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Europäischer Waldabend

Am 29. Februar 2024 begrüßten Herr Gaël de Maisonneuve, Generalskonsul und Leiter des Institut Français und Prof. Dr. Artur Petkau, Professor an der Hochschule für Forstwirtschaft Rottenburg, Präsident des Baden-Württembergischen Forstvereins und Vorstandsmitglied im Landeswaldverband zum Europäischen Waldabend. Drei grenzübergreifende Perspektiven auf aktuelle waldpolitisch relevante Herausforderungen wurden beleuchtet und diskutiert, die einer EU-Parlamentarierin, die eines Forstbetriebs und die eines Verbandes.

Die EU-Abgeordnete Frau Anna Deparnay-Grunenberg, Forstwissenschaftlerin mit deutsch-französisch-schweizerischen Wurzeln, die seit 2019 für Bündnis 90 / Die Grünen im Europaparlament ist, stieg mit einem Impulsvortrag und folgender These in das Thema ein: „Die EU braucht mehr Kompetenzen, um alle Akteure an einen Tisch zu bringen, den Binnenmarkt zu schützen, Kräfte zu bündeln und eine nachhaltige Zukunft der Wälder und der Forstwirtschaft aktiv und kohärent zu gestalten!“ Beispielhaft stellte Frau Deparnay-Grunenberg dafür das Forest Monitoring Law vor, das als EU-Verordnung geschaffen worden sei, um den Zustand der Wälder auf europäischer Ebene zu überwachen.

Es folgte ein Impulsvortrag von Frau Stéphanie Rauscent-Lebeau, Leiterin der Forstdirektion Agence du Haut-Rhin des Office national des forêts (O.N.F), dem französischen Staatsforstbetrieb und Herrn Stefan Schneider, Leiter des Forstdienstes in der Forstdirektion. Darin wurden aktuelle Herausforderungen deutlich Wälder an Klimaveränderungen anzupassen und auch bereits stark geschädigte Wälder wieder aufzuforsten. Die Wiederherstellung des Gleichgewichts zwischen Wald und Wild wurde dabei als besonders herausfordernd hervorgehoben, wenn es um den Erhalt von Biodiversität gehe.

Im Anschluss an die Vorträge diskutierten die Vortragenden zusammen mit Herrn Jerg Hilt, dem Geschäftsführer der Forstkammer Baden-Württemberg, dem Waldbesitzerverband des Kommunal- und Privatwaldes im Land zunächst miteinander und dann auch mit dem Publikum. Sehr deutlich wurde, dass, auch wenn in den EU-Verträgen eine gemeinsame Waldpolitik nicht vorgesehen war, die EU auf den Wald in Deutschland längst starken Einfluss hat, z. B. mit RED II, der Habitatrichtlinie, der Wasserrahmenrichtlinie, NATURA 2000 oder der gemeinsamen Agrarpolitik. Vielfach herrtsche Einigkeit darin, welche Ziele man für die Wälder Europas verfolgen wolle. Bei den Wegen zum Ziel allerdings gingen die Meinungen auseinander. Dabei ging es vor allem um zwei Fragen: wie stark und vor allem wie detailliert sollten Waldentwicklungen in Europa zentral aus Brüssel und Straßburg gelenkt werden und sollte mehr ordnungspolitisch auf zentrale Überwachung und Sanktionen oder besser auf Beratung mit Aufklärung und Förderung gesetzt werden?

 

BWFV