Wenigerodes Oberbürgermeister Peter Gaffert berichtet, dass Touristen im Sommer darüber klagen, dass die Wanderwege ausschließlich in der prallen Sonne verlaufen - der schattengebende Wald fehlt.  

Von der Exkursion im Forstamt Lauterberg bleiben uns neben den verschwindenden Fichtenbeständen aber insbesondere auch die absterbende Buchen im Gedächtnis. Neben diesen Waldbildern beeindruckte aber auch die Herangehensweise von Forstamtleiter Fenner und seinem Team. Trotz dieses schier unvorstellbaren Käferbefalles arbeiten die Kollegen unermüdlich an Konzepten, um zu retten, was noch zu retten ist und um gleichzeitig die Zukunft des Harzer Waldes einzuleiten.
Alle Exkursionsteilnehmer waren sich einig, dass die Forstwirtschaft in den kommenden Jahren neue Wege finden und gehen muss. Der Hessische Forstverein wünscht den Kollegen des Forstamtes Lauterberg und des Nationalparks Harz für die kommenden Jahre viel Kraft und würde sich über einen regen fachlichen Austausch freuen.

Christina Holzberg
Yvonne Rausch

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