Geschichte des Deutschen Forstvereins

Die Entstehungsgeschichte des Deutschen Forstvereins

Der Deutsche Forstverein hat in den vergangenen 100 Jahren die Geschicke der Deutschen Forst- und Holzwirtschaft begleitet, miterlebt, mitgelitten und mitgestaltet. Er hat Impulse gegeben und seinen Mitgliedern Fortbildung geboten. Herausragende Persönlichkeiten haben auf den Verein und seine Mitglieder und mit seinen Mitgliedern auf Wissen, Macht und Geisteshaltung eingewirkt.

Von Anfang an wurden und werden im Deutschen Forstverein aktuelle Probleme der Forst- und Holzwirtschaft thematisiert, intensiv diskutiert, und nach Problemlösungen und Auswegen gesucht. Dies trifft für Fragestellungen in den Bereichen Waldbau, Betriebswirtschaft, Holzvermarktung, Holztechnologie und Arbeitswissenschaft ebenso zu wie für Forst- und Umweltgesetzgebung, Naturschutz und Forstpolitik.

Die Mitglieder, auch das hat sich kaum verändert, waren und sind überwiegend Forstleute aus den verschiedenen Waldbesitzarten und Laufbahnen, Lernende wie Lehrende, Aktive ebenso wie Pensionäre.

Die Organisationsstruktur des Deutschen Forstvereins in 11 eigenständigen Länderforstvereinen (seit 1990 auch wieder in den fünf ostdeutschen Bundesländern) entspricht dem föderalen Staatsaufbau unserer Republik. Die Mitgliederanzahl ist in der geschichtlichen Entwicklung des Deutschen Forstvereins stetig angestiegen und hat mit fast 8.000 Personen Mitte der 90er Jahre des letzten Jahrhunderts vielleicht einen vorläufigen Höhepunkt erreicht.

Zeittafel

1839     Gründung "Wanderversammlung süddeutscher Forstwirte". Tagungen von 1839-1869.

1872     Gründung "Versammlung deutscher Forstmänner". Lösung aus dem Nationalverein der deutschen Landwirtschaft.

1897     Gründung "Reichsforstverein".

1899     Gründung "Deutscher Forstverein" aus "Versammlung deutscher Forstmänner" und "Reichsforstverein". Neben dem Deutschen Reich und den Staaten war der Deutsche Forstverein von 1899-1919 die einzige Adresse deutscher Forstpolitik.

1899     Gründung "Forstwirtschaftsrat" als Ausschuss des Deutschen Forstvereins (Großprivatwaldbesitzer und Vertreter der Länderforstvereine).

1900     Herausgabe Vereinsorgan “Mitteilungen des Deutschen Forstvereins“.

1903     Verselbständigungsbestrebungen akademisch gebildeter Forstleute im Deutschen Forstverein. Aufrufe zur Bildung "Verein deutscher Privatforstbeamter" und "Vereinigung akademisch geprüfter Forstbeamter". (Zu Beginn der zwanziger Jahre trennte sich der Deutsche Forstverein von Beamtenorganisationen, die ausschließlich Standesinteressen vertraten. Lediglich der "Verein der höheren Forstbeamten Bayerns" blieb im Deutschen Forstverein, da seine Ziele den Forstvereinszielen entsprachen.)

1913     Gründung “Geschäftsstelle des „Forstwirtschaftsrates für Holzhandels-, Verkehrs- und Zollangelegenheiten“.

1917     Gründung “Geschäftsstelle des Forstwirtschaftsrates für kriegswirtschaftliche Angelegenheiten“.

1919     Trennung Forstwirtschaftsrat vom Deutschen Forstverein. Gründung Reichsforstwirtschaftsrat unter Mithilfe des Deutschen Forstvereins. (1934 dessen Auflösung, 1950 Neugründung als “Deutscher Forstwirtschaftsrat“.)

1919     Waldbesitzerinteressen können im Deutschen Forstverein ohne Forstwirtschaftsrat nicht mehr ausreichend vertreten werden, daher Gründung "Reichsverband Deutscher Waldbesitzerverbände" (dessen Auflösung 1934, Wiedergründung als Arbeitsgemeinschaft Deutscher Waldbesitzerverbände 1949).

1920     Herausgabe des neuen Vereinsorgans “Der Deutsche Forstwirt“, nachdem “Mitteilungen des Deutschen Forstvereins“ 1919 eingegangen waren.

1921     Erste gemeinsame Sitzung der Länderforstvereine mit dem Deutschen Forstverein. Vorher Zusammenarbeit im Forstwirtschaftsrat.

1926     Gründung "Maschinenausschuss des Deutschen Forstvereins ". Daraus wurde 1928 der "Ausschuss für Technik in der Forstwirtschaft (ATF) beim Deutschen Forstverein".

1929     Tagung des Deutschen Forstvereins in Königsberg. Institutionalisierung der Zusammenarbeit Deutschen Forstverein und "Verband Deutscher Ingenieure" (VDI). Folge: 1930 entstand in Eberswalde das "Preußische Holzforschungsinstitut", die spätere "Reichsanstalt für Holzforschung".

1931     Gründung der "Arbeitsgemeinschaft Holz" durch Reichsforstwirtschaftsrat und Deutschen Forstverein – anerkannt von der holzverarbeitenden Industrie, vom Gewerbe und vom Holzhandel.

1947     Gründung “Deutsche Landwirtschaftsgesellschaft in der Sowjetischen Besatzungszone“.

1949     Gründung “Arbeitsgemeinschaft Deutscher Gebiets- und Länderforstvereine“.

1952     Wiederbegründung “Deutscher Forstverein“.

1960     Stiftung “Lorenz-Wappes-Preis“.

1964     Stiftung “Bernhard-Eduard-Fernow-Plakette“ gemeinsam mit dem Amerikanischen Forstverein.

1990     Gründung “Forstverein der DDR e.V.“, der sich zum Jahresende wieder auflöste.

1990     Gründung “Thüringer Forstverein“, “Brandenburgischer Forstverein“, “Forstverein Mecklenburg-Vorpommern“, “Sächsischer Forstverein“ und “Forstverein Sachsen-Anhalt“ und Aufnahme in den Deutschen Forstverein 1990/1991.

1999     100 Jahre Forstverein. Feier in Schwerin. Erstmalig keine reine Fachtagung, sondern intensive Einbeziehung der Öffentlichkeit.

2006     Einstellung des Vereinsorgans  „DFV-Magazin“, dafür Herausgabe der neuen Zeitschft „proWALD“.

 

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