Deutscher Forstverein e.V.

News

Genutzter Wald trägt aktiv zum Klimaschutz bei

Zumeldung zur Stellungnahme des Wissenschaftlichen Beirates für Waldpolitik zur geplanten Änderung des Klimaschutzgesetzes vom 22. Juni 2021.

Der Landeswaldverband Baden-Württemberg e.V. (LWV) unterstützt die Stellungnahme des Wissenschaftlichen Beirates für Waldpolitik. Die Kritik an der geplanten Änderung des Klimaschutzgesetzes bezieht sich auf die ausschließliche Betrachtung der CO2-Speicherleistung des Waldes in Form von Biomasseerhöhung bei gleichzeitigem Verzicht auf Holznutzung. Genutzte Wälder leisten jedoch einen wesentlich höheren Beitrag für den Ausgleich der CO2-Bilanz.

„Der vom Wissenschaftlichen Beirat für Waldpolitik erwähnte Dreiklang von Schutz und Erweiterung der Wälder, ihrer Anpassung an den Klimawandel und der nachhaltigen klimaeffizienten Nutzung des Holzes muss den Kern eines tragfähigen Klimaschutzgesetzes bilden“, fordert LWV-Geschäftsführerin Dr. Odile Bour. „Optimierungsansätze zur Waldbewirtschaftung und zur Holzverwendung müssen weiter erforscht werden und in die Überlegungen zur Gesetzgebung einbezogen werden. Auch der LULUCF-Sektor muss zur Erreichung der hoch gesteckten Klimaschutzziele beitragen – Durch kluge Anpassungsstrategien bei der Waldentwicklung und Biomasseverwendung und nicht vorrangig durch den Nutzungsverzicht in deutschen Wäldern!“, verlangt Bour.

Die geplante Änderung des Klimaschutzgesetzes hat Schwächen

Wir sehen die Schwächen der geplanten Gesetzesänderung vor allem in den folgenden Bereichen:

  1. Verlagerungseffekte bei der Rohstoffproduktion
    Wenn Biomasse, speziell Holz, aus festgelegten Waldgebieten nicht mehr genutzt werden darf, muss der Bedarf anderweitig gedeckt werden. Entweder werden die vorhandenen Waldbestände im Inland mehr genutzt, oder Rohstoffimporte aus dem Ausland decken künftig die Nachfrage, ggf. auf Kosten nachhaltiger Produktionsbedingungen.
  2. Ersatz von nachwachsenden durch nicht nachwachsende Rohstoffe
    Statt nachwachsende Rohstoffe zu importieren, könnten die inländischen Branchen ihren Bedarf durch andere, weitaus klimaschädlichere Stoffe decken. Darunter fallen Beton, Ziegel oder Kunststoffe. Die Gesamtbilanz der CO2-Emissionen wäre folglich stark negativ, was wiederum dem Wald schadet. Das Gesetz ignoriert die Ausgleichsleistung des LULUCF-Sektors für andere Wirtschaftsbereiche, die bereits heute erbracht wird.
  3. Ignorieren der Speicherfunktion junger, klimaresilienter Wälder
    Junge Wälder speichern pro Zeitintervall mehr Kohlenstoff als ältere Wälder. Geeignete Behandlungsmethoden begünstigen oder ermöglichen überhaupt erst die Zusammensetzung der Baumarten bei der Gründung von Wäldern. Der Landeswaldverband hat gefordert, die heimischen Wälder zügig zu klimaresilienten Laubmischwäldern zu entwickeln. Werden heute vorhandene Wälder sich selbst überlassen, haben sie dem Klimawandel und den damit verbundenen Störungen weniger entgegenzusetzen und ihr Zerfall wird vorzeitig den gespeicherten Kohlenstoff freisetzen.
  4. Wald mehren statt Wald aufgeben
    Der Landeswaldverband hat gefordert, die Potenziale für die Erstaufforstung von Waldbeständen auszuschöpfen. Wir dürfen nicht einfach erwarten, dass in anderen Teilen der Welt Wälder erhalten und gemehrt werden, sondern müssen dafür auch im eigenen Land Sorge tragen. Den Ansatz der Climate-Smart Forestry finden wir gut und sinnvoll. Große Waldflächen nicht zu nutzen, läuft allen Ansätzen zur Optimierung der Speicherleistung von Wald und Waldprodukten entgegen!

 

www.lwv-bw.de

 Mitgliedschaft

Werden Sie jetzt Mitglied im DFV. Mitglied werden »

 proWALD

  ID Wald Shop

Forstfunktionskleidung, Jagdausrüstung, CDs und Bücher.

zum Online-Shop »

 Forstvereinstagungen