Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Mitglieder des Forstvereins Rheinland-Pfalz-Saarland,
das Jahr 2025 liegt hinter uns. Wir blicken zurück auf unsere vielfältigen Angebote und die erfolgreiche Jahrestagung im Sommer. Ich hoffe, Sie konnten die Weihnachtszeit und den Jahreswechsel besinnlich und erholsam im Kreis von Familie, Freunden und Bekannten verbringen. Trotz aller Festtagsvorbereitungen und dem oft hektischen Alltag sollte diese Zeit Gelegenheit bieten, zur Ruhe zu kommen und Kraft für das neue Jahr zu schöpfen. Die Herausforderungen in der Forstwirtschaft nehmen nicht ab – im Gegenteil: rasante Entwicklungen und Großkalamitäten fordern uns mehr denn je.
Das Jahr 2025 war klimatisch gesehen sehr wechselhaft mit längeren Trockenperioden und einem überwiegend nassen Juli. Auch außerordentliche Hitzetage waren dabei mit zum Teil über 35 Grad Celsius. Die Effekte des Wetters auf unsere Wälder werden jedes Jahr im Waldzustandsbericht verdeutlicht. Daher bleibt der pflegliche, nachhaltige und sorgsame Umgang mit unseren Wäldern oberste Priorität und unser Einsatz unverzichtbar! Zum Jahresende blicke ich auf die vergangenen zwölf Monate zurück und gebe Ihnen einen Überblick über die Aktivitäten unseres Forstvereins: RÜCKBLICK 2025 Wir starteten das Jahr 2025 mit einer Exkursion in die Region Eifel-Trier,organisiert von unserem Regionenvertreter Jürgen Weis. Im Forstrevier Hochpochten-Masburg stand die Verjüngung von Eiche und Weißtanne im Mittelpunkt. Der gut besuchte Tag bot einer bunt gemischten Gruppe spannende Einblicke. Besonders die Frage nach der Zukunft der Eiche und der Bedeutung der Tanne als Nadelbaumart weckte großes Interesse – vor dem Hintergrund des Verlusts der Fichte als „Brotbaum“. Das Revier präsentierte verschiedene Waldbilder mit unterschiedlichen Verjüngungsmöglichkeiten und Entwicklungsstufen auf Flächen unterschiedlichen Alters. Im Sommer luden wir zu unserer Jahrestagung und Mitgliederversammlung ein. Nachdem die Tagung 2023 wegen zu geringer Teilnehmerzahl ausfallen musste, freuten wir uns diesmal über ein Wiedersehen. Unter dem Motto „Forstverein – Ahoi“ verbrachten wir einen sonnigen Tag auf der Mosel, für den wir ein Personenschiff charterten. Die Mitgliederversammlung fand auf dem Oberdeck statt. Dort informierten wir über aktuelle Themen des Deutschen Forstvereins, die Entwicklungen des JNF und den deutsch-polnischen Austausch im Jahr 2024.
Da unser Geschäftsführer Jakob Franz zu Beginn des Jahres 2025 aus beruflichen Gründen ausschied, suchten wir eine Nachfolge. Jüngst führte ich Gespräche mit möglichen Kandidaten, die ihr Interesse bekundeten. Ich bin zuversichtlich, die Stelle bis zur nächsten Wahl zumindest kommissarisch besetzen zu können. Nach intensiver Diskussion einigten sich die Mitglieder auf eine Beitragsanpassung. Zwei Gründe machten diese notwendig: Zum einen plant der Deutsche Forstverein (DFV), den Abführungsbetrag je Mitglied im Zuge der Forstvereinstagung in Rostock auf 35 Euro zu erhöhen, da steigende Preise und Personalkosten den Haushalt belasten. Diesen Betrag zahlen die Länderforstvereine pro Mitglied jährlich an den DFV. Zum anderen strebt der DFV bereits seit dem Jahr 2021 eine einheitliche Beitragsstruktur der Länderforstvereine an. Derzeit unterscheiden sich die 11 Länderforstvereine stark hinsichtlich der Höhe der Jahresbeiträge und der Einteilung in Beitragsgruppen (z.B. ermäßigte Gruppen). Das Ergebnis des Umlaufverfahrens der zur gemeinsamen Beitragsstruktur ergab eine deutliche Mehrheit für die Vereinheitlichung. Wir werden Sie weiterhin zu diesem Thema auf dem Laufenden halten. Wir haben somit auf der Mitgliederversammlung beschlossen, ab 2026 einen Jahresbeitrag von 50 Euro pro Mitglied einzuführen. Nach einem Mittagsimbiss an Bord übernahm das Forstamt Trier das Kommando an Deck. Forstamtsleiter Gundolf Bartmann und Revierleiter Philipp Schreiber setzten je nach Landschaft, an der das Schiff vorbeifuhr, gezielt forstliche Akzente. Von der Mosel aus boten sich spannende Waldbilder, historische Relikte und Highlights des Trierer Forstamtes. Flussauf- und flussabwärts erklärten die beiden Fachleute charmant, kompetent und informativ Zahlen und Fakten zum Forstamt, den betreuten Wäldern, kulturhistorischen Besonderheiten und der Bewirtschaftung eines urban geprägten Forstamtes. Die Veranstaltung, ein gelungenes Cross-over, war in dieser Form neu und erhielt von den Mitreisenden durchweg positives Feedback. Im September führte unser Reisebeauftragter Eberhard Glatz eine Tour durch Nordspanien durch. Wie gewohnt waren die Plätze rasch vergeben, und etwa 20 Teilnehmer schlossen sich der Reise an. Für 2026 haben wir Ihnen bereits eine neue Reise nach Japan angeboten. Alle Informationen dazu gingen Mitte Dezember an Sie heraus. Zum Jahresabschluss organisierte unser Mitglied Claus-Andreas Lessander eine gute besuchte Exkursion im Forstamt Soonwald. Das Forstrevier Nahe, geprägt von Trockenheit, wenig Niederschlag und teils steilen Waldhängen, bot den Rahmen. Anhand konkreter Waldbilder wurden Themen wie Waldverjüngung, Pflege und Waldgestaltung über den Tag verteilt besprochen. Auch hier äußerten sich die Teilnehmender durchweg positiv. Von unserem Regionenvertreter des JNFs Mario Biwer kann ich folgende Rückschau auf das Jahr 2025 wiedergeben: Am 12. September 2025 fand eine Exkursion des Jungen Netzwerks Forst Rheinland-Pfalz/Saarland auf dem Truppenübungsplatz Baumholder statt. Unter fachkundiger Leitung des Bundesforstbetriebs Rhein-Mosel erhielten die Teilnehmenden spannende Einblicke in aktuelle forstliche Themen an der Schnittstelle zwischen Wald, Wild und militärischer Nutzung. Ein zentrales Thema war die zunehmende Bedeutung der Waldbrandprävention, insbesondere vor dem Hintergrund des Klimawandels und der intensiven militärischen Nutzung des Geländes. Im Rahmen eines Standortbesuchs wurden die forstlichen Saatgutbestände von Weißtanne und Traubeneiche vorgestellt. Die Flächen dienen der genetischen Sicherung und dem Erhalt standortangepasster Herkünfte. Ein weiterer Schwerpunkt lag auf dem Management von FFH- und Vogelschutzgebieten im Rahmen des europäischen Schutzgebietsnetzes Natura 2000. Der Truppenübungsplatz weist zahlreiche geschützte Lebensräume und Arten auf. Das Wildtiermanagement auf dem Truppenübungsplatz stellt aufgrund der großflächigen und störungsarmen Flächen eine Besonderheit dar. Die Bedeutung des Managements für den Erhalt natürlicher Waldverjüngung wurde praxisnah vermittelt. Die enge Kooperation zwischen Forst und Bundeswehr ist essenziell für den Erhalt der Flächen und die Umsetzung forstlicher Maßnahmen. Es wurde deutlich, wie wichtig regelmäßiger Austausch, abgestimmte Planungen und gegenseitiges Verständnis für die jeweiligen Aufgabenbereiche sind. Die Landesvertretung des Jungen Netzwerks Forst Rheinland-Pfalz/Saarland war auf der JNF-Bundestagung vom 17-19.10.2025 in Lauterbach (Thüringen) vertreten, bei der auch die Neuwahl des ausscheidenden Bundessprechers stattfand. Neben Softskill-Themen standen fachliche Exkursionen in die Buchenplenterwälder des Hainichs auf dem Programm. Abgerundet wurde die Tagung durch den Besuch des Sägewerks Pollmeier in Creuzburg. Mitgliederstand und Ausblick 2026 Die Mitgliederzahl unseres Forstvereins RLP-SL bleibt stabil. Mit über 600 Mitgliedern zählen wir zu den stärksten Länderforstvereinen. Damit das so bleibt oder wir sogar wachsen, sind unsere Exkursionen, Auftritte bei Veranstaltungen und die Einbindung des JNFs sowie des Nachwuchses entscheidend. Jeder kann dazu beitragen und aktiv den Fortbestand unseres Vereins sichern. Das digitale Mitgliederverwaltungssystem „campai“ hat sich mit Unterstützung der DFV-Geschäftsstelle gut bewährt. Der DFV bot diese Hilfe allen Länderforstvereinen an, und viele nutzten sie bereits dankbar. Das System erleichtert die Arbeit der Ehrenamtlichen spürbar und hat sich schon jetzt ausgezahlt. Leider traten Ende des Jahres Probleme mit unserer Bank auf, so dass die Beiträge für 2025 noch nicht abgebucht werden konnten. Unser Kassenwart arbeitet jedoch daran, dies bald nachzuholen. Im kommenden Jahr steht die nächste Forstvereinstagung des DFV an. Sie findet in Rostock unter dem Motto „Wald, Wasser, Küste: Tradition bewahren, Zukunft gestalten“ statt. Uns erwarten wieder einige Tage mit abwechslungsreichem Programm, das durch den Charme der Ostseeküste sicher zu einem besonderen Erlebnis wird. Zum Abschluss wünsche ich Ihnen allen einen guten Start ins neue Jahr sowie Kraft und Gesundheit für 2026. Wir erinnern uns an unsere im vergangenen Jahr verstorbenen Mitglieder und fühlen mit ihren Angehörigen. Ihre Vorsitzende Alexandra Emde |