Sturmschäden durch Xynthia regional sehr unterschiedlich
Nach den ersten verlässlichen Hochrechnungen in den Forstämtern der Niedersächsischen Landesforsten beläuft sich der von Orkantief „Xynthia“ verursachte Schaden auf deutlich unter 70.000 Kubikmeter Windwurfholz. Die als Einzel- und zum Teil als Nesterwürfe aufgetretenen Schäden konzentrieren sich vor allem auf die Region Südniedersachsen. In den Landeswäldern im Flachland sind keine nennenswerten Schäden aufgetreten.In Thüringen sind bis zu 100.000 Festmeter Holz dem Sturm zum Opfer gefallen. Auf den Hochlagen des Thüringer Waldes und der Rhön erreichte der Wind Geschwindigkeiten von über 120 km/h. Die Windrichtung Süd-West, aus der Thüringen von Xynthia heimgesucht wurde, deckt sich mit der nahezu aller größeren Schadereignisse der letzten Jahrzehnte. Daher sind auch nach diesem Wochenende wieder die gleichen Regionen besonders schwer betroffen. Eine Häufung der Schäden sind im Bereich der Forstämter Bad Salzungen und Marksuhl zu verzeichnen. Dass auch wiederum die Baumart Fichte als Hauptgeschädigte zu verzeichnen ist, liegt an der Vorschädigung vieler Bestandesränder durch die Stürme der letzten Jahre, an der Häufigkeit der Fichte in den höheren, sturmgefährdeten Lagen und an der charakteristischen, flachen Wurzelausbildung dieser Baumart.
Die aktuelle Schätzung des Landesbetriebes Wald und Holz NRW ergab etwa 400.000 Kubikmeter Sturmholz in den Wäldern des Landes. Vor der eigentlichen Aufarbeitung der geworfenen Fichten mussten viele Waldwege zunächst von umgefallenen Bäumen befreit werden. Der Landesbetrieb Wald und Holz warnt weiterhin vor dem Betreten des Waldes. Noch können Bäume oder Äste fallen. Das Betreten des Waldes ist im Kreis Siegen-Wittgenstein für die nächsten Tage forstbehördlich verboten.
In Rheinland-Pfalz hingegen hat Xynthia rund 1,7 Millionen Festmeter Holz zu Boden gebracht. Die Schäden konzentrieren sich – nach einem ersten Überblick - vor allem auf den Nordteil des Landes – insbesondere Eifel und Hunsrück, aber auch Westerwald und die Umgebung von Trier sind betroffen. Die Pfalz blieb weitgehend verschont. Rund 90 Prozent des geworfenen Holzes entfallen auf die Baumart Fichte – die Menge entspricht etwa dem geplanten Holzeinschlag des Jahres (rund 1,5 Millionen Festmeter). Der reguläre Einschlag von Fichtenholz im Staatswald unterbleibt bis auf weiteres zugunsten der Aufarbeitung des Sturmholzes. Zum Vergleich: Durch die Orkane „Vivian und Wiebke“(1990) wurden in Rheinland-Pfalz etwa 12 Millionen Festmeter, durch „Kyrill“ (2007) ca. 2 Millionen Festmeter und durch das Sturmtief „Emma“ (2008) etwa 0,65 Millionen Festmeter Holz geworfen.