Deutscher Forstverein e.V.

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SFV: Holzverarbeitung: Vom Baum zum Brett: Führung Sägewerk Kodersdorf

Eine spannende Exkursion, organisiert vom Jungen Netzwerk Forst, durften wir am 17. Juni 2021 bei HS Timber Productions in Kodersdorf erleben. Die 15 TeilnehmerInnen kamen aus verschiedenen Richtung wie Forst- und Energiewirtschaft, Universität und privat Interessierte.

Andreas von Geibler, zuständig für den Rundholz-Einkauf, führte uns über das Gelände des Sägewerks. Ausgestattet mit Warnwesten und Gehörschutz liefen wir an riesigen Trockenkammern vorbei, wo das frische Holz je nach Kundenwunsch auf einen gewissen Anteil Restfeuchte getrocknet wird.

Den eigentlichen Startpunkt erreichten wir allerdings erst nach 10 Minuten im hinteren Teil des 44 ha großen Geländes und zwar da, wo auch das Holz seine Reise von der Anlieferung bis zur Auslieferung durch das Sägewerk nimmt.

Im Durchschnitt 140 LKWs täglich liefern dem Sägewerk aus dem Dreiländereck (DE, PL, CZ) Rundholz in gleichen Anteilen Fichte & Kiefer. Jährlich verarbeitet das Werk über 1 Mio fm Nadelholz.

Der größte Anteil wird als Schnittholz verkauft, der Rest wird zu Pellets verarbeitet oder mit der anfallenden Rinde als Hackgut im eigenen Kraftwerk zu nachhaltiger Energie umgewandelt. Das Kraftwerk mit seinen 20 MW Leistung versorgt zugleich die Trockenkammern mit Wärme, die überschüssige Energie wird ins öffentliche Netz eingespeist.

Vom Rundholzplatz geht die Reise des Holzes durch die Vermessungsanlage wo das Holz auf 2 cm genau für die Säge sortiert und anschließend ohne Rinde auf sortierten Poltern zwischengelagert wird.

Warum hier kein Laubholz verarbeitet wird hat mehrere Gründe: Erstens hat Laubholz einen anderen Aufbau als Nadelholz und erfordert deshalb auch speziellere Technik. Zweitens ist Nadelholz (besonders Fichte) ein sehr begehrtes gradschaftiges Holz mit optimalen physikalischen Eigenschaften und kann so schnell, besonders in der Bauwirtschaft, nicht ersetzt werden.

Nachdem das Holz vom Sortierplatz in der Sägehalle zu Schnittholz verarbeitet und einer Qualitätskontrolle unterzogen wurde kommt es entweder für 2- 7 Tage in die Trockenkammern oder es wird als Frischware direkt verkauft.

Beeindruckend war nicht nur die Dimension und die maximale Industrialisierung des Sägewerks sondern auch die Tatsache, dass hier ein regionales, nachhaltiges Produkt (Liefergebiet 250 km) weltweit gefragt und vermarktet wird.


Tilmann Carstens (Forststudent TU Dresden)

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