Das waren die Themen der letzten Exkursionen des FV für NRW.
Zunächst fand am 29. April im Waldbesitz des Grafen Merveldt bei Westerwinkel eine Exkursion zur slawonischen Eiche statt, die das Thema von allen Seiten beleuchtete. Graf Merveldt stellte Anbauten slawonischer Eiche unterschiedlichen Alters in seinem Waldbesitz vor. Die ältesten Bestände sind immerhin über 160 Jahre alt. Aus diesen liegen ertragskundliche Daten über mehrere Jahrzehnte vor, die eine deutliche Wuchsüberlegenheit gegenüber der heimischen Stieleiche sowohl beim Höhen- als auch beim Durchmesserzuwachs nachweisen. In einem heute 31-jährigen Mischbestand aus Stieleiche, Buche und Vogelkirsche war bei der Begründung im Verband 10 * 10 m Pappel beigemischt. Die Pappel ist zwischenzeitlich komplett entnommen und hat zum einen einen Deckungsbeitrag erbracht und zum anderen hatte sich dadurch offensichtlich jegliche Kulturpflege erübrigt.
Ganz in der Nähe betreibt Wald und Holz NRW eine Samenplantage, dessen Konzeption Dr. Marius Zimmermann mit seinen Mitarbeitern erläuterte. Die Besonderheiten der slawonschen Eiche bei der Anzucht in der Baumschule stellte Herr Jungermann vor. Erfahrungen mit dem Anbau im Herkunftsgebiet in Kroatien konnten die Waldbesitzer Graf Adamovic und Bruno Gantenbrink vermitteln. Schließlich gab es zur Holznutzung und den Holzeigenschaften Erfahrungsberichte der Holzhändler Höttke und Vehmeier. Die Veranstaltung wurde gemeinsam vom Försterstammtisch „grünes Rad“ aus Münster und dem Forstverein durchgeführt.
Am 29. Mai trafen sich 9 Interessierte zur Besichtigung der Forstbaumschule Uehre in Warendorf.
Unter Führung von Hubertus Uehre wurde die Forstbaumschule vorgestellt. Gestartet schwerpunktmäßig mit der Anzucht und Erzeugung von Weihnachtsbäumen hat sich die Produktion im Laufe der Zeit um die Forstpflanzen erweitert. Die Teilnehmer der Exkursion konnten den gesamten Prozess der Forstpflanzenanzucht von der Einzelkornsaat, über das „Verschulen“ der Sämlinge in die Jiffys oder Quickpot in Augenschein nehmen. Auch wenn einiges an Technik die Prozesse unterstützt, so ist noch immer eine manuelle Kontrolle, insbesondere der korrekten Einzelkornsaat notwendig. Ziel ist es, bei steigenden Saatgutpreisen eine möglichst hohe Ausbeute zu erzielen. Eine spätere Nachsaat oder Vereinzelung zeigt nicht die gewünschten Erfolge.
Bei für Ende Mai ungewöhnlich hohen Temperaturen konnte eindrucksvoll demonstriert werden, welche Vorteile eine gezielte Bewässerung der Jungpflanzen bringt. Neben dem Sammeln und Verwenden der betrieblichen Niederschlagsmengen lässt sich die Bewässerung bedarfsgerecht steuern und so der externe Wasserbedarf deutlich reduzieren.
Im Anschluss sind in der Nähe unter Führung des Herrn Große-Sundrup mehrere kleine Wiederaufforstungen sowohl mit wurzelnackten als auch getopften Forstpflanzen besichtigt worden.
Auch wenn auf diesen Flächen keine Rückschlüsse auf das jeweilige Pflanzgut gezogen werden konnten, so ergab sich doch ein interessanter Meinungsaustausch zu der Art der Wiederaufforstung, notwendiger Schutzmaßnahmen und beim Blick über die Kulturfläche hinaus auch um die Behandlung und Zukunftsfähigkeit der angrenzenden Bestände.
Der Dank für die Exkursion gilt Herrn Uehre und Herrn Große-Sundrup für die Bereitschaft und interessante Themenvorstellung.
In Summe war es eine informative und schlanke Nachmittagsveranstaltung, welche in der Form gern an anderer Stelle mit anderer Themenstellung wiederholt werden darf.
Die Braunkohlerekultivierung aus mehreren Jahrzehnten war am 26.Juni Thema einer Exkursion des JNF und des FV für NRW. Neben den frischen Rekultivierungsflächen im Waldbesitz der RWE wurden auch die nunmehr im Landeseigentum stehenden Altrekultivierungen aus der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts bei Wald und Holz NRW besichtigt.
Die diesjährige Tagung zum Baum des Jahres, die wie immer gemeinsam von ANW, SDW Wald und Holz NRW und Forstverein durchgeführt wird, findet am 10. September in Gummersbach statt. Anmeldung unter: https://www.sdw-nrw.de/fileadmin/Landesverband-Nordrhein-Westfalen/Formulare/Einladung_Tagung_Zitterpappel_akutell.pdf

