Deutscher Forstverein e.V.

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150 Jahre forstliches Versuchswesen im Land Brandenburg in Eberswalde

Eberswalde: Am 12. April 1871 ernannte der preußische Finanzminister das leitende Personal für die neue „Hauptstation für das forstliche Versuchswesen in Preußen“ mit Sitz in Neustadt-Eberswalde. Damit war ein Prozess abgeschlossen, der sich schon mehrere Jahre hinzog und durch den weltbekannten Mediziner Rudolf Virchow, zugleich Mitglied des preußischen Abgeordnetenhauses, mit folgenden Worten begleitet wurde:

"Ich kann den Gedanken der Regierung, wie diese Versuchsanstalten dirigiert werden sollen, meine volle Zustimmung erteilen und freue mich, dass die Regierung in einer so ernsthaften Weise endlich einmal den Wünschen der Forstwirte nachkommt.“

Von Anfang an war in Eberswalde das Augenmerk auf die Verbindung von Forschung und Lehre gerichtet, was sich in der Berufung des Direktors der Forstakademie Dr. h.c. Bernhard Danckelmann zum ersten Leiter dieser Versuchsstation zeigte. In der Folge waren viele Professoren gleichzeitig Leiter der verschiedenen Abteilungen des Versuchswesens – bis heute!


Das Landeskompetenzzentrum Forst Eberswalde als Teil des Landesbetriebes Forst Brandenburg setzt die Tradition fort, ohne in Ehrfurcht zu erstarren. Mehrfach änderte sich der Name und auch die Rechtsform der Einrichtung, aber immer ging es um den Wald mit seiner Schutz- Erholungs- und Nutzfunktion. Ein besonderer Einschnitt waren die Jahre nach 1990, als das vorherige Institut für Forstwissenschaften von mehr als 400 Beschäftigten auf rund 100 reduziert und in verschiedene Institutionen aufgeteilt wurde.


Seit den Gründungsjahren bis heute sind die Anforderungen der Gesellschaft an den Wald vielfältig, auch wenn sie sich im Laufe der Zeit verändert haben. Davon zeugen die ältesten Versuchsflächen, die schon im 19. Jahrhundert angelegt wurden und noch heute beobachtet /untersucht werden. Dabei hat sich das Versuchsziel mehrfach verändert.

Damals war die Anreise der Wissenschaftler zu den in ganz Preußen befindlichen Flächen mühsam und zeitraubend. Mit Messgeräten und Listen wurden die Daten aufgenommen und danach per Hand berechnet. Heute liefern Datenlogger permanent Daten auf die Server, die dann bearbeitet und ausgewertet werden.

Nach wie vor werden jedoch auch Walddaten direkt auf der Fläche erhoben, nur heute mit Tablet und anderen elektronischen Geräten. Behilflich sind dabei die Fernerkundungsverfahren.


Seit mehreren Jahren beschäftigen sich die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Landeskompetenzzentrums Forst Eberswalde mit den Folgen des Klimawandels für den Wald in Brandenburg. Dabei geht es um Empfehlungen für die forstliche Praxis, wie z.B. nach den besten Verjüngungsverfahren und den alternativen Baumarten. Auch die Überwachung der Waldschutzsituation und die Empfehlung entsprechender Maßnahmen sind nach wie vor wichtig. Verschiedene Waldinventuren werden durchgeführt, um den Zustand des Waldes zu erfassen und ein Frühwarnsystem zu etablieren.


Eigentlich sollte der 150. Geburtstag am 12. April gebührend gefeiert werden. Leider haben es größere Veranstaltungen in diesem Jahr schwer, trotzdem soll das Jubiläum festlich begangen werden. Dafür hat Brandenburgs Wissenschaftsministerin Dr. Manja Schüle die Schirmherrschaft übernommen und auch Forst-Minister Axel Vogel hat sein Kommen zugesagt.

 

So wird am 9. Juni 2021 das traditionelle Eberswalder Winterkolloquium mit einer kleinen Festveranstaltung online – dieses Mal coronabedingt ausnahmsweise als Sommerkolloquium – stattfinden.

Zudem sind weitere Veranstaltungen im Verlauf des Jubiläums-Jahres geplant.


Weitere Informationen unter: www.forst.brandenburg.de.
 

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